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Die Rückkehr des zerdenkenden Kopfes

Dieser Blogeintrag handelt nicht von IHR. Muss doch auch mal sein. Es gibt schließlich noch andere tolle Menschen…

Schon seit einigen Wochen erhellt ein digitaler Kontakt mein Leben ein bisschen. Mein Kopf zerdenkt ja schon immer Dinge, bis sie sich in ihre Bestandteile auflösen. Das habe ich bisher in den letzten Wochen ausblenden können, was diesen neuen, wunderbaren Kontakt angeht, aber heute schlägt er wieder voll zu.

Wie sich das bemerkbar macht? Ich checke heute sicherlich 5 oder 6 Mal, ob ich denn schon eine Antwort von ihr bekommen habe. Habe ich nicht. Sonst antwortet sie doch immer so schnell… Habe ich vielleicht was Falsches geschrieben? Ich schicke noch eine zweite Mail hinterher.

Dann lese ich eben einen neuen Text von ihr. Und ich merke, wie ich leicht eifersüchtig werde. Das irritiert mich noch viel mehr. Erstens ist das gar nicht meine Art und zweitens kenne ich sie ja gar nicht so richtig. Eine Tatsache, die ich einerseits gern ändern würde, die mir aber auch etwas Angst macht.

Und nun sitze ich hier, schreibe einen neuen Eintrag und versuche mit der überaus verwirrenden Gemengelage klar zu kommen. Schreiben hilft mir da ja doch meistens. Was auch immer das bedeutet, wo auch immer das hinführt: sie ist ein besonderer Mensch, das ist mal klar. Klar ist auch, dass ich diesen zerdenkenden Kopf nicht abschrauben oder ausschalten kann.

Die Tatsache, dass ich das gerade schreibe, was ich dank meines Kopfes schreibe könnte sie verschrecken. Wenn ich mir ihren letzten Text genau durchlese, dann stehen die Chancen echt nicht schlecht, dass das passiert. Und das sind die Momente, in denen mir ein denkender Kopf viel lieber wäre als ein zerdenkender, aber man kann sich seinen Kopf ja leider nicht aussuchen. Ich zumindest nicht…
28.8.17 19:48


Von Haifilmen und alten Gewohnheiten

Eigentlich wollte ich einen anderen Eintrag schreiben, aber aus verschiedenen Gründen gefiel mir die Richtung nicht, in die dieser sich entwickelt hat. Dementsprechend etwas anderes…

Am letzten Wochenende habe ich mal wieder etwas gemacht, was ich schon lange nicht mehr gemacht habe. Dafür muss ich ein wenig ausholen. Als mein Vater noch gelebt hat, war ich Samstags oft mit ihm unterwegs. Einkäufe machen, etwas Herumlaufen, frische Luft schnappen und von Zeit zu Zeit durch Elektronikmärkte stromern und neue Technik anschauen. Dafür hatten wir eine Handvoll Ziele in unserer Umgebung. Die Frage "Was machen wir heute?" wurde beinahe zu einem geflügelten Wort zwischen uns, wenn wir Samstag vormittags fertig mit dem Frühstück waren. Lange Rede, kurzer Sinn: am letzten Samstag machte ich mich auf den Weg zu einem dieser Orte. Natürlich war ich auch schon allein dort nach dem Tod meines Vaters. Ich war später mit einem Kumpel da und ja, auch SIE habe ich 1-2 Mal mitgenommen (wofür SIE aber keinerlei Vergnügen entwickeln konnte). Aber gefühlt war ich eben schon lange nicht mehr da.

Samstag also wieder. Ich habe zur Sicherheit tatsächlich das Navi angemacht. Zum Einen, weil ich nicht wie früher vom Haus meiner Eltern gestartet bin und zum Anderen, weil es schon etwas her war und ich meinem Gedächtnis nicht ganz getraut habe. War aber unnötig. So lief ich also nach dem Ankommen allein durch diese kleine, aber irgendwie angenehme Fußgängerzone. Ein zentraler Ort hatte sich sehr verändert, andere nicht. Ich hatte kurz das Bedürfnis meinem Vater von diesem veränderten Ort zu erzählen. Oder Irgendjemandem. Nachdem ich diesen Gedanken abgeschüttelt hatte, lief ich die altbekannten Wege, schaute in Schaufenster, ignorierte diverse Schlemmermöglichkeiten (Diät und so…) und ging auch in die besagten Elektronikmärkte. Manierismen, die ich mir mit IHR eigentlich nahezu abgewöhnt hatte.

