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We'll be fine

Gestern habe ich etwas gemacht, was ich noch nie gemacht habe: ich habe eine halbe Einheit ihrer Dämonen entsorgt. Mit nie meine ich nicht nur unsere Beziehung, sondern wirklich nie. Keine meiner Ex-Beziehungen hat mich jeweils so weit gebracht so etwas oder etwas in der Art zu tun. SIE spricht mich darauf an. Wie ich denn dazu komme, so etwas zu tun. In dem Moment fällt mir keine passende Replique ein, doch die Situation schwebt seither in meinem Kopf. Was SIE scheinbar nicht versteht: ich will das nicht tun. Ich habe überhaupt kein Interesse daran, SIE zu kontrollieren oder mich an ihrem Eigentum zu vergehen. Im Moment würde mich nur wenig glücklicher mache, als mich gar nicht mit so etwas befassen zu müssen.

Was ich ihr entgegne: "Ich würde mir wünschen, dass du wenigstens die richtige Richtung einschlägst. Wie steil du diesen Weg wählst, ist erst mal nebensächlich." Goldener kann keine Brücke sein aus meiner Sicht. Dass es bergauf geht würde mir Hoffnung verschaffen. Jeder konsumierte Dämon nimmt mir ein Stück Hoffnung. Doch SIE lässt diese goldene Brücke aus. SIE hat zwar meinen letzten Eintrag kommentiert und dort geschrieben, dass SIE mit ihren Dämonen kämpft, doch ich habe den Eindruck, dass SIE gar nicht mehr kämpft. SIE nimmt nicht mehr ihre Termine wahr, die ihr helfen könnten, lässt sich immer mehr gehen.

Was allerdings in meinem Kopf rumspukt (und was wohl die bessere Antwort gewesen wäre): "Wie kommst du dazu, mich so weit zu bringen?". Ich will das nicht. Es hat knapp 10 Monate gebraucht, mich dazu zu bringen. Eine stete Abwärtsspirale. Es ist noch gar nicht lange her, da hat SIE zumindest noch gekämpft. Gestern zeigte auch ein Flehen von mir keine Wirkung. "Und was würde es bringen, wenn ich dich von ganzem Herzen darum bitte, dir keinen Ersatz zu kaufen?". "Das würde nichts ändern" ist ihre kurze Antwort.

Als Ausgleich "darf" ich ihr dann neben Lebensmitteln für uns auch eine volle Ersatzeinheit ihrer Dämonen kaufen. SIE landet auf dem gleichen Band wie die Lebensmittel, wie selbstverständlich von ihr dort platziert. Super Tausch! Ich habe ihr noch nie Dämonen gekauft, gestern Abend war es das erste Mal. Zum Dank verschläft SIE den Abend völlig, das Abendessen (für das die Lebensmittel gedacht waren) fällt ins Wasser. Da SIE ab 18 Uhr schläft, ist SIE natürlich nachts wieder wach, doch ich bin noch im Wohnzimmer. SIE überredet mich ins Bett zu gehen und als ich fast eingeschlafen bin, schleicht SIE wieder aus dem Schlafzimmer. Ich weiß nicht, ob ich recht habe, aber es fühlt sich link an. SIE will in Ruhe auf dem Sofa liegen und sich um den Rest ihrer Dämonen kümmern. Zumindest denke ich das. Und so ganz unrecht habe ich nicht, denn Morgens ist der Rest weg. Jetzt ist es noch nicht mal 12, wir hatten kein gemeinsames Frühstück und SIE schläft wieder auf dem Sofa.

