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Süße Tränen

Bei den ganzen harten Themen, die ich mit ihr diskutiere, die ganzen eiskalten Kämpfe, die ich mit ihr und ihren Dämonen führe, vergesse ich manchmal ein wenig, was für ein süßer, wunderbarer, anbetungswürdiger Mensch SIE doch ist. Nicht, dass ich daran Zweifel hätte, aber die Diskussionen und Rückschläge sind meist so bitter, dass sie den Kern bedecken, ihren Kern. Und dieser Kern ist der Grund, warum ich SIE so liebe. Manchmal gibt es Momente, die SIE vermutlich gar nicht bemerkt, die mir wieder ihren durch und durch kostbaren Kern vor Augen halten. Gerade war wieder so ein Moment.

Eines ihrer Lieblingsbücher ist "Die Brüder Löwenherz" von Astrid Lindgren. Ein teilweise trauriges und anrührendes Kinderbuch, von dem SIE mir schon ein paar Mal erzählt hat. Wir kommen gerade vom Grillen bei Freunden und durch Zufall entdecken wir, dass eine Verfilmung des Romans im Fernsehen läuft. Weil SIE es gern möchte, schaue ich ihn mit ihr. Die Stelle, von der SIE mir schon mal erzählt hat, die Stelle, die SIE am meisten beeindruckt hat, ist der Beginn des Films. SIE liegt neben mir auf der Couch und ich höre ein leises Schluchzen. SIE weint. SIE sagt schnell, dass SIE nicht traurig ist, sondern einfach mal wieder weinen möchte. Das klingt jetzt vermutlich nicht spektakulär, aber es rührt mich zutiefst. SIE ist ein so wunderbarer und feingeistiger und sensibler Mensch. In der Szene geht es darum, dass der Junge Jonathan sein Leben für seinen kleinen, todkranken Bruder Krümel opfert. Und das hat SIE schon immer zutiefst berührt. Und dass ihr jetzt wegen dieser Szene die Tränen über die Wangen fließen berührt mich genauso. SIE merkt gar nicht, dass meine Augen ebenfalls volllaufen.

Unser Alltag besteht oft aus harten Themen, Dingen, die aussichtslos und trostlos erscheinen. Für SIE und für mich. SIE bei einem Kinderfilm weinen zu sehen, wohlgemerkt "gutes" Weinen, lässt diese harten Diskussionen um Dämonen und dass SIE sie unbedingt verbannen muss, für einen Augenblick in den Hintergrund treten. In diesem Moment ist SIE das 10jährige Mädchen (das ich gar nicht kenne), das mit dem Buch auf ihren Knien weinen muss. Ein Mädchen, das noch gar nicht genau weiß, was es mit diesen Dämonen auf sich hat, das in ihrem Leben noch nichts Schlimmes erlebt hat. Ich mag dieses Mädchen und ich liebe die Vorstellung, dass SIE sich in diesem Moment in eine unschuldige Zeit zurückdenkt.

Ich musste diesen Moment unbedingt festhalten, aber ich gehe jetzt wieder zu ihr aufs Sofa und hoffe, dass SIE noch ein wenig in ihrer eigenen Vergangenheit und Unschuld verweilen kann. Diesen Seelenfrieden hat SIE sich verdient. Eigentlich dauerhaft, aber wenn es immerhin 90 Minuten Seelenfrieden sind, dann ist das zumindest ein Anfang. Hoffentlich haben ihre Dämonen bald ein Einsehen und lassen das 10jährige, unschuldige Mädchen im Inneren meines Schatzes in Ruhe. Ich würde alles, wirklich alles dafür geben!
9.6.14 00:29


Solche und solche Tage

Der letzte Eintrag hier endete auf einem Hoch. Danach schrieb ich hier nichts mehr. Auch, weil SIE negative Einträge als Vorwürfe auffasst. "Eintragung ins Klassenbuch" oder so… Die Wochen danach waren dann auch ein einziges Auf und Ab…

SIE hat auch einen Blog (oder heißt es "ein Blog"?), den ich lese. Er ist sehr gut, handelt von vielem. Schlimme Erfahrungen, Träume, sexuelle Abenteuer, lustige Anekdoten. Was dort zu lesen ist, ist zwar nicht überkandidelt oder gekünstelt, aber stellenweise brillant geschrieben. Aber auch tragisch. Gerade zu Beginn unserer Beziehung, hat mich der Blog das ein oder andere Mal buchstäblich zu Tränen gerührt. Seitdem wir zusammen sind, schreibt SIE kaum noch darin. Das liegt wahrscheinlich daran, dass SIE weiß, dass ich ihre Texte mitlese. Heute allerdings ist ein neuer Eintrag erschienen, während ich den Brückentag im Büro verbringe.

