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Was so passiert ist

Lange hab ich nichts mehr geschrieben hier. Nein, wir haben uns nicht getrennt. Ich hatte einfach keine Energie mehr dafür. In der Zwischenzeit ist viel passiert, aber es hat sich nichts geändert.

Es gab ganz schlimme Wochen, in denen ich spät von der Arbeit nach Hause kam und SIE war schon nicht mehr SIE selbst. Und das teilweise 5-6 Tage die Woche. Gefolgt wurde diese Zeit von einem Hoffnungsschimmer in Form von professioneller Hilfe. Doch der erhoffte Effekt blieb aus, denn SIE gab sofort zu verstehen, dass SIE das nur für mich und Verwandte macht, nicht für sich selbst. Dann gab es fast direkt im Anschluss einen wirklich nötigen und schönen Urlaub. Die Dämonen blieben zu Hause und zwar die ganze Woche. Eine Woche, in der ich von einer gesunden gemeinsamen Zukunft träumen konnte und zwar zusammen mit würziger Seeluft, viel Sonne und "normaler" Zweisamkeit.

Danach schlugen die Dämonen aber ungerührt wieder zu. Wir kamen an einem Samstag zurück und die Dämonen auch. Auch der Sonntag war fest in deren Hand. Ich habe immer noch nicht aufgegeben und so versuche ich immer noch positiv auf SIE einzuwirken. Dies wurde mir mit Dingen gedankt, die zwar im dämonisierten Zustand gesagt wurden, aber zweifelsohne so gemeint waren. Das darauf folgende Wochenende war das zurückliegende und ging so weiter wie das zuvot.

Zu den schlimmsten Dingen, die SIE mir an den Kopf geworfen hat gehört Folgendes:

1.) Wenn wir nicht mehr zusammen wären, dann "müsste" SIE nicht mehr zu meiner Mutter fahren.

Meine Mutter hat SIE unglaublich in ihr Herz geschlossen. SIE hat ihr sogar zu Weihnachten ein Familienerbstück geschenkt und davon haben wir wirklich nicht viele. Meine Mutter ist im Moment aber ziemlich schlecht zurecht und daher auf unsere Hilfe angewiesen. SIE hat mich dabei eigentlich immer gut unterstützt, aber die Art und Weise, wie SIE das gegen mich (eigentlich gegen mich und meine Mutter) eingesetzt hat, hat mich sehr verletzt.

2.) Der Sex mit mir macht keinen Spaß weil ich zu fett bin.
Das mag sogar stimmen. An meinen Fähigkeiten als Liebhaber habe ich sowieso immer gezweifelt. Zu unförmig und zu massig ist mein Körper und so richtig gut bestückt bin ich auch nicht. Aber auch so etwas bekommt man nicht gern gesagt, wenn es mir eigentlich nur darum geht, SIE von ihren Dämonen loszubekommen. Wahrscheinlich wollte SIE mich damit "nur" verletzen, um mich ruhig zu stellen, aber ich gehe davon aus, dass SIE genau das denkt.

3.) SIE ist meine einzige Chance eine Beziehung zu führen

Anders formuliert: ich bekomme sonst keine ab. Ich dachte erst, ich hätte mich verhört. Auf Nachfrage bestätigte SIE dies und wurde konkreter. Mein Interesse an Videospielen und Filmen macht mich (offensichtlich) völlig unattraktiv. Um dies zu unterstreichen zeigte SIE mit ausladender Geste auf eine Wand in meinem Wohnzimmer (4 schmale Schränke gefüllt mit Blu-Rays und ein Fernseher befinden sich dort). Auch dies sagte SIE in dem Moment nur um mich zu verletzen. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass SIE das auch genau so sieht. SIE oder keine. Das erklärt auch, dass SIE mit jedem Dämonenexzess unsere Beziehung aufs Spiel setzt. SIE befürchtet nämlich nicht, dass es mir irgendwann mal zu viel wird, da ich ja "keine Andere abbekomme".

Andere "Nettigkeiten" waren unter Anderem, dass SIE sich in unserer Wohnung nicht wohl fühlt oder auch die Aufforderung, doch mit ihrer Schwester zu schlafen. Einiges davon wurde mit der lapidaren Bemerkung "ich hoffe du weisst, dass ich nicht alles so gemeint habe, da ich gerade mit meinen Dämonen tanze" wieder halb zurückgenommen.