Jeder konsumierte Dämon (die gleiche Substanz ist für mich kein Dämon, doch aus Solidarität verzichte ich schon seit Monaten darauf, doch das macht für SIE keinen Unterschied mehr) raubt mir nicht nur Hoffnung, sondern fühlt sich für mich so an wie ein mit Vollgas gefahrener Meter in Richtung einer Mauer. Mit jedem Rausch kommen wir dieser Mauer näher. Die normale Reaktion wäre wohl in die Bremse zu treten, doch nicht für SIE. SIE scheint dringend auszuprobieren wollen, was passiert, wenn das Dämonen-Vehikel auf die Mauer prallt. Und ich bin der Beifahrer, der versucht zu bremsen. Ich weiß selbst nicht, was passiert, wenn wir auf die Mauer prallen und will es eigentlich auch nicht ausprobieren, doch ich habe das unbestimmte Gefühl, dass der Einschlag näher und näher kommt. Und dass er ungebremst sein wird. SIE kämpft nicht mehr, auch wenn SIE anderes behauptet.

Schatz, willst du Jemanden haben, dem das egal ist? Der vielleicht noch mit aufs Gas steigt? Das kann und will ich nicht glauben, zudem du ja schon mal Jemanden hattest, der das (und andere unaussprechliche Dinge) getan hat. Bitte registriere, dass ich schon beim Flehen angekommen bin. Ebenfalls eine Sache, die ich noch nie getan habe. Beweis mir doch mal, dass ich dir nicht so egal bin, wie ich es mittlerweile glaube. Hab Vertrauen zu mir und lass dich wieder auf den Kampf mit deinen Dämonen ein. Wähle den unbequemen und unangenehmen Weg. Du musst ihn auch nicht allein gehen.

Musik ist mir wichtig, wie du weißt. Mein Mixtape an dich nach unserem ersten Treffen war nur der Anfang. Hier ein Song, der "unser" Song werden könnte. An den wir uns zurückerinnern, wenn WIR deine Dämonen besiegt haben. Ein Song, der mir viel bedeutet. Mehr als "Demons" von The National. Denn er enthält die Hoffnung, die ich auch noch habe und mir so krampfhaft zu bewahren versuche. Don't worry bout us. We'll be fine...



You've got a dark side, that I can give no light.
Consider this my blessing, this is your dance.
I've got an answer, but I'm sure that it's not right.

We all have a dark side
That is ours and ours alone
Crawl out of that hole and scream
Damn, damn it all!

Don't worry bout us, we'll be,
Don't worry bout us we'll be fine...
19.1.14 12:07


Down with her demons

Es gibt ein schönes Stück Musik der tollen Band The National. Sie haben dieses Jahr die Musikwelt mit einem wunderbaren Album bereichert, dessen zweiter Song mich an unsere Situation erinnert. Demons heißt er und ist - ganz wie bei The National üblich - eher melancholisch bis traurig geprägt. Ich habe für diesen Blog die Umschreibung "Dämonen" gewählt bevor der Song veröffentlicht wurde und als ich ihn das erste Mal hörte, habe ich ihn mit ihr verknüpft (auch wenn er außer dem Titel inhaltlich keinen Bezug zu uns hat). Auch weil die Stimmung des Albums gut zu meiner passt, wenn die Dämonen SIE mal wieder beherrschen.



Jetzt gerade höre ich ihn wieder. Wieso? Heute morgen sagt SIE mir, dass SIE die einzig professionelle Hilfe, die ihr im Kampf gegen ihre Dämonen zur Verfügung steht, nicht aufsuchen wird. Es handelt sich dabei um wöchentliche Termine und SIE hat gute Gründe, doch so ganz wohl ist mir dennoch nicht dabei. Hatte ich zwischenzeitlich noch den Eindruck, dass ich ihr helfen konnte, so hat sich dieser mittlerweile verflüchtigt. So sehr ich es auch will, so sehr ich es auch versuche: ich komme gegen die Dämonen nicht an. Aber ich sage ihr, dass ich ihre Entscheidung unterstütze. Dass ich bei ihr bin. Dann verlasse ich die Wohnung und fahre ins Büro.