Er endet damit, dass SIE gar nicht daran denkt, mit ihren Dämonen zu brechen. Ich weiß, dass SIE gerade (und während SIE den Text geschrieben hat), engumschlungen mit ihren Dämonen tanzt. Und ich weiß auch, dass es heute wieder ein "solcher" Tag wird. Und dass, obwohl die letzten Tage anders waren. Und ich hatte wieder mal gehofft, dass es einfach mal so weitergeht. Diese Hoffnung ist dahin. Jetzt kann ich nur noch hoffen, dass es nicht ein "solches" Wochenende wird. Meine positive Herangehensweise, dass ich das Beste hoffe, ist mir immerhin noch geblieben. Und das ist auch gut so, denn so funktioniere ich nun mal.

Ich habe großen Respekt vor der Mammutaufgabe, die ich noch vor mir habe: so lange zu ihr zu halten, so lange zu ihr zu stehen, SIE so lange zu lieben, bis SIE den Entschluss fasst und erfolgreich umsetzt, ihren Dämonen einen endgültigen Tritt in den Hintern zu geben. Es gibt solche Tage, die meinen Kraftakku wieder aufladen, es gibt "solche" Tage, die den Akku belasten. Im Moment ist er auf Reserve, ein bißchen Saft ist noch da, aber nicht mehr sehr viel und ich ahne, was die Konsequenz sein wird, wenn der Akku mal ganz leer sein wird. Davor habe ich Angst. Ich versuche mit allen Mitteln zu vermeiden, dass das passiert. SIE ist es wert. Meine Liebe zu ihr ist es wert. Die Zukunft, die ich mir mit ihr ausmale ist es wert. Ständig möchte ich dem Hollywood-Regisseur meines Lebens zurufen, dass es doch endlich mal Zeit für das Happy End ist. Hoffentlich sieht er es auch bald so.
30.5.14 15:38


Tolle Ostern

Das Fest der Schokoladenindustrie, das wir zum ersten Mal zusammen feiern. Vier lange Tage frei, die ich dringend nötig habe. Karfreitag und Samstag verfliegen und fühlen sich toll an. Es wird gebacken, mit dem Hund gespielt, eingekauft. SIE ist bezaubernd und dämonenfrei. Es fällt ihr nicht immer leicht, glaube ich. Aber es ist wunderbar. Ihre Stärke imponiert mir, ich versuche ihr mehr zu geben.

Das Ganze fühlt sich schon vor dem Höhepunkt des Ostersonntags wie ein Urlaub an. Eintauchen in eine Normalität, die schon lange nicht mehr normal für uns ist. Oft ertappe ich mich dabei, wie ich SIE selig grinsend anschaue. Ich genieße SIE einfach. Pur, unverfälscht, süß, smart, liebenswert und wertvoll.

Der Ostersonntag ist nicht nur Ostersonntag, sondern auch unser kleines, monatliches Jubiläum. Ich wache ziemlich früh auf, bin noch verpennt. SIE ist schon wach und lächelt über beide Ohren. Diese ansteckende Freude, vertreibt den Rest-Schlaf aus meinem Kopf. SIE hat Geschenke für mich und lässt mich suchen. Ich tue ihr gern diesen Gefallen und freue mich einfach mit ihr zusammen. Ich erbeute tolles Weingummi und ein Videospiel. SIE macht sich wirklich Gedanken, versetzt sich in mich, um mir wirklich eine Freude zu machen. Das ist ein wirklich tolles Gefühl. Auch ich habe Kleinigkeiten für SIE und dann geht es auf zu ihrer tollen Familie.