Das (also mein) Problem ist, dass ganz viele dieser Dinge Sachen sind, die man eigentlich nicht zurücknehmen kann. Und man kann sie genauso wenig einfach so vergessen. Viele dieser Dinge machen auch einfach Sinn. Also die Tatsache, dass dies tatsächlich ihre Meinung ist. Und das ist meilenweit davon entfernt, was SIE schon zu mir gesagt hat. Ich war schon mal das Beste, was ihr passieren könnte. Ohne mich wüsste SIE nicht, was SIE tun würde. Ja verdammt, zu Beginn unserer Beziehung hat SIE es geschafft, dass ich mich attraktiv fühlte. Das ist mir vorher noch nie passiert. Zumindest nicht so richtig. Aber das kommt mir mittlerweile vor wie ein vergangenes Leben.

Gestern und heute komme ich spät (vor allem heute) von der Arbeit nach Hause und SIE erwartet mich dämonisiert auf dem Sofa, obwohl es in der Woche ist und SIE Termine und Verpflichtungen hat. Also eigentlich erwartet SIE mich nicht. SIE liegt mit dem Laptop auf dem Sofa, schaltet im Fernsehen herum und zeitweise schreibt SIE parallel noch auf ihrem Handy und dem Laptop mit Jemandem. Für mich bleibt da nicht mehr viel Aufmerksamkeit übrig. Und das war dann auch der Grund (und Gelegenheit), meinen noch warmen Laptop wieder aufzuklappen und diese Zeilen zu tippen.

Ich weiss schon lange nicht mehr, was ich tun soll. Ich weiss wohl, dass das nicht mein Alltag werden soll und kann. Hätte ich zur Zeit nicht eine sowieso schwierige Zeit, könnte ich die Situation besser ertragen. Aber der Blick in ihre Gedanken und die Kaltblütigkeit mit der SIE dies vorgetragen hat, macht es noch schwieriger für mich. Außerdem ist "ertragen" nicht mein Maßstab für eine Beziehung und mein Ziel für die Zukunft. Und vielleicht hat SIE ja recht und ich "bekomme keine Andere ab". Wer weiss? Dass ich nicht wirklich ein Frauentyp bin, wusste ich schon vorher. Nur was bedeutet das für mich? Soll ich mich damit abfinden und ihr einfach weiter bei ihrer Selbstzerstörung zusehen? Ohne meine "langen Tiraden", die SIE schon lange nicht mehr erreichen und im Zweifel zu abgefeuerten Bösartigkeiten führen? Ich würde mich als bescheiden bezeichnen, aber ich habe Selbstachtung, deswegen kommt das für mich nicht in Frage. Sorry, jetzt gibt es keinen positiven Ausblick. Dafür liegen mir die gesagten Dinge, der gestrige und heutige Abend zu schwer im Magen.
10.9.14 21:28


Kaputt

Das Ende der Fahnenstange ist so gut wie erreicht. Was danach kommt, weiß ich nicht. Ich ahne nur, dass etwas kaputt gehen wird. Ich? Oder die Beziehung? Oder die Liebe? Keine Ahnung.

Lügen, unfaire Argumente, die zur Legitimierung der Dämonen gelten. Manchmal halte sogar ich her, damit SIE wieder Dämonen konsumieren kann. Mehrere "letzte Versuche" habe ich angestoßen. Denn ich weiß, ich will keine Dämonen (mehr) in der Beziehung. Und ich weiß, dass ich das nicht mehr lange aushalte. Keiner dieser Versuche funktioniert.

Der letzte (mal wieder vielversprechende) Versuch wird nach gerade mal 2 Tagen torpediert. Kauderwelsch in meinem Skype macht mich stutzig. Danach wird für mehrere Minuten getippt. Was genau weiß ich nicht. Was dann bei mir ankommt ist der gewohnte Schlag vor meinen Kopf. Würde ich hier allein im meinem Büro sitzen, würde ich mir wohl wirklich etwas vor den Kopf schlagen. So tief sitzt meine Frustration. Stattdessen lasse ich das Gift auf diesem Weg heraus und gieße es in Worte, die unzureichend sind, meine Gefühlslage zu beschreiben. So zeitnah habe ich schon lange nicht mehr geschrieben, der zerstörerische Satz erreichte mich vor 20 Minuten.