Nach dem Gespräch heute morgen bin ich guter Dinge. Ich vermute zwar, dass SIE den Termin heute wirklich nicht wahrnimmt (ich bitte SIE dies zumindest noch mal zu überdenken), aber ich bin trotzdem guter Dinge. Dass es ein guter Tag wird. Wie ich es erwarte schreibt SIE, dass SIE zuhause bleibt. Kein Problem. Ich arbeite und schreibe ihr nebenbei immer wieder. Bis SIE mich um um kurz vor 3 darüber informiert, dass SIE sich ihren Dämonen hingeben wird. Ich bin einigermaßen überrascht (really?) und enttäuscht. SIE beginnt diese Ankündigung mit einem "Ich weiß nicht…" und ich verstehe dies als Aufforderung positiv auf SIE einzuwirken. Ich tue dies und SIE antwortet nicht. Ich frage, ob SIE noch da ist. Ist SIE. Mehr kommt nicht. Ich beginne SIE zu bitten es zu lassen. Keine Antwort. Kein Wunder: während ich noch versuche auf SIE einzuwirken war SIE schon unterwegs, um sich mit Dämonen zu versorgen.

Jetzt bin ich wirklich enttäuscht. Ich sage ihr, dass ich davon ausgehe, dass ich SIE abends nicht mehr sehen werde. Entweder ist SIE kaum noch SIE selbst oder SIE wird auf der Couch liegen, schwer atmen oder schnarchen und die Dämonen in ihrem Körper verarbeiten. SIE antwortet lapidar. "Ja, das wird wohl so sein." Wieder einmal wird mir deutlich, dass ich ihr egal bin. In diesem Moment bin ich absolut nebensächlich. SIE hat sich entschieden sich selbst zu schaden und ob es mich gibt oder nicht macht keinen Unterschied. Das schmerzt, denn SIE ist mir nie egal. Und ich merke einmal mehr, dass ich SIE nicht erreiche.

Meine Freude nach Hause zu ihr zu kommen ist merklich gedrosselt. Weil SIE nicht SIE selbst sein wird. Oder SIE wird gar nicht anwesend sein geistig. Und so ist es dann auch. Kein Wort, nur der Hund begrüßt mich an der Tür. Ich sitze still neben ihr, schaue Fernsehen, spiele ein Videospiel und irgendwann wacht SIE auf. Na ja, ob SIE aufwacht kann man gar nicht so sagen. SIE erhebt sich, um eine halbe Zigarette zu rauchen, schaut mich dabei verwirrt an. Wir wechseln ein paar Worte und SIE legt sich wieder hin. So geht der Abend weiter. Kein Wunder, denn in den 3 Stunden zwischen unserer Diskussion in Skype und meinem Nachhausekommen hat SIE mehr als eine Einheit ihrer Dämonen intus. Eine Menge, die ich überhaupt nicht konsumieren könnte und die mir ernsthaft schaden würde, wenn ich es probieren würde. Irgendwann geht SIE ins Bett und das war es dann für den Abend, der vielleicht aus 10 gesprochenen Worten bestand.

Der nächste Morgen: SIE ist wie fast immer vor mir wach. Wie lange weiß ich nicht. Als ich aufstehe ist SIE wieder oder immer noch (ich tippe auf wieder) ihren Dämonen verfallen. Ich gehe halbwegs bedrückt duschen und als ich wiederkomme liegt SIE wieder so auf dem Sofa, wie ich SIE am Abend zuvor gefunden habe. SHE is down with her demons. Again.
10.1.14 10:18


Keine Termine

Zunächst einmal vorweg: SIE hat die letzten Einträge dieses Blogs doch gelesen und sie waren ihr zu nah dran. Zu viele Details, sagt SIE. Weil ich niemals vorhatte, SIE damit zu kompromittieren habe ich sie kurzerhand gelöscht. Einiges, was ich in diesen Einträgen geschrieben habe, wird quasi hiermit revidiert.