Apropos SIE… Ich habe mir auch mal wieder ein paar Filme auf Blu-Ray gekauft. Gute Angebote gibt es an diesem Ort nämlich immer noch. Recht aktuelle Filme, die man paarweise günstig kaufen kann. Als ich also auf die Auswahl "2 für 15" schaute, war der erste Film, den ich in der Hand hielt ein Hai-Horror-Film. Nicht, dass ich dem Genre grundsätzlich abgeneigt war, so hat SIE doch eine merkwürdige Vorliebe für diese Art von Filmen. Wir haben viele dieser Filme geschaut, manche gut, viele eher nicht so. Wie aus Reflex griff ich also zu diesem Film und überlegte direkt, welchen ich noch dazu nehmen soll, bis mir nach mehreren Minuten auffiel, dass es ja scheinbar kein "Wir" mehr gibt. Zumindest nicht mehr so wie auf einem kleinen gerahmten Bild von uns, auf dem wir mit 3D-Brillen in die Kamera strahlten und einen 3D-Haifilm schauten.

Ich habe den Film dann trotzdem gekauft. Wieso? Vielleicht der Glauben an eine Fortsetzung der gemeinsamen Zukunft? Oder aus Trotz? Oder weil dieser Haifilm wirklich zu den guten gehören soll? Aus Gewohnheit? Oder aus einem ganz anderen Grund? So ganz genau weiß ich es nicht. Ein bis zwei Gründe kann ich ausschließen, aber die Blu-Ray liegt jetzt verschweißt bei mir und wartet darauf geschaut zu werden.

Witzigerweise hätte ich auf dem Rückweg das Navi gebrauchen können, denn eine der von mir schon so oft befahrenen Straßen war gesperrt und die Umleitung katastrophal ausgeschildert. Das Navi habe ich nicht angemacht, habe bewusst ausgetretene Pfade verlassen und zum Einen das Autofahren durch immer ländlicher werdende Gebiete genossen und dabei zum Anderen meinen Gedanken nachgehangen. Ausgetretene Pfade haben zwar etwas unglaublich Beruhigendes, können aber auch unglaublich einengen.
18.8.17 22:17


Zettelwirtschaft

Ich arbeite seit einem guten halben Jahr in meinem aktuellen Job. Viel Stress, nicht immer ganz leicht, aber darum soll es hier nicht gehen.

Ich habe seit einigen Monaten einen neuen Kollegen. Er ist ein richtig netter Kerl, ein guter Typ. Potenzielles Kumpel-Material. Aber nicht nur das, denn er hat innerhalb von kürzester Zeit eine Freundin in meiner (und jetzt auch seiner) Stadt gefunden. Einfach so. Online. Irgendwie gezielt. Ich schreibe das hier nicht, um das irgendwie zu verurteilen, im Gegenteil. Aus meiner Sicht ist das durchaus bewundernswert. Im Moment scheint es nämlich auch so, als hätte er die große Liebe gefunden. Es ging ganz schnell. In den ersten Tagen schwärmte er mir mit leuchtenden Augen von ihr vor. Wenige Wochen später haben sie sich schon eine gemeinsame Wohnung ausgesucht und renovieren sie gerade. Liebe. Liebe ist toll.

Ich sage das ohne Neid, auch wenn ich das Gefühl habe, gerade auf der gänzlich anderen Seite der Gefühlsskala zu sein. Vor ein paar Tagen musste ich aber schon schlucken und musste aufpassen das nicht zu laut zu tun. Ich stand neben seinem Arbeitsplatz, weil er mir etwas zeigen wollte, da sah ich an seinem Monitor viele gelbe Zettel mit seinen Notizen hängen und einen orangenen. Ich bin nicht neugierig, aber mein Blick schweifte über diesen Zettel und auf ihm stand etwas dieser Art:

"Ich hab dich sehr lieb und du machst mich glücklich. Danke, dass es dich gibt!" zusammen mit einem kleinen Herzen oder einer Blume. Ich wollte nicht zu sehr auf den Zettel starren, daher ist mein Bericht lückenhaft.