Was ich brauche: Liebe, Unterstützung und eine zuverlässige Schulter. Im Moment brauche ich das mehr denn je. Stattdessen lebt SIE mir vor, dass ich mit ihren Dämonen leben muss. Ihr Verhalten, ihre Aussagen klingen nicht mehr, als wäre es in ihrer Hand, sich von den Dämonen loszusagen. Hoffnungslosigkeit macht sich bei mir breit. Meine Nemesis. Keiner mag sie, aber ich komme mit ihr schlechter klar, als viele andere. Ohne Hoffnung funktioniere ich nämlich einfach nicht.

So sitze ich hier, muss mich gleich wieder auf die Arbeit konzentrieren irgendwie und eigentlich will ich dann dringend nach Hause. Meinen beschädigten Akku wieder etwas laden. Nach ihrer Nachricht will ich auch das nicht mehr wirklich. Ich weiß nicht mehr, was ich will. Ich will nicht hier im Büro bleiben, aber nach Hause will ich auch nicht wirklich. So nicht.

Es geht mir gerade gar nicht gut.
27.6.14 15:22


Süße Tränen

Bei den ganzen harten Themen, die ich mit ihr diskutiere, die ganzen eiskalten Kämpfe, die ich mit ihr und ihren Dämonen führe, vergesse ich manchmal ein wenig, was für ein süßer, wunderbarer, anbetungswürdiger Mensch SIE doch ist. Nicht, dass ich daran Zweifel hätte, aber die Diskussionen und Rückschläge sind meist so bitter, dass sie den Kern bedecken, ihren Kern. Und dieser Kern ist der Grund, warum ich SIE so liebe. Manchmal gibt es Momente, die SIE vermutlich gar nicht bemerkt, die mir wieder ihren durch und durch kostbaren Kern vor Augen halten. Gerade war wieder so ein Moment.

Eines ihrer Lieblingsbücher ist "Die Brüder Löwenherz" von Astrid Lindgren. Ein teilweise trauriges und anrührendes Kinderbuch, von dem SIE mir schon ein paar Mal erzählt hat. Wir kommen gerade vom Grillen bei Freunden und durch Zufall entdecken wir, dass eine Verfilmung des Romans im Fernsehen läuft. Weil SIE es gern möchte, schaue ich ihn mit ihr. Die Stelle, von der SIE mir schon mal erzählt hat, die Stelle, die SIE am meisten beeindruckt hat, ist der Beginn des Films. SIE liegt neben mir auf der Couch und ich höre ein leises Schluchzen. SIE weint. SIE sagt schnell, dass SIE nicht traurig ist, sondern einfach mal wieder weinen möchte. Das klingt jetzt vermutlich nicht spektakulär, aber es rührt mich zutiefst. SIE ist ein so wunderbarer und feingeistiger und sensibler Mensch. In der Szene geht es darum, dass der Junge Jonathan sein Leben für seinen kleinen, todkranken Bruder Krümel opfert. Und das hat SIE schon immer zutiefst berührt. Und dass ihr jetzt wegen dieser Szene die Tränen über die Wangen fließen berührt mich genauso. SIE merkt gar nicht, dass meine Augen ebenfalls volllaufen.

Unser Alltag besteht oft aus harten Themen, Dingen, die aussichtslos und trostlos erscheinen. Für SIE und für mich. SIE bei einem Kinderfilm weinen zu sehen, wohlgemerkt "gutes" Weinen, lässt diese harten Diskussionen um Dämonen und dass SIE sie unbedingt verbannen muss, für einen Augenblick in den Hintergrund treten. In diesem Moment ist SIE das 10jährige Mädchen (das ich gar nicht kenne), das mit dem Buch auf ihren Knien weinen muss. Ein Mädchen, das noch gar nicht genau weiß, was es mit diesen Dämonen auf sich hat, das in ihrem Leben noch nichts Schlimmes erlebt hat. Ich mag dieses Mädchen und ich liebe die Vorstellung, dass SIE sich in diesem Moment in eine unschuldige Zeit zurückdenkt.