Nach einem dämonenfreien Sonntag wachen wir gemeinsam zum unnachgiebigen Klang meines Weckers auf. SIE liegt neben mir und hat durchgeschlafen. Wenn SIE sich ihren Dämonen hingibt schläft SIE tagsüber (und Abends wenn ich nach Hause komme) oft und ist dann dafür nachts wach. Und oft früh morgens mit dem Organisieren von Nachschub beschäftigt. Heute nicht. Mein Wecker klingelt, ich gehe verschlafen ins Bad und SIE schläft sogar weiter. Es ist schön neben ihr aufzuwachen.

SIE ist schön klar und bei Sinnen und darüber freue ich mich. Mir graut es, der freien Zeit Lebewohl zu sagen und wieder ins Büro zu müssen, aber immerhin geht es ihr gut. Irgendwann verabschiede ich mich und wir küssen uns. Eines brennt mir noch auf der Seele. Ich frage SIE, ob SIE heute wieder "Zuflucht" bei ihren Dämonen suchen will. SIE schaut mich an, zieht die Schultern entschuldigend hoch und sagt: "Na ja, ich habe keine Termine heute." Das war also ein "ja". Das ist mittlerweile ihre Normalität, aus der SIE nur durch Termine herausgerissen wird. Ich hätte es mir denken können, bekomme nur ein recht kleinlautes "Ich würde mir wünschen, wenn du deine Dämonen heute weglassen würdest." heraus und dann bin ich weg und überlasse SIE ihrem Alltag.

SIE sagte mir mal, dass die Dämonen SIE besser schlafen lassen. Irgendwie möchte ich da widersprechen, denn heute hat SIE gut geschlafen. Es geht ihr gut sagte SIE nach dem Aufstehen. Trotzdem wird SIE sich heute benebeln. Ich müsste mich schwer täuschen, wenn SIE nicht schon benebelt wäre jetzt um kurz nach 2. Ich hoffe, ich täusche mich. Vielleicht kommt SIE meiner Bitte ja auch nach. Ich wünsche es mir sehr. Dass nicht mehr die Dämonen ihre Normalität sind, sondern die Ausnahme. Wünsche darf man ja haben, aber der Glaube ist ein anderes Thema. Um ihn war es schon mal besser bestellt, aber noch glaube ich daran...
6.1.14 18:02


Schneller als gedacht

Hallo, Blog. Wir sehen uns schneller wieder als gedacht. Ich hätt nicht gedacht, dass ich so schnell wieder Gelegenheit habe, mich an meinem Rechner auszutoben. Immerhin steht ein Wochenende vor der Tür und wie angekündigt habe ich mir das Spiel gekauft. Da kann doch eigentlich keine Zeit bleiben, um den zweiten Eintrag heute zu schreiben, oder? Doch, es kann. Leider.

Den Tag heute habe ich, wie immer, im Büro verbracht. Ich halte dabei Kontakt via Skype zu meiner Liebsten, doch der Morgen hat schon nicht besonders gut begonnen. Ich bin noch nicht mal geduscht, da wird der Rausch vom Abend zuvor kurzerhand verlängert. Dabei hat SIE mir versprochen, dies nicht zu tun. Na ja, was interessiert mich mein Geschwätz von gestern? Oder SIE vielmehr. Ich muss dann auch los und ich fiebere einem schönen Wochenende und dem Spiel entgegen (jaja, ich weiss, ich schreibe auffällig oft davon). Irgendwann schreibe ich SIE an. "Was machst du gerade?" Die Antwort lässt mich rätseln: "mhs gerat". Auf meine Nachfrage "mhs?" kommt noch ein nicht viel Aufschlussreicheres "mhs Gluck amschorbeideten". Das heißt bestimmt nichts Gutes. Obwohl ich mich im Moment von Wochenende zu Wochenende hangele und die eine freie Woche zwischen Weihnachten und Neujahr herbeisehne, habe ich plötzlich keine große Lust mehr nach Hause zu kommen. Schnell fahre ich in einen Elektromarkt, um mir das Spiel zu holen und fahre dann doch nach Hause.

