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Ground Zero?

So ein bisschen schreibe ich das hier ja auch, um mit ihr zu kommunizieren. Klar, die tollen (länger her) und die schlimmen Erlebnisse müssen raus. Und da ich Niemanden habe, mit dem ich darüber sprechen kann (mit ihr selbst geht das auch nicht wirklich), bleibt hier also dieser Blog. So Einiges möchte ich gar nicht mehr lesen, denn meine Hoffnungen, die zwischendrin immer aufflackerten wie eine kaputte Neon-Röhre wurden letztendlich immer wieder zerstört. Allein der letzte Eintrag zeigt, dass ich viel zu gutgläubig bin. Die Kraft der Musik hatte auf jeden Fall keine Wirkung.

Das Buch der Enttäuschungen hat aber auch ein neues Kapitel bekommen. SIE hat ihre Wohnung aufgegeben, musste dann aus ihrer alten Wohnung raus. Eine Tatsache, die SIE sehr stresst. Dementsprechend ist dieser Umstand die Ausrede zum Dämonen-Genuß. Ihr Dämonen-Konsum kennt keine Grenzen: innerhalb einer Woche erlebe ich SIE nur wenige Stunden. Wenn ich nach Hause komme, ist SIE nicht mehr bei Bewusstsein. Mein "Ground Zero" (so hoffe ich) erreiche ich, als ich nach Hause komme und SIE auf dem Sofa auffinde. Ihr Kopf ruht auf einem Teller neben einem halb gegessenen Eier-Brot. Wie sehr mich solche Abende belasten, wie traurig sie mich machen und wie hoffnungslos ich mich in solchen Momenten fühle, scheint ihr nicht bewusst zu sein. Oder es ist ihr egal. Diese Frage greife ich gleich übrigens noch mal auf.

Am Tag der Wohnungsübergabe geht es ihr nicht gut, das liegt an den Dämonen der vorherigen Tage und an ihrer Nervosität. Ich frage SIE morgens ob ich ihr helfen soll, doch SIE verneint. Kaum bin ich im Büro angekommen, klingelt mein Telefon. SIE hat Panik, bittet um Hilfe. Ich zögere nicht und fahre eilig zu ihrer Wohnung, um SIE zu unterstützen. Hier geht es weder um Mietrecht, noch um "Schöner Wohnen", daher erspare ich euch weitere Details. Am Ende geht alles halbwegs glatt. SIE ist sehr dankbar, dass ich gekommen bin. Für mich ist das selbstverständlich, schließlich liebe ich SIE. Dann sagt SIE etwas, das SIE noch nie zu mir gesagt hat: "Nie wieder Dämonen." SIE will aufhören. Die wichtigste Wurzel für mein Hoffnungsbäumchen ist gepflanzt. Letztlich scheiterte es bisher immer an ihrem Willen. Ich frage "meinst du das ernst?" und SIE nickt. Ich sage ihr, wie viel mir das bedeutet und Zack, neue Hoffnung keimt auf.

Aber nicht lange. Nach 2 Tagen ohne Dämonen geht es mit Ansage wieder los. SIE sagt, dass SIE nicht weiß, ob SIE es schafft, denn am Mittwoch hat SIE keine Termine, die SIE ablenken. Einen Tag für sich zu haben (ich kann gar nicht betonen, wie sehr ich einen freien Tag extra brauchen könnte) ist keine Option, denn es kommt, wie angekündigt: SIE frönt wieder ihren Dämonen. Und es geht so weiter. Letzte Woche war SIE wieder unter dem Bann ihrer Dämonen. Jedes Mal frage ich, ob SIE denn noch den Plan hat, aufzuhören und jedes Mal bejaht SIE dies. SIE schafft es im Moment nur nicht.