Ich musste diesen Moment unbedingt festhalten, aber ich gehe jetzt wieder zu ihr aufs Sofa und hoffe, dass SIE noch ein wenig in ihrer eigenen Vergangenheit und Unschuld verweilen kann. Diesen Seelenfrieden hat SIE sich verdient. Eigentlich dauerhaft, aber wenn es immerhin 90 Minuten Seelenfrieden sind, dann ist das zumindest ein Anfang. Hoffentlich haben ihre Dämonen bald ein Einsehen und lassen das 10jährige, unschuldige Mädchen im Inneren meines Schatzes in Ruhe. Ich würde alles, wirklich alles dafür geben!
9.6.14 00:29


Solche und solche Tage

Der letzte Eintrag hier endete auf einem Hoch. Danach schrieb ich hier nichts mehr. Auch, weil SIE negative Einträge als Vorwürfe auffasst. "Eintragung ins Klassenbuch" oder so… Die Wochen danach waren dann auch ein einziges Auf und Ab…

SIE hat auch einen Blog (oder heißt es "ein Blog"?), den ich lese. Er ist sehr gut, handelt von vielem. Schlimme Erfahrungen, Träume, sexuelle Abenteuer, lustige Anekdoten. Was dort zu lesen ist, ist zwar nicht überkandidelt oder gekünstelt, aber stellenweise brillant geschrieben. Aber auch tragisch. Gerade zu Beginn unserer Beziehung, hat mich der Blog das ein oder andere Mal buchstäblich zu Tränen gerührt. Seitdem wir zusammen sind, schreibt SIE kaum noch darin. Das liegt wahrscheinlich daran, dass SIE weiß, dass ich ihre Texte mitlese. Heute allerdings ist ein neuer Eintrag erschienen, während ich den Brückentag im Büro verbringe.

Er endet damit, dass SIE gar nicht daran denkt, mit ihren Dämonen zu brechen. Ich weiß, dass SIE gerade (und während SIE den Text geschrieben hat), engumschlungen mit ihren Dämonen tanzt. Und ich weiß auch, dass es heute wieder ein "solcher" Tag wird. Und dass, obwohl die letzten Tage anders waren. Und ich hatte wieder mal gehofft, dass es einfach mal so weitergeht. Diese Hoffnung ist dahin. Jetzt kann ich nur noch hoffen, dass es nicht ein "solches" Wochenende wird. Meine positive Herangehensweise, dass ich das Beste hoffe, ist mir immerhin noch geblieben. Und das ist auch gut so, denn so funktioniere ich nun mal.

Ich habe großen Respekt vor der Mammutaufgabe, die ich noch vor mir habe: so lange zu ihr zu halten, so lange zu ihr zu stehen, SIE so lange zu lieben, bis SIE den Entschluss fasst und erfolgreich umsetzt, ihren Dämonen einen endgültigen Tritt in den Hintern zu geben. Es gibt solche Tage, die meinen Kraftakku wieder aufladen, es gibt "solche" Tage, die den Akku belasten. Im Moment ist er auf Reserve, ein bißchen Saft ist noch da, aber nicht mehr sehr viel und ich ahne, was die Konsequenz sein wird, wenn der Akku mal ganz leer sein wird. Davor habe ich Angst. Ich versuche mit allen Mitteln zu vermeiden, dass das passiert. SIE ist es wert. Meine Liebe zu ihr ist es wert. Die Zukunft, die ich mir mit ihr ausmale ist es wert. Ständig möchte ich dem Hollywood-Regisseur meines Lebens zurufen, dass es doch endlich mal Zeit für das Happy End ist. Hoffentlich sieht er es auch bald so.
30.5.14 15:38


Tolle Ostern

Das Fest der Schokoladenindustrie, das wir zum ersten Mal zusammen feiern. Vier lange Tage frei, die ich dringend nötig habe. Karfreitag und Samstag verfliegen und fühlen sich toll an. Es wird gebacken, mit dem Hund gespielt, eingekauft. SIE ist bezaubernd und dämonenfrei. Es fällt ihr nicht immer leicht, glaube ich. Aber es ist wunderbar. Ihre Stärke imponiert mir, ich versuche ihr mehr zu geben.

Das Ganze fühlt sich schon vor dem Höhepunkt des Ostersonntags wie ein Urlaub an. Eintauchen in eine Normalität, die schon lange nicht mehr normal für uns ist. Oft ertappe ich mich dabei, wie ich SIE selig grinsend anschaue. Ich genieße SIE einfach. Pur, unverfälscht, süß, smart, liebenswert und wertvoll.