Natürlich handelt es sich bei dieser Klebenotiz um eine Botschaft seiner neuen Liebe. Und wieso musste ich schlucken? Der (gar nicht mal so) aufmerksame Leser ahnt es schon: ja, es gab eine Zeit, in der SIE mir auch viele solcher Botschaften schrieb. Und weil ich mich schwer damit tue, liebe Nachrichten wegzuwerfen liegen sie hier auf meinem Schreibtisch. Moment, ich kram sie mal raus…

"Du wirst wieder Spaß an der Arbeit haben!" (das bezog sich auf meine damalige Selbständigkeit)

"Danke für ein tolles Wochenende!" (zusammen mit vielen Herzen)

"Ich liebe dich!" (und ganz viele Herzen)

Und dazu noch jede Menge Nachrichten von Hubi, einem Stoff-Affen, den ich IHR mal in einem Zoo gekauft habe und den SIE eine Zeit lang als Liebesbote missbraucht hat.

"Ich häng hier so ab und soll dir sagen: SIE liebt dich!"
"SIE stands upside-down for you! Hugs, Hubi"

An diese Nachrichten musste ich in dem Moment denken. Sie sind schnell gemacht und kosten wenig Mühe, aber können trotzdem einen ganzen Tag, ein ganzes Leben versüßen. Und in dem Moment als ich den orangenen Zettel sah, fehlte SIE mir wieder ein bisschen mehr. Ihre süßen und kreativen Ideen, mir ihre Liebe zu zeigen. Der süße, erwartungsvolle Blick wenn SIE gespannt auf meine Reaktion war. All das ist weg und scheint weit entfernt zu sein. Ja, SIE lächelt mich immer noch an, wenn ich SIE sehe, aber es ist ganz anders.

Einen dieser Zettel vermisse ich übrigens tatsächlich. Den hat SIE mir mal gegeben zu einem Zeitpunkt, an dem ich nicht damit rechnete. Ich glaube das war nach einer schlimmen Nacht (aber darum soll es hier auch nicht gehen). Auf dem Zettel war eine wunderbar talentierte, aber auf einem profanen kleinen Zettel gezeichnete Kugelschreiber-Zeichnung, die SIE, mich und unseren (damals war es "unser") Hund von hinten zeigt, wie wir eng umschlungen am Strand einen Sonnenuntergang betrachten. Jetzt, wo ich das beschreibe, bekomme ich feuchte Augen, weil es genau das symbolisiert hat, was ich mir gewünscht habe. Das hat mir Kraft gegeben. Und auch die Art und Weise, wie SIE mir das gab: ein Zeichen ihres Herzens mitten in einer Zeit, als es (und SIE) mit ihren Dämonen zu kämpfen hatte. Es gab einen lichten Moment in einer Nacht (SIE gab es mir morgens), in dem sich ihr großes Herz an ihren damals aktiven Dämonen vorbeischleichen konnte, um mir diese Nachricht zu erstellen. Vielleicht versteht man jetzt, wieso dieser Zettel mir damals so viel bedeutet hat.

Ich weiß nicht, was mit diesem Zettel passiert ist. Weggeworfen habe ich ihn sicher nicht. SIE vielleicht. Ich glaube nicht, dass ich ihn noch mal wiederbekommen werde. SIE würde mir sicher eine neue Zeichnung anfertigen, wenn ich SIE darum bitten würde, aber SIE würde es nicht mehr so meinen. Insofern geht diese Botschaft ein in den Pantheon kleiner, aber wichtiger Dinge, die ich verloren habe. Ich meine, schon früher darüber gebloggt zu haben. Bei den anderen Dingen handelt es sich um kleine Herzen von ihr, die mir viel bedeutet haben. Irgendwann mal fällt mir vielleicht eines davon in die Hände und wird sicher viel, viel in mir auslösen.

All dies schoss mir in den Kopf als ich den Zettel beim Kollegen sah. Ich hab mich dann erst mal wieder in mein Büro zurückgezogen und durchgeatmet. Und dann weiter gearbeitet. Ich hab ja auch Niemanden (schon gar nicht auf der Arbeit), mit dem ich darüber reden könnte. Dafür gibt es ja immer noch diesen Blog.
8.7.17 20:52


Blume

Kurz bevor es vorerst (?) endete (?), habe ich ein tolles Album entdeckt. Die Band heißt "Die höchste Eisenbahn" und das Album "Wer bringt mich jetzt zu den anderen". Ich höre nicht so viel deutschsprachige Musik, aber das hier, das war toll. Die Musik wunderbar abwechslungsreich und die Texte oft etwas neben der Spur (aber nicht so abgehoben-ätherisch wie Tocotronic), oft witzig (dabei aber nie klamaukig) und oft einfach offen, ehrlich und herzlich. Ich merke jetzt gerade, dass aus mir kein Musikjournalist mehr wird, aber das ist ok.