Am Samstag geht es Klamotten kaufen und SIE ist zwangsweise nüchtern, doch der Dämonen-Exzess zeichnet SIE noch. Dementsprechend ist SIE schlecht drauf und überwiegend schlecht gelaunt. Sonntags ist SIE wieder fit, denn SIE hat einen musikalischen Auftritt, den SIE mit Bravour absolviert. Danach haben wir einen schönen Abend zusammen mit ihren Eltern und einem alten Freund von ihr. Am Montag Abend scheint alles in Ordnung zu sein, doch irgendwann sagt SIE, dass SIE mir etwas gestehen muss: SIE hat sich wieder mit Dämonen versorgt. Ab sofort schickt SIE mich unter Vorwänden weg, damit SIE sie konsumieren kann. Ich fühle mich doppelt gekränkt, denn da ist sie wieder: die Unaufrichtigkeit und mein Gefühl, dass SIE mir alles erzählt. Genau solche Momente (die es zuhauf gab) zerstören Vertrauen. Mein Vertrauen zu ihr.

Heute morgen wache ich neben ihr auf. Das erste, das ich rieche sind ihre Dämonen. Ich bin früh dran und versuche die Zeit zu nutzen. Kurz bevor ich die Wohnung verlassen will, wacht SIE auf und ich erlebe SIE kurz, halbwegs wieder hergestellt. Ich hatte ihr schon eine längere Botschaft auf einem Zettel hinterlassen, in der ich SIE auch auf eine liebevolle Art an ihren Vorsatz erinnere. Vielleicht hilft es ja… Da SIE heute in der Nähe meines Büros zu tun hat, besucht SIE mich auf eine Zigarette. So kommen noch ein paar Minuten mit der Frau zusammen, die ich liebe (in denen SIE SIE selbst ist). Ich bitte SIE nochmals, heute keine Dämonen zu konsumieren, doch SIE kann mir nicht antworten. Ein "Nein" geht nicht über ihre Lippen, doch ein "Ja" erst recht nicht. Ich komme Abends nach Hause und SIE ist wieder nur zu 20 % SIE selbst. Der Gedanke, dass die nächsten Monate so weitergehen, lässt mich frösteln. Der Gedanke, was SIE ihrer Gesundheit antut, lässt das Frösteln zu einem wahren Schüttelfrost werden. Dass SIE jede freie Minute auf dem Sofa mit ihren Dämonen verbringt. Und dass die puren, nüchternen Phasen immer kürzer werden und SIE immer weniger Rücksicht auf mich und andere Menschen nimmt, sorgen dafür, dass ich wieder den Fehler begehe, mit ihr über das Thema zu sprechen. Keine gute Idee. SIE antwortet kaum und auf die Frage, ob SIE es denn immer noch ernst meint, sagt SIE "im Moment nicht". Das war es endgültig für meine Hoffnungspflanze. Mal wieder. Ich sage ihr auch, dass ich im Moment enormen beruflichen Druck empfinde, den SIE mir in keinster Weise nehmen kann. Im Gegenteil, ihr Verhalten packt noch eine ganze Schüppe drauf. Das ist ihr egal, SIE wird laut und sagt, dass ich immer das gleiche erzähle und dass SIE das nicht mehr hören kann.

Und was erzeugen solche Momente für Gefühle bei mir? Unterm Strich bin ich ihr völlig egal. Wo SIE sich vor einem halben Jahr zumindest zeitweise zusammengerissen hatte, sind ihr meine Nöte oder meine Bedürfnisse vollkommen egal. Hauptsache, ich verlasse den Raum, wenn der Dämonendruck zu groß wird. Und so sitze ich hier und schreibe mir das von der Seele.

Eigentlich wollte ich mit meinem nächsten Eintrag wieder etwas Schönes schreiben. Und es gibt auch schöne Momente. SIE auf der Bühne zu sehen, wie SIE ihre Fähigkeiten und ihre wunderbare Seele in Musik umwandelt, wäre so etwas gewesen. Oder das Essen nach dem Konzert. Doch diese schönen Momente werden immer rarer. Für einen schönen Tag kommen fünf dämonengetränkte Tage. Ich bemühe mich ja in der Regel hier mit einem hoffnungsvollen Satz und einem Ausblick (vor allem für mich selbst) zu enden. Heute nicht. Zu sehr ärgere ich mich über mich selbst, dass ich wieder Hoffnung hatte. Und wieder komme ich mir blauäugig vor. Daher ende ich einfach.
11.2.14 20:10
 
Letzte Einträge: Von Haifilmen und alten Gewohnheiten, Die Rückkehr des zerdenkenden Kopfes, Bilder, Es schlägt noch, (Digitale) Reise in die Vergangenheit, Endspurt


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