Auch dort muss (oder vielmehr darf) ich suchen. Keiner der Anwesenden ist unter 20 Jahre alt, dennoch wird die Tradition gewahrt: vor einem ausgiebigen Oster-Brunch geht es in den großen Garten und es wird nach gut versteckten Schokoeiern und -hasen gesucht. Ich genieße wieder einmal ein Großfamilien-Event mit der Frau, die ich liebe. Wir besuchen danach meine Mutter und kehren dann vollgestopft, erschöpft und zufrieden heim.

Ostermontag ist gemeinsames Gammeln angesagt. Was allein öde, trist und leer sein kann, ist eine befriedigende Erfahrung, wenn man seinen Schatz um sich hat. Gemeinsam wird das Videospiel gespielt. Richtig tolles Gefühl, wenn SIE sich für die gleichen Dinge interessiert, wie ich und sogar Spaß daran hat. Die Angst nagt allerdings an mir, dass die Dämonen, die SIE so bravourös bekämpft hat, nach dem Schutz der Feiertage zurückkommen.

Am Dienstag erwartet mich wieder der Alltag im Büro, auch wenn ich lieber verweilt wäre, in der Oase der letzten Tage. Ich denke den ganzen Tag an SIE. Ob SIE weiterhin stark sein kann. Ob die letzten Tage vielleicht der Anfang waren von etwas Dauerhaftem? Ich würde es mir und ihr so sehr wünschen. Das wäre ein noch größeres Geschenk, als jedes Videospiel…

Abends komme ich nach Hause und SIE strahlt mich an mit diesem Lächeln, das mich schon an unserem ersten Abend hat schmelzen lassen. SIE ist stark geblieben. Ich bin erleichtert. Sehr erleichtert. Meine Hoffnung lebt weiter. Zweifelsohne hat SIE schwere Momente durchzustehen, aber zwischen diesen Momenten strahlt SIE eine Lebensfreude aus, die ich schon lange nicht mehr an ihr gesehen habe. Und von dieser lasse ich mich gern anstecken. Immer wieder. Immer wieder. Und so geht ein wundervolles Wochenende weiter, obwohl der Kalender etwas anderes sagt. Trotz Arbeit und Verpflichtungen. Ich wünsche mir so sehr, dass es nie wieder endet…
23.4.14 17:24


Rückblick: Stimmen

Heute morgen durchstöbere ich mein Smartphone und die ersten SMS, die SIE und ich gewechselt haben. Abend des ersten Kontaktes:

"Ich denke verrückterweise ziemlich viel an dich, ich muß mich selber immer wieder dran erinnern, dass ich dich erst seit heute kenne."

Und als ich das lese, denke ich an diesen ersten Tag. Gefunden hat SIE mich auf einer Dating-Seite im Internet und ich war buchstäblich nach mehreren Monaten zufällig mal wieder online. Nachdem sich meine Befürchtung, dass SIE ein Fake-Account ist zerschlagen hat und wir unsere Nummern getauscht haben, klingelt mein Mobiltelefon. SIE ist dran. Mein Herz schlägt bis zum Hals…

SIE hat spontan die neue Nummer angerufen. Wo ich mich normalerweise überrumpelt fühle, stehe ich zwar bis unter die Haarspitzen unter Strom, aber durchweg positiv. Und das an einem Sonntag. Tage, die ich bis dahin lahm und faul ereignislos verbracht habe. Auf einmal ist Leben drin! Leben im Sonntag und Leben in mir!

SIE spricht schnell, ist auch aufgeregt. Ihre Stimme klingt unglaublich toll und passt zu den zwei Bildern, die ich von ihr kenne. Ich muß mich zusammenreißen, keinen Mist zu erzählen und mich zu blamieren. Noch während ich mich darauf konzentriere, charmant, witzig und vor allem nicht peinlich zu sein, sagt SIE "Und du hast auch noch eine tolle Stimme!". Ich bin perplex und baff. Mir fliegt ein Herz zu und dann auch noch so ein tolles! Und das hat sich ergeben in der ungastlichen, öden Welt einer Online-Single-Börse?? Kann das sein?