Ich habe auf jeden Fall dieses Album entdeckt und "verschlungen", wenn man denn Musik überhaupt verschlingen kann. Ein Track habe ich dann recht schnell IHR gewidmet bei jedem Hören. Nicht jede Zeile erschließt sich mir, aber andere, andere waren meine Hymne bei jeder Autofahrt und ganz klar: sie drehten sich um SIE und mich!



"Seit ich dich kenne, hab ich keine Ruhe
Sag all deinen Freunden, am besten noch heute
Unsere Liebe wird aufgehen wie eine Blume
Wie eine Blume"

Auch andere Zeilen passten, aber die da oben, die waren meine Hymne. Im Auto mit heruntergefahrenen Scheiben laut mitsingend und über beide Ohren grinsend. Und dann später fast genau so laut, aber manches mal mit Tränen in den Augen.

"Seit ich dich kenne
Ich lass dich nie wieder los
Seit ich dich kenne
Ich lass dich nie wieder los"

Wieder im Auto. Anfangs nicht ganz so laut, wie der Refrain aber dennoch voller Inbrunst mitgesungen. Später nach dem Ende (?) dann noch mehr Inbrunst. Ich bin das Kämpfen doch gewohnt. Und loslassen kann ich eh nicht so gut, wenn das was ich festhalte so wertvoll ist.

Und jetzt sitze ich einige Monate später hier und frage mich, ob diese Blume noch immer frisch und nicht welk ist. Und ich frage mich, ob ich doch loslassen sollte.

Obwohl ich Musik liebe und sie mir in vielen verschiedenen Momenten meines Lebens weitergeholfen hat, so ist mir klar, dass ich keine Antworten in diesem (oder irgendeinem) Popsong finden werde, egal wie gut er auch ist.

Und wenn das Geschreibsel hier für nichts anderes gut ist: hört doch mal in den Song und das Album rein, denn beides ist toll. Vielleicht habt ihr auch eine Blume / einen Menschen, dem ihr diesen Song beim Mitsingen widmen könnt.
7.7.17 00:27


Fast wären wir geflogen!

Eine weitere und überaus bezaubernde Eigenheit meines Schatzes (wenn ich ehrlich bin, ist SIE das immer noch) war, dass immer wenn wir im Auto unterwegs waren und über eine kleine Bodenwelle gefahren sind, SIE strahlend über das ganze Gesicht gegluckst hat "Fast wären wir geflogen!".

Als ich das das erste Mal gehört habe, musste ich nachfragen, ob ich mich nicht verhört hatte. Hatte ich nicht. Wieder so eine Kleinigkeit, die alles andere als klein war. Nein, es gehörte zu den Kleinigkeiten, die mir die Welt bedeutet haben und ich habe es gar nicht mal gemerkt.

Vor wenigen Wochen waren wir wieder in ihrem Auto unterwegs. Ich sehe SIE ja noch relativ regelmäßig. Wir waren auf den Weg in einen sehr schönen Biergarten an einem sehr schönen Tag. Da kam wieder eine Bodenwelle und ich weiß nicht wieso, aber ganz automatisch sagte ich "Fast wären wir geflogen!" ohne groß darüber nachzudenken. Erst da fielen mir mehrere Dinge auf.

Zum Einen, dass ich SIE das schon lange nicht mehr habe sagen hören. Zum Anderen, dass ich das sehr vermisse. Außerdem passen diese einfachen Worte auch auf uns. "Fast wären wir geflogen!". Mit ihr konnte ich abheben. Über den Dingen stehen. Auf Wolke 7 schweben. Und für eine Zeit lang hatte SIE den Glauben, dass SIE das auch mit mir kann. Viel hat nicht gefehlt. "Fast wären wir geflogen!" Auf Dauer. Zusammen. Ich will mit ihr wieder abheben und fliegen. Aber das ist unerheblich. Ich hatte meine Chance. Jetzt gerade, als ich diesen Gedanken klar formuliere krümmt sich mein Magen zusammen. Denn ohne SIE fühle ich mich als wäre ich am Boden zurückgeblieben.

Im Auto, als ich die Worte ausgesprochen habe, schaute ich in ihr Gesicht. Ich meine ein kurzes Funkeln in ihren wunderbaren Augen gesehen zu haben. Aber danach kam nur ein müdes Lächeln bei dem ich mir in dem Moment nichts gedacht habe. Mein immer noch viel zu viel denkender Kopf hat erst später analysiert, nachgedacht und letztlich zu diesem Eintrag geführt.