SIE liegt auf dem Sofa in einer merkwürdigen Haltung, den Kopf auf ihrer Hand aufgestützt schnarcht SIE wild. Den Rechner noch vor sich aufgeklappt und mein Skype-Fenster geöffnet. Vor der Couch liegt der Inhalt des Aschenbechers. Schlagartig bin ich noch deprimierter. Kein Gedanke mehr an meinen Seelenbalsam, den ich gerade noch so fiebrig gekauft hatte. Ich sitze über eine Stunde neben ihr und höre ihren schweren Atem. Ich weiß gar nicht, ob ich möchte, dass SIE aufwacht. Ich befürchte, dass SIE kaum noch SIE selbst ist. Nach einer Stunde bekomme ich Beklemmungen. Ich will nur noch raus. Ich rufe einen Freund an, ob er vielleicht ne Stunde Zeit hat. Hat er leider nicht. Trotzdem: ich springe in mein Auto und besuche stattdessen meine Mutter außerplanmäßig. Etwas gesunde Normalität tanken. Auf dem Weg hole ich mir einen Döner (gegessen hatte ich den ganzen Tag kaum etwas) und unterhalte mich mit meiner Mutter, das ist mein Freitag Abend.

So gegen halb 11 bin ich dann wieder zuhause. SIE liegt immer noch auf dem Sofa und schnarcht heftig, aber war wohl kurz wach. SIE hat sich umgedreht und den Laptop geschlossen. Ich öffne meinen wieder und schreibe diese Zeilen nieder. SIE und ihre Dämonen verlangen mir ganz schön etwas ab, ich bin am Ende meiner Kräfte. Ich überlege, ob ich das Spiel zumindest noch anspielen soll, aber meine derzeitige Verfassung wird dem Spiel nicht gerecht. Morgen vielleicht...
30.11.13 00:01


Was ist schon normal?

Nachdem es am Freitag wieder bergauf geht mit ihr, steigt auch meine Laune. Ich freue mich immer noch wie ein Schnitzel auf das neue Super Mario-Spiel, aber noch mehr freue ich mich, SIE wieder bei mir zu haben. Ganz pur und unverfälscht. SIE schlägt vor zu backen und ich bin von dieser Idee hellauf begeistert.

Der Samstag Morgen beginnt mit einem gemeinsamen Frühstück und es macht Spaß mit ihr zu reden. SIE ist ein ungemein angenehmer, weil liebevoller und intelligenter Gesprächspartner. Ein guter Start in den Tag mit frischen Brötchen und heißem Kaffee (den Kaffee gibt es nur für mich). Danach planen wir welche Kekse wir backen sollen und was wir uns über das Wochenende zu Essen machen. Ein Einkaufszettel wird geschrieben und wir gehen einkaufen. Gegen Nachmittag werden leckere Zimtkekse gebacken und die ganze Wohnung duftet nach dem vielleicht weihnachtlichsten Gewürz überhaupt. Auch der Abend wird herrlich unspektakulär auf der Couch vor dem Fernseher verbracht. SIE ist neben mir und zwar pur und unverfälscht.

Am Sonntag besuchen wir ihre Eltern, weil ihr jüngerer Bruder Geburtstag hat. Es ist ein richtig schöner Nachmittag mit Kaffee und Kuchen, Gesellschaftsspielen und guter Stimmung.