Wir reden vielleicht 20 Minuten, die verfliegen wie fünf. Ich höre eine süße, intelligente und liebevolle Frau. Mir ist sofort klar: ihr könnte ich ewig zuhören. Schnell muß ich mich gar nicht mehr zusammenreißen oder gewollt charmant oder witzig sein. Ich bin einfach ich selbst. Dementsprechend enttäuscht bin ich, als das Gespräch endet. SIE hat etwas vor. Wir verabreden uns. Schon in 3 Tagen werden wir uns sehen.

Ich kann mein Glück kaum fassen. Ich bin immer noch skeptisch, denn so etwas ist mir noch nie passiert. Kann das sein? Und ich war verliebt in SIE. Na klar werden viele (vielleicht auch zu Recht) sagen: du warst höchstens verknallt. Aber ich will keine Haare spalten. An diesem Tag flog mir ein Herz entgegen und ich habe es gefangen. Schon Jimmy Eat World sangen "The heart is hard to find" (die 80er - Schmonzette "A good heart is hard to find" ignoriere ich jetzt einfach mal) und ich hatte es gefunden. Und wenn man mal so Jemanden gefunden hat, dann sollte man ihn nicht gehen lassen. So oft passiert das nämlich nicht…

Nach dem Telefonat folgten mehrere SMS, unter anderem auch die zitierte. Und es folgte das erste Treffen. Diese Momente, diese Tage waren magisch und der Beginn von etwas Tollem, etwas Bedeutendem.
28.3.14 10:11


Waldemar Hartmann oder Die ersten Tage des 2. Beziehungsjahres

Ich komme mir vor wie Waldemar Hartmann, der damals von Rudi Völler und seiner berühmten Wutrede zusammengefaltet wurde. Völler war geladen nach einem äußerst mäßigen Spieles seiner deutschen Nationalmannschaft und seine Wut entlud sich, als Hartmann von einem "erneuten Tiefpunkt" sprach. Für den ansonsten gelassenen Völler war das eine enorm heftige Reaktion, die insbesondere Hartmann sehr erschrocken haben muß.

Und was erinnert mich nun an diese Szene? Gefühlsmäßig erlebe ich auch einen Tiefpunkt nach dem anderen. Das mag regelmäßige Leser langweilen, aber immerhin ist mir dies selbst bewusst. Aber so fühlt es sich leider an. Am Freitag nach dem wunderbaren Donnerstag, an dem wir unser Jubiläum auf wunderschöne Art und Weise gefeiert haben, geht es abends weiter mit dem Dämonentanz. Das war der Moment, in dem ich den letzten Eintrag geschrieben habe und abbrechen musste, um bei einem positiven Eindruck zu bleiben. Danach ist jeder Tag mehr oder weniger mit Dämonen gefüllt. Außer am Montag. SIE kommt nach Hause und ist Sie selbst. Und noch besser: SIE bleibt SIE selbst. Wir essen zusammen, verbringen den Abend auf dem Sofa. Bemerkenswert: ich war wirklich überrascht! So weit ist es mit meiner Erwartungshaltung gekommen. Ich bin überrascht, wenn SIE pur und nüchtern ist.

Am Dienstag Abend trifft es SIE (und dann mich) doppelt hart. Ich komme nach Hause und rieche schon in der Tür, dass etwas passiert ist. Im Wohnzimmer wird der Geruch deutlicher. Zu viele Dämonen hat SIE sich zugemutet und dabei das Sofa relativ großflächig besudelt. Dann ist SIE daneben eingeschlafen. Ich kann den Geruch kaum aushalten. SIE ist erst später wieder wach (aber kaum ansprechbar). SIE wankt herum, um die Spuren zu tilgen. Aber das klappt nicht so richtig und SIE legt sich wieder schlafen.

