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Waldemar Hartmann oder Die ersten Tage des 2. Beziehungsjahres

Ich komme mir vor wie Waldemar Hartmann, der damals von Rudi Völler und seiner berühmten Wutrede zusammengefaltet wurde. Völler war geladen nach einem äußerst mäßigen Spieles seiner deutschen Nationalmannschaft und seine Wut entlud sich, als Hartmann von einem "erneuten Tiefpunkt" sprach. Für den ansonsten gelassenen Völler war das eine enorm heftige Reaktion, die insbesondere Hartmann sehr erschrocken haben muß.

Und was erinnert mich nun an diese Szene? Gefühlsmäßig erlebe ich auch einen Tiefpunkt nach dem anderen. Das mag regelmäßige Leser langweilen, aber immerhin ist mir dies selbst bewusst. Aber so fühlt es sich leider an. Am Freitag nach dem wunderbaren Donnerstag, an dem wir unser Jubiläum auf wunderschöne Art und Weise gefeiert haben, geht es abends weiter mit dem Dämonentanz. Das war der Moment, in dem ich den letzten Eintrag geschrieben habe und abbrechen musste, um bei einem positiven Eindruck zu bleiben. Danach ist jeder Tag mehr oder weniger mit Dämonen gefüllt. Außer am Montag. SIE kommt nach Hause und ist Sie selbst. Und noch besser: SIE bleibt SIE selbst. Wir essen zusammen, verbringen den Abend auf dem Sofa. Bemerkenswert: ich war wirklich überrascht! So weit ist es mit meiner Erwartungshaltung gekommen. Ich bin überrascht, wenn SIE pur und nüchtern ist.

Am Dienstag Abend trifft es SIE (und dann mich) doppelt hart. Ich komme nach Hause und rieche schon in der Tür, dass etwas passiert ist. Im Wohnzimmer wird der Geruch deutlicher. Zu viele Dämonen hat SIE sich zugemutet und dabei das Sofa relativ großflächig besudelt. Dann ist SIE daneben eingeschlafen. Ich kann den Geruch kaum aushalten. SIE ist erst später wieder wach (aber kaum ansprechbar). SIE wankt herum, um die Spuren zu tilgen. Aber das klappt nicht so richtig und SIE legt sich wieder schlafen.

Mittwoch: morgens ist SIE noch (?) nicht wieder SIE selbst. Frühstücken kann ich nicht. Morgens muß ich mich oft eh zwingen, etwas zu essen. Doch bei dem Geruch geht gar nichts. Ich gehe ins Büro, versuche wie immer meine negativen Gedanken wegzuschieben und freue mich nicht wirklich auf den Feierabend, denn ich befürchte, dass es kein schöner sein wird. SIE kündigt mir schon per Skype an, dass es weiter geht. SIE schreibt: "Du denkst ja eh, dass ich die Dämonen heute sehe, dann kann ich das auch machen." Ganz unvermittelt. Egal was ich tue, oder auch nicht tue: das Ergebnis ist, dass SIE sich dämonisiert. Als ich dann Abends nach Hause komme, bin ich folglich nicht überrascht, SIE schlafend auf dem Sofa zu finden. Sauber gemacht hat SIE mehr schlecht als recht. Und ich rieche es immer noch. Ich begehe wieder den Fehler eine Diskussion zu beginnen. Ihr zu sagen, dass es so nicht weiter geht. Ich frage SIE, ob SIE sich wirklich unsere Zukunft so vorstellt. SIE bejaht dies…

Donnerstag, heute: Ich wache mit negativen Gedanken auf. Ich wüsste an solchen Tagen auch nicht, wie es anders sein könnte. SIE ist halbwegs SIE selbst. Obwohl es immer noch streng riecht, esse ich meine 2 Toasts und breche auf zur Arbeit. Ein paar Skype-Sätze und die leise Hoffnung, dass sich etwas ändert. SIE muss doch merken, was SIE mir da antut. Ich komme nach Hause. Ihr Hund erwartet mich und schaut mich freudig erregt vom Balkon aus an. Ich betrete die Wohnung und der Hund ist ganz aufgeregt an der Tür. SIE hat Durst, ihr Napf ist leer. Ich ändere dies und gehe mit mulmigen Gefühl in der Magengegend ins Wohnzimmer. SIE liegt wieder auf dem Sofa und schläft dämonisiert. Am Zustand des Zimmers und des Sofas hat sich nicht geändert. Noch immer kann ich den schlimmen Dienstag riechen. Nun sitze ich hier und kommuniziere mit… mit wem eigentlich?

Mit ihr kann ich nicht sprechen. Wenn ich es versuche und SIE SIE selbst ist (das fällt mir schwer genug, denn dann genieße ich dies eigentlich… schon jämmerlich, mit wie wenig ich mich zufriedengebe), dann blockt SIE ab. Und wenn SIE im Bann ihrer Dämonen ist, dann hat das keinen Sinn. Fakt ist, dass ich SIE seit Montag gerade mal 20 Minuten pur und nüchtern, wenn auch nicht fit erlebt habe (und zwar morgens vor der Arbeit). Ich weiß nicht, ob ihr klar ist, dass ihre Dämonen momentan mit Macht versuchen unsere Beziehung kaputt zu machen. Ich bin mir sicher, dass viele (vielleicht sogar die meisten) Männer kapituliert hätten. Aber ich liebe SIE nun mal so. Und genau das machen sich die Dämonen zunutze. SIE gibt sich gar keine Mühe, ihre Dämonen mir zuliebe zu kontrollieren. Während ich mir eine liebevolle Beziehung wünsche, in der man sich gegenseitig (unter-)stützt und liebt, ist SIE nur an ihren Dämonen interessiert. Für das Malheur am Dienstag und die Folgen hat SIE sich noch nicht einmal bei mir entschuldigt. Nein, im Gegenteil: die Dämonen gewinnen immer mehr Land. Das war mal mein Land. Rein räumlich schrumpft mein Platz auf den Sessel neben dem Sofa. Und innerhalb unserer Beziehung? Da spiele ich die zweite Geige. Ich muß nehmen, was übrig ist. Und von ihr ist im Moment nicht viel übrig. Einzelne nüchterne Tage in der Woche, wenn ich Glück habe. Körperliches Interesse an mir hat SIE scheinbar auch nicht mehr. Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll und fühle mich gar nicht mehr wertgeschätzt. Ich rede ungern zu positiv von mir, aber ich glaube, SIE weiß nicht zu schätzen, was SIE an mir hat. Ich bin ganz sicher kein Traummann, aber ich glaube immer noch an unsere Zukunft und stehe zu ihr. Das lasse ich SIE auch jederzeit wissen. Das wird als selbstverständlich hingenommen und meine "Belohnung" sind Momente, Abende, Tage, Wochen wie diese… Und dass ich mich mal mit Waldemar Hartmann vergleiche hätte ich auch nicht gedacht.
27.3.14 20:17
 


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