Was vielleicht klingt wie der Inbegriff eines spießigen und miefigen Wochenendes genieße ich in vollen Zügen! Es ist die Art von Normalität, die ich uns dauerhaft wünsche. Natürlich können und sollten wir auch mal Außergewöhnliches unternehmen, doch zuallererst wünsche ich mir eine "normale" Beziehung mit ihr. Mir ist schon klar, dass "normal" ein dehnbarer und nicht besonders passender Begriff ist, aber dennoch sehne ich mich danach. Aus gutem Grund, denn nach diesem schönen Wochenende, das sich wie eine frische, zimtige Brise anfühlt, geht es am Montag wieder mit dem dämonengetränkten Alltag weiter. Dieser zieht sich in den Dienstag hinein, was zur Folge hat, dass unser gemeinsamer Spanischkurs wieder ausfällt und wir uns mal wieder aussprechen. Das Problem dieser Aussprachen ist aber, dass wir sie führen, während SIE noch im Banne ihrer Exzesse steht. Dies lässt mich oft an der Nachhaltigkeit zweifeln.

Die Aussprache trägt SIE durch den Mittwoch, doch am Donnerstag ist es schon wieder vorbei damit. Jetzt ist Freitag, ich sitze im Büro und sehne mich nach 2 Dingen (und zwar in dieser Reihenfolge): ein normales Wochenende (das nicht unbedingt am Montag direkt beendet wird) und dem neuen Super Mario - Spiel, das ich mir gleich holen werde. Mario hin oder her, ich brauche ein Licht am Ende des Tunnels. Wir beide brauchen das. Ich bin mir gerade nur nicht sicher, ob wir uns auf dieses Licht zubewegen oder davon weg.
29.11.13 13:34


Eskapismus

Ich bin ein großer Fan von Nintendo. Dieser Hard- und Software-Hersteller hat mich beim Aufwachsen begleitet und mir so manch spaßige Stunde beschert. Denke ich an Mario, Link und co., dann denke ich an eine Zeit ohne (oder zumindest nur nichtige) Probleme. An eine Zeit, in der ich weit entfernt von Sex und Frauen war (das ist bestimmt die Kehrseite meiner Nintendo-Faszination), aber eine gewisse Sorglosigkeit leben konnte.

Die letzte Woche mit ihr ist ziemlich schwierig. Ich komme abends nach Hause und SIE ist angeschlagen von ihren Dämonen. Ich verbringe den Abend mit der verschwommenen Ausgabe von ihr und gehe ins Bett. Ich wache morgens auf und SIE ist immer noch nicht (oder schon wieder nicht) SIE selbst. Tageszeiten gehen ineinander über in einen durchgehenden Rausch, den ich von Außen begutachten kann / muss. Das belastet mich sehr. Mein Vater hatte eine Zeit lang mit ähnlichen Dämonen zu kämpfen. Ich will das gar nicht miteinander vergleichen und ich kann auch nicht sagen, ob mich diese Tatsache besonders empfindlich gemacht hat, oder ob ich "dank" dieser Erfahrungen besser mit ihren Dämonen umgehen kann. Fakt ist, dass mir die letzte Woche schon ziemlich an die Nieren ging. Insbesondere die Erkenntnis, dass SIE alles ihren Dämonen unterordnet ist erschreckend. Am Dienstag war unser Spanisch-Unterricht egal, am Mittwoch verbringe ich unseren Jubiläumstag mit der verwaschenen Version von ihr und am Donnerstag wird ihrer Therapeutin kurzerhand abgesagt.

Und am Freitag geht es wieder bergauf. Dafür muss es ihr aber erst mal richtig schlecht gehen. Die Exzesse der letzten Tage fordern ihren Tribut und es geht ihr schlecht. Aber immerhin kommt SIE langsam zu sich und wird wieder zu der konzentrierten Version ihrer selbst, die ich so sehr liebe. Diese Woche aber, in Verbindung mit beruflichem Druck erzeugt bei mir Fluchtgedanken. Und zwar Flucht in andere, einfachere (Schul-)Zeiten. In Zeiten, die ich mit Spielen von Nintendo verbracht habe. Spiele, die einfach nur unterhalten wollen. In einer Zeit, in der Videospiele immer realistischer, zynischer, brutaler werden, sehne ich mich mit meiner angeschlagenen Seele nach den positiven Spielen meiner Kindheit / Jugend zurück.