Mittwoch: morgens ist SIE noch (?) nicht wieder SIE selbst. Frühstücken kann ich nicht. Morgens muß ich mich oft eh zwingen, etwas zu essen. Doch bei dem Geruch geht gar nichts. Ich gehe ins Büro, versuche wie immer meine negativen Gedanken wegzuschieben und freue mich nicht wirklich auf den Feierabend, denn ich befürchte, dass es kein schöner sein wird. SIE kündigt mir schon per Skype an, dass es weiter geht. SIE schreibt: "Du denkst ja eh, dass ich die Dämonen heute sehe, dann kann ich das auch machen." Ganz unvermittelt. Egal was ich tue, oder auch nicht tue: das Ergebnis ist, dass SIE sich dämonisiert. Als ich dann Abends nach Hause komme, bin ich folglich nicht überrascht, SIE schlafend auf dem Sofa zu finden. Sauber gemacht hat SIE mehr schlecht als recht. Und ich rieche es immer noch. Ich begehe wieder den Fehler eine Diskussion zu beginnen. Ihr zu sagen, dass es so nicht weiter geht. Ich frage SIE, ob SIE sich wirklich unsere Zukunft so vorstellt. SIE bejaht dies…

Donnerstag, heute: Ich wache mit negativen Gedanken auf. Ich wüsste an solchen Tagen auch nicht, wie es anders sein könnte. SIE ist halbwegs SIE selbst. Obwohl es immer noch streng riecht, esse ich meine 2 Toasts und breche auf zur Arbeit. Ein paar Skype-Sätze und die leise Hoffnung, dass sich etwas ändert. SIE muss doch merken, was SIE mir da antut. Ich komme nach Hause. Ihr Hund erwartet mich und schaut mich freudig erregt vom Balkon aus an. Ich betrete die Wohnung und der Hund ist ganz aufgeregt an der Tür. SIE hat Durst, ihr Napf ist leer. Ich ändere dies und gehe mit mulmigen Gefühl in der Magengegend ins Wohnzimmer. SIE liegt wieder auf dem Sofa und schläft dämonisiert. Am Zustand des Zimmers und des Sofas hat sich nicht geändert. Noch immer kann ich den schlimmen Dienstag riechen. Nun sitze ich hier und kommuniziere mit… mit wem eigentlich?

Mit ihr kann ich nicht sprechen. Wenn ich es versuche und SIE SIE selbst ist (das fällt mir schwer genug, denn dann genieße ich dies eigentlich… schon jämmerlich, mit wie wenig ich mich zufriedengebe), dann blockt SIE ab. Und wenn SIE im Bann ihrer Dämonen ist, dann hat das keinen Sinn. Fakt ist, dass ich SIE seit Montag gerade mal 20 Minuten pur und nüchtern, wenn auch nicht fit erlebt habe (und zwar morgens vor der Arbeit). Ich weiß nicht, ob ihr klar ist, dass ihre Dämonen momentan mit Macht versuchen unsere Beziehung kaputt zu machen. Ich bin mir sicher, dass viele (vielleicht sogar die meisten) Männer kapituliert hätten. Aber ich liebe SIE nun mal so. Und genau das machen sich die Dämonen zunutze. SIE gibt sich gar keine Mühe, ihre Dämonen mir zuliebe zu kontrollieren. Während ich mir eine liebevolle Beziehung wünsche, in der man sich gegenseitig (unter-)stützt und liebt, ist SIE nur an ihren Dämonen interessiert. Für das Malheur am Dienstag und die Folgen hat SIE sich noch nicht einmal bei mir entschuldigt. Nein, im Gegenteil: die Dämonen gewinnen immer mehr Land. Das war mal mein Land. Rein räumlich schrumpft mein Platz auf den Sessel neben dem Sofa. Und innerhalb unserer Beziehung? Da spiele ich die zweite Geige. Ich muß nehmen, was übrig ist. Und von ihr ist im Moment nicht viel übrig. Einzelne nüchterne Tage in der Woche, wenn ich Glück habe. Körperliches Interesse an mir hat SIE scheinbar auch nicht mehr. Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll und fühle mich gar nicht mehr wertgeschätzt. Ich rede ungern zu positiv von mir, aber ich glaube, SIE weiß nicht zu schätzen, was SIE an mir hat. Ich bin ganz sicher kein Traummann, aber ich glaube immer noch an unsere Zukunft und stehe zu ihr. Das lasse ich SIE auch jederzeit wissen. Das wird als selbstverständlich hingenommen und meine "Belohnung" sind Momente, Abende, Tage, Wochen wie diese… Und dass ich mich mal mit Waldemar Hartmann vergleiche hätte ich auch nicht gedacht.
27.3.14 20:17


1 Jahr

Ein Jahr. Mit ihr. Es gab Momente, in denen ich nicht geglaubt hätte, dass wir dieses Jubiläum erreichen. Es war ein tolles Jahr mit vielen Höhen und Tiefen. Ich habe ihr mein Herz geschenkt und will es niemals mehr anderweitig verschenken.

