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Rückblick: Geliehene Pullis

Wir kennen uns erst wenige Wochen, vielleicht zwei oder drei. Die Pausen zwischen unseren Treffen sind noch relativ lang, aber ich bin ihr schon längst verfallen. SIE bekommt noch Hilfe im Kampf gegen ihre Dämonen. Genau an dieser Stelle ihres Lebens habe ich SIE kennengelernt. Diese Hilfe verkürzt und limitiert die Zeit, die wir zusammen verbringen können, obwohl ich SIE am liebsten andauernd um mich hätte.

So geht es ihr auch, glaube ich, denn SIE fragt mich nach einem Pulli von mir. Etwas Warmes, das nach mir riecht, damit SIE immer etwas an sich hat, das SIE an mich erinnert. Das rührt mich sehr. Ich bin mir zwar im klaren darüber, dass alles, was ich an Kleidungsstücken habe ihr viel zu groß ist, aber ich möchte ihrer Bitte gern nachkommen. Ich suche meinen liebsten Kapuzenpulli heraus, der mir schon beim Kauf eigentlich zu kurz war. Er gefiel mir so gut, dass ich ihn haben musste. Allerdings trug ich ihn nicht so oft, weil "sehr schön und etwas zu kurz" eben immer noch zu kurz ist. Ich gebe ihn ihr und SIE strahlt mir ihr wunderbares Lächeln entgegen. Ich liebe es, wenn SIE mich so anschaut. Denn das sind Momente, in denen SIE sich nur freut, keine düsteren Gedanken mit sich herumträgt oder ihre Dämonen bekämpft. Kurze Momente, in denen SIE keine Last auf den Schultern trägt. SIE ist in jeder Situation des Lebens bildschön, aber in diesen (leider oft zu) kurzen Momenten, da strahlt ihr Innerstes pur und ungefiltert nach Außen und ich bin jedes Mal überwältigt von diesem Anblick!

SIE nimmt den Pulli entgegen, riecht an ihm, zieht ihn an und kuschelt sich darin. Dabei schnurrt SIE wie ein Kätzchen. Obwohl der Pulli, wie erwartet, viel zu groß ist, sieht SIE wunderbar aus. Weil SIE glücklich ist und weil SIE wohl auch in einem Kartoffelsack bezaubernd aussehen würde. Irgendwann muß SIE los. Die erzwungene Pause musste kommen und ich war darauf vorbereitet. Es dauert aber nicht lang, da schreibt SIE mir eine SMS. SIE kuschelt sich in meinen Pulli und denkt an mich. SIE fühlt sich geborgen. Schon damals will ich SIE vor allem Bösen beschützen, von daher kann SIE mir nichts Schöneres schreiben, als dass SIE sich geborgen fühlt. Das macht mich glücklich, obwohl ich SIE so sehr vermisse.

In den nächsten Wochen trägt SIE immer, wenn ich SIE sehe, diesen Pulli. SIE fühlt sich wohl und zeigt damit auch stolz, dass SIE einen Mann an ihrer Seite hat, denn es ist mehr als eindeutig, dass es nicht ihr Sweater ist. Ich gebe ihr noch einen, als der Erste in die Wäsche muß, aber den habe ich nur einmal an ihr gesehen. Ich weiß nicht, was mit dem zweiten Pulli passiert ist. Auf jeden Fall hat er nicht ansatzweise die gleiche Wirkung, wie der erste, blaue Sweater. Diese Geste hat mir mindestens genauso viel bedeutet, wie ihr! Insgeheim glaube ich, dass sie mir sogar mehr bedeutet hat!

Den blauen Kapuzenpulli habe ich jetzt schon seit ein paar Wochen nicht mehr gesehen. Ich habe auch nicht mehr an ihn gedacht und an seine Geschichte, die er erst durch SIE bekommen hat. Vorher war es nur ein halber Fehlkauf, der die meiste Zeit seines Lebens in meinem Schrank verbracht hat. Erst als ich den Pulli zufällig im Fußraum ihres Autos sah, musste ich wieder an diese Zeit denken. Diese Zeit, die mir so viel bedeutet und an die ich mich so gern zurückerinnere. Dies gilt für alle "Rückblicke", die ich allesamt niederschreiben will, damit ich sie auf keinen Fall vergesse.

Vielleicht trägt SIE den Pulli mal wieder. Ich weiß nicht, ob es ihr bewusst ist, was es mir bedeutet hat, SIE damals in dem Pulli zu sehen. In dem Bewusstsein, dass SIE ihn trug, um etwas von mir an sich zu haben. Etwas, das ihr Kraft in einer schwierigen Zeit gab. Das ist auch nicht so wichtig. Wenn SIE den Sweater irgendwann mal aus dem Fußraum ihres Autos befreit und ihn mal wieder trägt, werde ich mich innerlich freuen und wieder an unsere ersten Wochen zurückdenken müssen.
2.7.13 11:51
 
Letzte Einträge: Von Haifilmen und alten Gewohnheiten, Die Rückkehr des zerdenkenden Kopfes, Bilder, Es schlägt noch, (Digitale) Reise in die Vergangenheit, Endspurt


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SIE (12.7.13 18:31)
Ich lasse ihn in meinem Auto, weil er mir so immer, wenn ich von dir wegfahre, das Gefühl vermittelt, ein Stück von dir bei mir zu haben. Ein Stück, das mich beschützt.

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