Nun bin ich eigentlich kein großer Nostalgiker und ich weiß auch, dass ich nicht zurück in die Zeit reisen kann. Außerdem will ich SIE ja auch nicht verlieren und wieder als pubertierender Junge vor einem Röhrenfernseher sitzen. Für diese, ganz speziellen Nöte ist aber Abhilfe in Aussicht. Ein neues Spiel mit Mario, dem Klempner meines Vertrauens. Es kommt in wenigen Tagen heraus und ich kann es gar nicht erwarten, es in meinen Händen zu halten. Ich spare schon dafür. Und ich bin mir sicher, dass es mir gut tun wird in die brillante, wie positive Spielwelt einzutauchen und mir etwas Seelenbalsam einzuverleiben. Das Spiel ist hervorragend dazu geeignet zu Zweit gespielt zu werden und ich weiß, dass SIE etwas Seelenbalsam auch gut gebrauchen kann. Ich werde mich bemühen, mir dieses Spiel so schnell wie möglich zu besorgen und uns etwas davon verordnen. Ich weiß, dass es keine Probleme lösen wird, aber alles was uns gemeinsam gut tut, ist herzlich willkommen.
26.11.13 17:24


Back with a bang

Sieben Wochen ohne Dämonen. Die letzten Blogeinträge entstanden in dieser Zeit und ich hätte noch mehr (durchweg positive) Einträge machen können. Wir haben einen Spanisch-Kurs angefangen. SIE wusste, dass ich schon immer so etwas machen wollte und so schlägt SIE mir spontan vor, dass wir uns bei der örtlichen VHS anmelden. Den ersten Kurs (von leider nur 6) hatten wir in diesen 7 Wochen. Außerdem haben wir ein mit mir befreundetes Pärchen getroffen, das ich ewig nicht mehr gesehen habe. Sie waren (völlig zu Recht) von ihr begeistert. Auch wenn SIE anfangs ziemlich angespannt war, hatten wir einen richtig schönen Abend. Außerdem ist SIE in dieser Zeit aktiver geworden: SIE hat ihre regelmäßigen Termine wieder wahrgenommen, sich bei einem Fitness-Studio angemeldet und sogar meine Waschmaschine angeschlossen (ich berichtete). Diese 7 Wochen waren wunderbar, auch wenn sie ein wenig waren wie ein sehr gutes Basketballspiel (also beinahe körperlos), habe ich diese Zeit mit ihr sehr, sehr genossen.

Nur hatte diese Zeit ein Ablaufdatum, denn SIE hat die Dämonen nicht aus eigenem Willen verbannt, sondern weil SIE es musste. Am letzten Donnerstag erfährt SIE, dass SIE die Klausur, vor der SIE so viel Angst hatte mit Bravour bestanden hatte und am nächsten Tag war es soweit: der Zwang war vorbei. Am Freitag Morgen hat SIE deswegen und wegen ihrer bestandenen Klausur eine ganz tolle Laune. Ich dusche, um danach zur Arbeit zu fahren und SIE besucht mich im Bad, während ich mir die Haare wasche und verwöhnt mich sehr uneigennützig. Nach der ganzen Zeit ohne Körperlichkeit fühlte sich das ganz wunderbar an. Mit einem absoluten Hochgefühl fahre ich zur Arbeit. Leider ändert sich dies im Büro. Irgendwann schreibt SIE mir, dass SIE wieder ihren Dämonen verfallen ist. Ich hatte sowas befürchtet, aber gehofft, dass SIE erkennt, wie gut ihr die 7 Wochen getan haben. Leider habe ich mich da sehr getäuscht, denn SIE gibt Gas, als gäbe es kein Morgen mehr. Ich komme nach Hause und um es kurz zu machen: das ganze Wochenende erlebe ich SIE nicht mehr pur. SIE gibt sich ihren Dämonen so intensiv hin, als würde SIE die letzten Wochen nachholen wollen.