Ich nehme mir den Tag frei und wir entfliehen dem Alltag. SIE hat wieder eine Überraschung geplant und ich gebe mich nur zu gern in ihre tollen Hände. Wieder geht es in einen Zoo. Wer das hier regelmäßig liest, der könnte denken, dass wir nichts anderes tun, als Zoos zu besuchen. Das stimmt so natürlich nicht, obwohl es tatsächlich oft auf dem Programm steht. Das macht mir aber gar nichts, denn ich genieße diese Momente mit ihr aus vollen Zügen. Außerdem hole ich jahrzehntelange Zooabstinenz nach und dies in bezaubernder Gesellschaft.

Der Tag ist wie gemalt. Besseres Wetter wird diese Woche nicht sehen. Und wir sitzen kurzärmelig bekleidet im Auto und reiten der Sonne entgegen. Ein toller Tag wartet auf uns. SIE ist ganz SIE selbst und ich genieße das. Ihren puren Zauber, dem ich immer wieder ganz und gar verfalle, wenn ich denn in diesen Genuß komme.

Als wir ankommen, machen wir uns sofort auf den Weg. Diesen Zoo hat SIE zuletzt mit ihrem Ex-Freund besucht. Der Ex, der so viel angerichtet hat. Doch heute gibt es keine negativen Gedanken. Die Sonne strahlt mit uns um die Wette und auch die Tiere sind gut aufgelegt. Zwischenzeitlich denke ich ein Jahr zurück. Am Tag unseres ersten persönlichen Zusammentreffens bin ich schon lange vorher nervös. Der Tag scheint lange zurückzuliegen, doch ich erinnere mich noch gut. Es war ein düsterer Tag, der letzte Schnee des Jahres spielte sich noch einmal auf. Wenn ich kurzärmelig durch den Zoo laufend daran denke, muß ich noch breiter grinsen. Wie sich die Zeiten doch ändern. Wir verbringen über 4 Stunden im Zoo, bis unsere Füße schmerzen. Erschöpft, aber glücklich machen wir uns auf den Heimweg.

Zuhause gebe ich ihr meine kleinen Geschenke, die ich zwar mit Bedacht und viel Liebe gekauft habe, doch die meine Gefühle zu ihr gar nicht ausdrücken können. Nach einer kurzen Verschnaufpause machen wir uns fertig, um richtig schön essen zu gehen. Ein feines Sushi-Restaurant wartet auf uns. Erst sitze ich neben ihr und küsse SIE. Wieder ein Zeitsprung genau ein Jahr zurück. Auch da saßen wir nebeneinander. Und auch da küssten wir uns. Und schon da war ich über beide Ohren verliebt. Wieder muß ich lächeln…

Der Abend ist wunderschön. Vor allem fühlt er sich wieder richtig romantisch an. Bei den ganzen Problemen mit ihren Dämonen ist diese Romantik oftmals etwas auf der Strecke geblieben. Aber nicht heute. Heute gibt es keine Dämonen. Nur SIE. Und SIE strahlt mich an mit dem schönsten Lächeln, das es gibt. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie sehr ich diese Momente mit ihr genieße. Genau davon will ich mehr. Es muß nicht das teure Restaurant sein, SIE ist es, die ich will. Die unverfälschte, pure, süße und unglaubliche SIE. Dieser Mensch, in den ich mich genau 1 Jahr zuvor verliebt habe.

Den späten Abend verbringen wir glücklich, satt und erschöpft auf dem Sofa und ich kann viel befreiter von unserer Zukunft träumen. Dieser Tag und vor allem der Abend ist für mich ein Vorgeschmack auf weiterer wundervolle Jahre. Dementsprechend schlafe ich um Einiges sorgenfreier als sonst.

