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Von Zoos, Wüsten und Oasen

Im letzten Monat gab es wieder Tiefpunkte, die mich zum ersten Mal zum Weinen gebracht haben. Im Moment warten Beklemmungen aus den verschiedensten Richtungen auf mich, ich könnte eine starke, sanfte, weiche und zuverlässige Schulter gebrauchen. Doch im Moment legt SIE lieber noch eine Schuppe drauf.

Doch den letzten Monat will ich ausblenden. Ein positiver Einstieg wäre doch unser Ausflug in einen Zoo gestern. Strahlender Sonnenschein, ein schönes Beisammensein und gut aufgelegte Tiere machen aus diesem Montag einen richtig schönen Montag. Wir kommen nach Hause und sind kaputt, aber glücklich. Also ich zumindest, konnte ich doch meine ganzen Probleme, Sorgen und Nöten für einen halben Tag hinter mir lassen. Schöne Fotos dokumentieren diese kleine Insel der Glückseligkeit.

Abends hat SIE noch einen Termin, während ich 2 Stunden lang mal wieder das Sofa genieße, das mittlerweile ihr absolutes und unangefochtenes Hoheitsgebiet ist. Als SIE abends nach Hause kommt, meine ich die Rückkehr ihrer Dämonen zu riechen. Noch versteckt unter einem Lakritzbonbon, doch insgeheim erwarte ich sie zurück. SIE kümmert sich nach einem langen Tag noch ums Essen und möchte gar nicht, dass ich ihr helfe. So verbringt SIE ungefähr eine halbe Stunde allein in der Küche und dann sind sie wieder voll da, ihre Dämonen. Fast eine ganze Einheit innerhalb dieser kurzen Zeit. Das Ergebnis: SIE wankt, SIE schwankt, SIE ist nicht SIE selbst. Mein Geruchssinn hat mich also nicht getäuscht. Leider. Wir essen noch zusammen, gehen mit dem Hund raus, danach sackt SIE auf dem Sofa zusammen und fällt in einen unruhigen Schlaf.

Heute vormittag habe ich frei. SIE ist noch nicht wieder SIE selbst. SIE weckt mich, legt sich neben mich, ist aber eher erschrocken, dass mich dies sexuell erregt. Ich hatte gar nicht vor, ihr das zu zeigen, aber SIE zieht meine Decke weg. Als wäre es ein Scherz, verzieht SIE angewidert ihr Gesicht und verlässt den Raum. Ihr Interesse an mir ist deutlich geringer, als an ihren Dämonen. Nachdem ich fertig geduscht habe, liegt SIE wieder auf dem Sofa und schläft. Ich vertreibe meinen freien Vormittag und wecke SIE dann, als ich gehen muss.

Ein halber Tag im Büro. SIE hat auch einen Termin und ist eine knappe Stunde vor mir zuhause. Mehr als genug Zeit… Ich komme nach Hause, gebe dem Hund Wasser (der Napf ist ganz leer) und SIE kommt mit leerem Blick auf mich zugeschlurft. Ich nehme SIE in den Arm und kann einen traurigen Blick wohl nicht verbergen. Angewidert von diesem Gesichtsausdruck geht SIE wortlos ins Wohnzimmer. Als ich es erreiche, liegt SIE wieder auf dem Sofa und hat die Augen geschlossen. Es geht wieder los. Und ich kann nur hoffen, dass es nicht zu heftig wird. In dem ausgeblendeten Monat gab es mehrere Tage am Stück, die genau so verliefen. Tage, in denen ich mit meinen Gedanken allein war. Momente, in denen ich ernsthaft denke, dass SIE mich und meine Liebe und meinen Optimismus mit aller Macht brechen will.

Gestern, noch aufgeladen mit Optimismus durch den Zoobesuch, als ich mit ihr, dem Hund und ihren Dämonen draußen war, frage ich SIE, ob SIE vielleicht Ideen oder Pläne hat, die Dämonen in den Griff zu bekommen. SIE sagt nur, dass SIE das jetzt nicht besprechen will. Ich weiß nicht genau, was "jetzt" bedeutet. Will SIE es nicht besprechen, solange SIE unter dem Einfluss ihrer Dämonen steht? Wenn dem so ist, dann hat SIE vorgesorgt, denn SIE hat es sich mit ihren Dämonen gemütlich gemacht, noch bevor ich zuhause war. Selbst wenn ich wollte, jetzt gerade gibt es nichts mehr zu besprechen. Mir steht ein Abend bevor, an dem ich zwar körperlich nicht allein bin, aber irgendwie doch. Mein Platz ist auf dem Sessel neben ihrem Sofa und ich kann mir gleich die Fernbedienung aus ihren Fingern holen. Und morgen? Ich weiß es nicht, aber ich befürchte das Schlimmste. Und nächste Woche? Nächsten Monat? Nächstes Jahr? Ich bekomme wieder Beklemmungen, wenn ich daran denke.

Ereignisse, wie unser Besuch im Zoo sind kleine Ausblicke, auf die Zeit, wie sie mal war und wie ich sie mir dauerhaft wünsche. Eine Zeit, in der SIE freudestrahlend meine blaue Kapuzenjacke annektiert hat, weil SIE der Geruch an mich erinnert. Aber Ausblicke sind wie Oasen in der Wüste. Entfernt man sich von der Oase, dann erwartet einen wieder ganz viel Sand und Hitze. Und ich verdurste gerade, denn meine Oasen werden immer seltener und kleiner. Ich will dauerhaft in einer Oase leben. Ich will mit ihr in einer Oase leben. Und das müssen gar keine Zoobesuche sein. Die eigentliche Attraktion waren nicht die Elefanten, die Löwen oder die Tiger, nein, SIE war es. Die unternehmenslustige, pure und nüchterne SIE. Die SIE, in die ich mich verliebt habe, die mich aber nur noch selten besucht. Ich wünsche mir nur, dass wir glücklich zusammen sind. Ohne Dämonen. SIE und ich. So, wie dieser Blog heißt. Ist das zu viel verlangt? Habe ich das nicht verdient? Mit kommt dieser Wunsch gleichermaßen bescheiden, wie schwer erreichbar vor.

Der "berühmte" blaue Kapuzenpulli (der schon in 2 Einträgen eine Rolle spielte) liegt in unserer gemeinsamen Wohnung mittlerweile in der Ecke. Mir passt er nicht mehr wirklich und ihr bedeutet er scheinbar nichts mehr. Es tut mir weh und ich will es eigentlich auch nicht sagen, aber irgendwie fühle ich mich wie dieser Pulli. Zwar noch da, aber irgendwie abgelegt. Ein schlechtes Gefühl und ich hoffe, dass ich mich täusche. Bevor ich noch tiefsinniger und vielleicht abwegiger werde, höre ich mal auf mit Schreiben. Die Fortsetzung wird heute Abend in meinem Kopf stattfinden. Besser ablenken. Bis zur nächsten Oase. Mal schauen, womit…
11.3.14 20:06
 
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