Der Ostersonntag ist nicht nur Ostersonntag, sondern auch unser kleines, monatliches Jubiläum. Ich wache ziemlich früh auf, bin noch verpennt. SIE ist schon wach und lächelt über beide Ohren. Diese ansteckende Freude, vertreibt den Rest-Schlaf aus meinem Kopf. SIE hat Geschenke für mich und lässt mich suchen. Ich tue ihr gern diesen Gefallen und freue mich einfach mit ihr zusammen. Ich erbeute tolles Weingummi und ein Videospiel. SIE macht sich wirklich Gedanken, versetzt sich in mich, um mir wirklich eine Freude zu machen. Das ist ein wirklich tolles Gefühl. Auch ich habe Kleinigkeiten für SIE und dann geht es auf zu ihrer tollen Familie.

Auch dort muss (oder vielmehr darf) ich suchen. Keiner der Anwesenden ist unter 20 Jahre alt, dennoch wird die Tradition gewahrt: vor einem ausgiebigen Oster-Brunch geht es in den großen Garten und es wird nach gut versteckten Schokoeiern und -hasen gesucht. Ich genieße wieder einmal ein Großfamilien-Event mit der Frau, die ich liebe. Wir besuchen danach meine Mutter und kehren dann vollgestopft, erschöpft und zufrieden heim.

Ostermontag ist gemeinsames Gammeln angesagt. Was allein öde, trist und leer sein kann, ist eine befriedigende Erfahrung, wenn man seinen Schatz um sich hat. Gemeinsam wird das Videospiel gespielt. Richtig tolles Gefühl, wenn SIE sich für die gleichen Dinge interessiert, wie ich und sogar Spaß daran hat. Die Angst nagt allerdings an mir, dass die Dämonen, die SIE so bravourös bekämpft hat, nach dem Schutz der Feiertage zurückkommen.

Am Dienstag erwartet mich wieder der Alltag im Büro, auch wenn ich lieber verweilt wäre, in der Oase der letzten Tage. Ich denke den ganzen Tag an SIE. Ob SIE weiterhin stark sein kann. Ob die letzten Tage vielleicht der Anfang waren von etwas Dauerhaftem? Ich würde es mir und ihr so sehr wünschen. Das wäre ein noch größeres Geschenk, als jedes Videospiel…

Abends komme ich nach Hause und SIE strahlt mich an mit diesem Lächeln, das mich schon an unserem ersten Abend hat schmelzen lassen. SIE ist stark geblieben. Ich bin erleichtert. Sehr erleichtert. Meine Hoffnung lebt weiter. Zweifelsohne hat SIE schwere Momente durchzustehen, aber zwischen diesen Momenten strahlt SIE eine Lebensfreude aus, die ich schon lange nicht mehr an ihr gesehen habe. Und von dieser lasse ich mich gern anstecken. Immer wieder. Immer wieder. Und so geht ein wundervolles Wochenende weiter, obwohl der Kalender etwas anderes sagt. Trotz Arbeit und Verpflichtungen. Ich wünsche mir so sehr, dass es nie wieder endet…
23.4.14 17:24


Rückblick: Stimmen

Heute morgen durchstöbere ich mein Smartphone und die ersten SMS, die SIE und ich gewechselt haben. Abend des ersten Kontaktes:

"Ich denke verrückterweise ziemlich viel an dich, ich muß mich selber immer wieder dran erinnern, dass ich dich erst seit heute kenne."

Und als ich das lese, denke ich an diesen ersten Tag. Gefunden hat SIE mich auf einer Dating-Seite im Internet und ich war buchstäblich nach mehreren Monaten zufällig mal wieder online. Nachdem sich meine Befürchtung, dass SIE ein Fake-Account ist zerschlagen hat und wir unsere Nummern getauscht haben, klingelt mein Mobiltelefon. SIE ist dran. Mein Herz schlägt bis zum Hals…

SIE hat spontan die neue Nummer angerufen. Wo ich mich normalerweise überrumpelt fühle, stehe ich zwar bis unter die Haarspitzen unter Strom, aber durchweg positiv. Und das an einem Sonntag. Tage, die ich bis dahin lahm und faul ereignislos verbracht habe. Auf einmal ist Leben drin! Leben im Sonntag und Leben in mir!

SIE spricht schnell, ist auch aufgeregt. Ihre Stimme klingt unglaublich toll und passt zu den zwei Bildern, die ich von ihr kenne. Ich muß mich zusammenreißen, keinen Mist zu erzählen und mich zu blamieren. Noch während ich mich darauf konzentriere, charmant, witzig und vor allem nicht peinlich zu sein, sagt SIE "Und du hast auch noch eine tolle Stimme!". Ich bin perplex und baff. Mir fliegt ein Herz zu und dann auch noch so ein tolles! Und das hat sich ergeben in der ungastlichen, öden Welt einer Online-Single-Börse?? Kann das sein?