Der Büroalltag holt mich leider wieder ein am nächsten Tag. SIE ist vor mir wach und ich kann mich gar nicht von ihr trennen. Es muß aber sein. Leider. Ich kann es schon gegen Mittag nicht erwarten, SIE wieder zu sehen. Irgendwann eile ich nach Hause, einem tollen Wochenende entgegen, der Fortsetzung des wunderbaren Tages.

SIE liest diesen Blog regelmäßig, doch vieles hier ist ihr zu negativ. SIE wertet das Geschriebene als persönlichen Angriff, auch wenn mir Nichts ferner liegt. Für mich ist er eigentlich das einzige Ventil für meine Gefühle, denn ich habe Niemanden, mit dem ich darüber sprechen kann. Ich habe mir fest vorgenommen diesen Tag in einen positiven Blogeintrag zu füllen und hier festzuhalten. Allerdings muß ich genau jetzt enden, damit der Eintrag auch positiv bleibt und der Eindruck eines wunderschönen Jahrestages nicht noch nach unten gezogen wird. Es war schön, wunderschön. Das kann ich sagen und das will ich noch einmal ausdrücklich festhalten. Was mich jetzt erwartet, steht allerdings auf einem anderen Blatt.
21.3.14 21:07


Von Zoos, Wüsten und Oasen

Im letzten Monat gab es wieder Tiefpunkte, die mich zum ersten Mal zum Weinen gebracht haben. Im Moment warten Beklemmungen aus den verschiedensten Richtungen auf mich, ich könnte eine starke, sanfte, weiche und zuverlässige Schulter gebrauchen. Doch im Moment legt SIE lieber noch eine Schuppe drauf.

Doch den letzten Monat will ich ausblenden. Ein positiver Einstieg wäre doch unser Ausflug in einen Zoo gestern. Strahlender Sonnenschein, ein schönes Beisammensein und gut aufgelegte Tiere machen aus diesem Montag einen richtig schönen Montag. Wir kommen nach Hause und sind kaputt, aber glücklich. Also ich zumindest, konnte ich doch meine ganzen Probleme, Sorgen und Nöten für einen halben Tag hinter mir lassen. Schöne Fotos dokumentieren diese kleine Insel der Glückseligkeit.

Abends hat SIE noch einen Termin, während ich 2 Stunden lang mal wieder das Sofa genieße, das mittlerweile ihr absolutes und unangefochtenes Hoheitsgebiet ist. Als SIE abends nach Hause kommt, meine ich die Rückkehr ihrer Dämonen zu riechen. Noch versteckt unter einem Lakritzbonbon, doch insgeheim erwarte ich sie zurück. SIE kümmert sich nach einem langen Tag noch ums Essen und möchte gar nicht, dass ich ihr helfe. So verbringt SIE ungefähr eine halbe Stunde allein in der Küche und dann sind sie wieder voll da, ihre Dämonen. Fast eine ganze Einheit innerhalb dieser kurzen Zeit. Das Ergebnis: SIE wankt, SIE schwankt, SIE ist nicht SIE selbst. Mein Geruchssinn hat mich also nicht getäuscht. Leider. Wir essen noch zusammen, gehen mit dem Hund raus, danach sackt SIE auf dem Sofa zusammen und fällt in einen unruhigen Schlaf.

Heute vormittag habe ich frei. SIE ist noch nicht wieder SIE selbst. SIE weckt mich, legt sich neben mich, ist aber eher erschrocken, dass mich dies sexuell erregt. Ich hatte gar nicht vor, ihr das zu zeigen, aber SIE zieht meine Decke weg. Als wäre es ein Scherz, verzieht SIE angewidert ihr Gesicht und verlässt den Raum. Ihr Interesse an mir ist deutlich geringer, als an ihren Dämonen. Nachdem ich fertig geduscht habe, liegt SIE wieder auf dem Sofa und schläft. Ich vertreibe meinen freien Vormittag und wecke SIE dann, als ich gehen muss.