Teilweise ist SIE nicht ansprechbar und ich hatte diese Exzesse verdrängt, so treffen sie mich doppelt schwer. Den Sonntag verbringe ich länger als gewöhnlich bei meiner Mutter, weil mir das hilft mal etwas rauszukommen. So habe ich eine kurze Pause davon die Frau, die ich so sehr liebe und deren Geist und Intellekt ich die letzten 7 Wochen pur und unverdünnt genießen konnte, weggetreten und nicht mehr Herr ihren psychischen und physischen Kräfte zu sehen. Apropos Mutter: an diesem Tag hat ihre Mutter Geburtstag und wir waren eigentlich zum Frühstück eingeladen, doch SIE gibt ihren Dämonen den Vorzug.

Am Montag, nach einem gebrauchten Wochenende endet dieser Exzess aber nicht, nein kurz bevor ich ins Büro fahre, lügt SIE mir ins Gesicht und ich weiß, dass das Dämonenwochenende kurzerhand um den Montag verlängert wird. Zum zweiten Spanisch-Termin am Dienstag Abend ist SIE wieder halbwegs fit (auch wenn SIE ziemlich in den Seilen hängt), dafür reisst SIE sich kurzfristig zusammen. Die Folgetage sind dann wieder dämonengetränkt. Ich bin an jedem Tag im Büro, kann von dort nicht viel ausrichten. Ob es etwas ändern würde, wäre ich zuhause bezweifle ich im Moment aber. Obwohl ich selbstständig bin und an meinem absoluten Wunschprojekt arbeite, ist es im Moment eine schwierige Zeit im Büro und ich freue mich eigentlich auf Feierabende und Wochenenden, die ich mit ihr verbringen kann. Heute, am Freitag komme ich ziemlich abgespannt nach Hause und SIE begrüßt mich sehr wankend und mit einem gelallten "Hallo". Ich bin sehr enttäuscht und schicke SIE auf unser Sofa. SIE ist wieder so von ihren Dämonen gezeichnet, dass fast nichts von ihrem hellen, wunderbaren und messerscharfen Geist übrig ist. Es tut mir weh, SIE so zu sehen. Ich überlege kurz, SIE so zu filmen, um ihr die Aufnahmen später zu zeigen, aber ich bringe es nicht übers Herz SIE so (vor sich selbst) bloßzustellen. Stattdessen warte ich, bis SIE sich mit einem leisen Grunzen in die Horizontale begibt und sitze nun an meinem MacBook, höre Musik über kleine Kopfhörer und schreibe diese Zeilen. Die Hoffnung auf ein schönes Wochenende habe ich schon bei dem genuschelten "Hallo" im Flur aufgegeben.

Ich hatte gehofft, dass die beschriebenen 7 Wochen eine Ausblick auf bessere, zukünftige Zeiten wären, aber stattdessen kamen ihre Dämonen mit besonders großer Wucht zurück. Ich würde SIE gern unterstützen, diese Dämonen hinter sich zu lassen, aber ich weiß, dass SIE es gar nicht will. SIE hat nicht erkannt, was SIE sich und den Menschen, die an ihr hängen damit antut und so lange kann ich nur bei ihr sein, versuchen ihr beizustehen und hoffen, dass ihr nichts zustößt. Ich höre nun mal lieber mit dem Schreiben auf, bevor es zu trostlos wird. Vermutlich spricht die Enttäuschung noch aus mir. Ich werde nie müde, zu schreiben, dass SIE ein so wunderbarer Mensch ist, der die ganzen Probleme und Dämonen nicht verdient hat, aber ich möchte hinzufügen, dass ich auch ein ganz guter Mensch bin, der SIE verdient hat. Und zwar die pure, wundervolle und wertvolle Variante, die ich mal wieder 7 Wochen am Stück genießen durfte und in die ich mich jeden dieser Tage wieder und wieder verliebt habe.
15.11.13 21:48


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