Wir reden vielleicht 20 Minuten, die verfliegen wie fünf. Ich höre eine süße, intelligente und liebevolle Frau. Mir ist sofort klar: ihr könnte ich ewig zuhören. Schnell muß ich mich gar nicht mehr zusammenreißen oder gewollt charmant oder witzig sein. Ich bin einfach ich selbst. Dementsprechend enttäuscht bin ich, als das Gespräch endet. SIE hat etwas vor. Wir verabreden uns. Schon in 3 Tagen werden wir uns sehen.

Ich kann mein Glück kaum fassen. Ich bin immer noch skeptisch, denn so etwas ist mir noch nie passiert. Kann das sein? Und ich war verliebt in SIE. Na klar werden viele (vielleicht auch zu Recht) sagen: du warst höchstens verknallt. Aber ich will keine Haare spalten. An diesem Tag flog mir ein Herz entgegen und ich habe es gefangen. Schon Jimmy Eat World sangen "The heart is hard to find" (die 80er - Schmonzette "A good heart is hard to find" ignoriere ich jetzt einfach mal) und ich hatte es gefunden. Und wenn man mal so Jemanden gefunden hat, dann sollte man ihn nicht gehen lassen. So oft passiert das nämlich nicht…

Nach dem Telefonat folgten mehrere SMS, unter anderem auch die zitierte. Und es folgte das erste Treffen. Diese Momente, diese Tage waren magisch und der Beginn von etwas Tollem, etwas Bedeutendem.
28.3.14 10:11


Waldemar Hartmann oder Die ersten Tage des 2. Beziehungsjahres

Ich komme mir vor wie Waldemar Hartmann, der damals von Rudi Völler und seiner berühmten Wutrede zusammengefaltet wurde. Völler war geladen nach einem äußerst mäßigen Spieles seiner deutschen Nationalmannschaft und seine Wut entlud sich, als Hartmann von einem "erneuten Tiefpunkt" sprach. Für den ansonsten gelassenen Völler war das eine enorm heftige Reaktion, die insbesondere Hartmann sehr erschrocken haben muß.

Und was erinnert mich nun an diese Szene? Gefühlsmäßig erlebe ich auch einen Tiefpunkt nach dem anderen. Das mag regelmäßige Leser langweilen, aber immerhin ist mir dies selbst bewusst. Aber so fühlt es sich leider an. Am Freitag nach dem wunderbaren Donnerstag, an dem wir unser Jubiläum auf wunderschöne Art und Weise gefeiert haben, geht es abends weiter mit dem Dämonentanz. Das war der Moment, in dem ich den letzten Eintrag geschrieben habe und abbrechen musste, um bei einem positiven Eindruck zu bleiben. Danach ist jeder Tag mehr oder weniger mit Dämonen gefüllt. Außer am Montag. SIE kommt nach Hause und ist Sie selbst. Und noch besser: SIE bleibt SIE selbst. Wir essen zusammen, verbringen den Abend auf dem Sofa. Bemerkenswert: ich war wirklich überrascht! So weit ist es mit meiner Erwartungshaltung gekommen. Ich bin überrascht, wenn SIE pur und nüchtern ist.

Am Dienstag Abend trifft es SIE (und dann mich) doppelt hart. Ich komme nach Hause und rieche schon in der Tür, dass etwas passiert ist. Im Wohnzimmer wird der Geruch deutlicher. Zu viele Dämonen hat SIE sich zugemutet und dabei das Sofa relativ großflächig besudelt. Dann ist SIE daneben eingeschlafen. Ich kann den Geruch kaum aushalten. SIE ist erst später wieder wach (aber kaum ansprechbar). SIE wankt herum, um die Spuren zu tilgen. Aber das klappt nicht so richtig und SIE legt sich wieder schlafen.