Ein halber Tag im Büro. SIE hat auch einen Termin und ist eine knappe Stunde vor mir zuhause. Mehr als genug Zeit… Ich komme nach Hause, gebe dem Hund Wasser (der Napf ist ganz leer) und SIE kommt mit leerem Blick auf mich zugeschlurft. Ich nehme SIE in den Arm und kann einen traurigen Blick wohl nicht verbergen. Angewidert von diesem Gesichtsausdruck geht SIE wortlos ins Wohnzimmer. Als ich es erreiche, liegt SIE wieder auf dem Sofa und hat die Augen geschlossen. Es geht wieder los. Und ich kann nur hoffen, dass es nicht zu heftig wird. In dem ausgeblendeten Monat gab es mehrere Tage am Stück, die genau so verliefen. Tage, in denen ich mit meinen Gedanken allein war. Momente, in denen ich ernsthaft denke, dass SIE mich und meine Liebe und meinen Optimismus mit aller Macht brechen will.

Gestern, noch aufgeladen mit Optimismus durch den Zoobesuch, als ich mit ihr, dem Hund und ihren Dämonen draußen war, frage ich SIE, ob SIE vielleicht Ideen oder Pläne hat, die Dämonen in den Griff zu bekommen. SIE sagt nur, dass SIE das jetzt nicht besprechen will. Ich weiß nicht genau, was "jetzt" bedeutet. Will SIE es nicht besprechen, solange SIE unter dem Einfluss ihrer Dämonen steht? Wenn dem so ist, dann hat SIE vorgesorgt, denn SIE hat es sich mit ihren Dämonen gemütlich gemacht, noch bevor ich zuhause war. Selbst wenn ich wollte, jetzt gerade gibt es nichts mehr zu besprechen. Mir steht ein Abend bevor, an dem ich zwar körperlich nicht allein bin, aber irgendwie doch. Mein Platz ist auf dem Sessel neben ihrem Sofa und ich kann mir gleich die Fernbedienung aus ihren Fingern holen. Und morgen? Ich weiß es nicht, aber ich befürchte das Schlimmste. Und nächste Woche? Nächsten Monat? Nächstes Jahr? Ich bekomme wieder Beklemmungen, wenn ich daran denke.

Ereignisse, wie unser Besuch im Zoo sind kleine Ausblicke, auf die Zeit, wie sie mal war und wie ich sie mir dauerhaft wünsche. Eine Zeit, in der SIE freudestrahlend meine blaue Kapuzenjacke annektiert hat, weil SIE der Geruch an mich erinnert. Aber Ausblicke sind wie Oasen in der Wüste. Entfernt man sich von der Oase, dann erwartet einen wieder ganz viel Sand und Hitze. Und ich verdurste gerade, denn meine Oasen werden immer seltener und kleiner. Ich will dauerhaft in einer Oase leben. Ich will mit ihr in einer Oase leben. Und das müssen gar keine Zoobesuche sein. Die eigentliche Attraktion waren nicht die Elefanten, die Löwen oder die Tiger, nein, SIE war es. Die unternehmenslustige, pure und nüchterne SIE. Die SIE, in die ich mich verliebt habe, die mich aber nur noch selten besucht. Ich wünsche mir nur, dass wir glücklich zusammen sind. Ohne Dämonen. SIE und ich. So, wie dieser Blog heißt. Ist das zu viel verlangt? Habe ich das nicht verdient? Mit kommt dieser Wunsch gleichermaßen bescheiden, wie schwer erreichbar vor.

Der "berühmte" blaue Kapuzenpulli (der schon in 2 Einträgen eine Rolle spielte) liegt in unserer gemeinsamen Wohnung mittlerweile in der Ecke. Mir passt er nicht mehr wirklich und ihr bedeutet er scheinbar nichts mehr. Es tut mir weh und ich will es eigentlich auch nicht sagen, aber irgendwie fühle ich mich wie dieser Pulli. Zwar noch da, aber irgendwie abgelegt. Ein schlechtes Gefühl und ich hoffe, dass ich mich täusche. Bevor ich noch tiefsinniger und vielleicht abwegiger werde, höre ich mal auf mit Schreiben. Die Fortsetzung wird heute Abend in meinem Kopf stattfinden. Besser ablenken. Bis zur nächsten Oase. Mal schauen, womit…
11.3.14 20:06


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