Mittwoch: morgens ist SIE noch (?) nicht wieder SIE selbst. Frühstücken kann ich nicht. Morgens muß ich mich oft eh zwingen, etwas zu essen. Doch bei dem Geruch geht gar nichts. Ich gehe ins Büro, versuche wie immer meine negativen Gedanken wegzuschieben und freue mich nicht wirklich auf den Feierabend, denn ich befürchte, dass es kein schöner sein wird. SIE kündigt mir schon per Skype an, dass es weiter geht. SIE schreibt: "Du denkst ja eh, dass ich die Dämonen heute sehe, dann kann ich das auch machen." Ganz unvermittelt. Egal was ich tue, oder auch nicht tue: das Ergebnis ist, dass SIE sich dämonisiert. Als ich dann Abends nach Hause komme, bin ich folglich nicht überrascht, SIE schlafend auf dem Sofa zu finden. Sauber gemacht hat SIE mehr schlecht als recht. Und ich rieche es immer noch. Ich begehe wieder den Fehler eine Diskussion zu beginnen. Ihr zu sagen, dass es so nicht weiter geht. Ich frage SIE, ob SIE sich wirklich unsere Zukunft so vorstellt. SIE bejaht dies…

Donnerstag, heute: Ich wache mit negativen Gedanken auf. Ich wüsste an solchen Tagen auch nicht, wie es anders sein könnte. SIE ist halbwegs SIE selbst. Obwohl es immer noch streng riecht, esse ich meine 2 Toasts und breche auf zur Arbeit. Ein paar Skype-Sätze und die leise Hoffnung, dass sich etwas ändert. SIE muss doch merken, was SIE mir da antut. Ich komme nach Hause. Ihr Hund erwartet mich und schaut mich freudig erregt vom Balkon aus an. Ich betrete die Wohnung und der Hund ist ganz aufgeregt an der Tür. SIE hat Durst, ihr Napf ist leer. Ich ändere dies und gehe mit mulmigen Gefühl in der Magengegend ins Wohnzimmer. SIE liegt wieder auf dem Sofa und schläft dämonisiert. Am Zustand des Zimmers und des Sofas hat sich nicht geändert. Noch immer kann ich den schlimmen Dienstag riechen. Nun sitze ich hier und kommuniziere mit… mit wem eigentlich?

Mit ihr kann ich nicht sprechen. Wenn ich es versuche und SIE SIE selbst ist (das fällt mir schwer genug, denn dann genieße ich dies eigentlich… schon jämmerlich, mit wie wenig ich mich zufriedengebe), dann blockt SIE ab. Und wenn SIE im Bann ihrer Dämonen ist, dann hat das keinen Sinn. Fakt ist, dass ich SIE seit Montag gerade mal 20 Minuten pur und nüchtern, wenn auch nicht fit erlebt habe (und zwar morgens vor der Arbeit). Ich weiß nicht, ob ihr klar ist, dass ihre Dämonen momentan mit Macht versuchen unsere Beziehung kaputt zu machen. Ich bin mir sicher, dass viele (vielleicht sogar die meisten) Männer kapituliert hätten. Aber ich liebe SIE nun mal so. Und genau das machen sich die Dämonen zunutze. SIE gibt sich gar keine Mühe, ihre Dämonen mir zuliebe zu kontrollieren. Während ich mir eine liebevolle Beziehung wünsche, in der man sich gegenseitig (unter-)stützt und liebt, ist SIE nur an ihren Dämonen interessiert. Für das Malheur am Dienstag und die Folgen hat SIE sich noch nicht einmal bei mir entschuldigt. Nein, im Gegenteil: die Dämonen gewinnen immer mehr Land. Das war mal mein Land. Rein räumlich schrumpft mein Platz auf den Sessel neben dem Sofa. Und innerhalb unserer Beziehung? Da spiele ich die zweite Geige. Ich muß nehmen, was übrig ist. Und von ihr ist im Moment nicht viel übrig. Einzelne nüchterne Tage in der Woche, wenn ich Glück habe. Körperliches Interesse an mir hat SIE scheinbar auch nicht mehr. Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll und fühle mich gar nicht mehr wertgeschätzt. Ich rede ungern zu positiv von mir, aber ich glaube, SIE weiß nicht zu schätzen, was SIE an mir hat. Ich bin ganz sicher kein Traummann, aber ich glaube immer noch an unsere Zukunft und stehe zu ihr. Das lasse ich SIE auch jederzeit wissen. Das wird als selbstverständlich hingenommen und meine "Belohnung" sind Momente, Abende, Tage, Wochen wie diese… Und dass ich mich mal mit Waldemar Hartmann vergleiche hätte ich auch nicht gedacht.
27.3.14 20:17


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