Ich möchte gern wieder fliegen. Am liebsten mit ihr natürlich. Über Alternativen denke ich nicht nach. Suchen tue ich schon gar nicht. Schließlich hat SIE mich auch gefunden und ich glaube das ist die einzige Art und Weise, wie dieser alte Jumbo vielleicht doch noch gen Himmel fliegen könnte. Vielleicht. Ganz nach dem Motto einer lieben Nachricht, die ich hier vor einigen Tagen bekommen habe. "Vielleicht bekommst du am Ende nicht das Happy End, das du dir gewünscht hast, aber vielleicht dafür ein anderes". Vielleicht.
29.6.17 22:05


Zeitkapsel

Eine Mail erreicht mich. Jemand hat etwas von mir gelesen, das ich schon fast vergessen habe. Nein, hier übertreibe ich. Vergessen habe ich es natürlich nicht. Aber zu dem Zeitpunkt, an dem mich die Mail erreicht, habe ich es verdrängt. In eine Ecke. Es fühlt sich an, wie ein anderes Leben. Die Mail, die mich erreicht beschreibt, dass sie diesen Blog hier gefunden und verschlungen hat.

Verschlungen? Dieses negative Geschreibsel? Die Mail ist interessant, lieb und gut geschrieben. Ich antworte und schaue wieder in diesen Blog, in meine Vergangenheit. Mir wird schwer ums Herz. Schwer bei den ersten Einträgen, die meine Liebe zu IHR beschreiben, als sie frisch und magisch war. Schwer aber auch bei den späteren Einträgen, da aber aus anderen Gründen. Mehr als ein kurzes Überfliegen ist in beiden Fällen nicht drin. Ich bin mental ganz woanders, das merke ich beim sehr oberflächlichen Studium meiner eigenen, vergangenen Worte.

Ich antworte der Mail und schaue diesen Blog etwas genauer an. Es schmerzt, denn es hat sich viel getan. Vieles zum Positiven, aber irgendwie nicht für mich. Meine Mail wird beantwortet. Scheinbar haben meine Worte, die immer viel mehr Selbsttherapie als -darstellung waren Jemanden beeindruckt. Jemand hat sie "verschlungen", hat sich darin erkannt und mir dafür gedankt.

Nun sitze ich hier, schreibe einen weiteren Eintrag und höre dabei das Mixtape, das ich für SIE nach unserem ersten Treffen gemacht habe. Die Geschichte war im Juli 2015 nicht vorbei, sie ging weiter. Ich werde sie aber nicht weitererzählen, zumindest nicht jetzt. Jetzt ist vieles anders.

Ich habe SIE heute gesehen. Den ganzen Tag. SIE ist immer noch wunderschön. SIE hat immer noch das bezauberndste Lachen, das ich kenne. Der Tag war wunderschön. Aber nicht perfekt. Ich war in IHRER Wohnung, habe mit IHR gefrühstückt, war mit IHR und IHREM Hund, der mich noch erkennt und ziemlich mag an einem See. Dann sind wir auf IHRER Couch eingeschlafen, ganz vertraut. Zum krönenden Abschluss gab es Sushi, bevor ich mit meinem kleinen, silbernen Sportwagen (den gibt es auch noch) wieder in meine Wohnung gefahren bin.

Mein Herz kämpft. Einen ganz anderen Kampf als noch vor 2 Jahren. Kämpfen ist es aber trotzdem gewöhnt.

Heute morgen, bevor ich zu IHR aufgebrochen bin, um den beschriebenen Tag mit IHR zu starten, erreicht mich eine weitere Mail. Von der Person, die diese Zeitkapsel angebohrt hat. Für sich selbst und für mich. Danke, liebe Unbekannte. Für die netten Worte und für das Anbohren.

In letzter Zeit träume ich öfters schlecht. Das ist ungewöhnlich für mich, da ich ansonsten einen meist traumlosen Schlaf habe. In vielen dieser Träume spielt SIE mit. Ich mache meinem Unterbewusstsein da aber keine Vorwürfe, denn ich denke eigentlich immer an SIE. Meine Liebe ist ungebrochen, größer denn je.

Das Mixtape ist fast durchgelaufen.

"However far away
I will always love you"
16.6.17 01:09


Ende mit Schrecken?

Heute morgen bin ich früh wach. Keine gute Nacht. SIE hat nachts Verstörendes getweetet. Ich finde diese kurzen Nachrichten auf meinem Smartphone. Egal wie sehr SIE mich verletzt hat gestern, ich liebe SIE. Ich schreibe ihr einen Brief, einen langen Brief. Entschuldige mich für vieles, sage ihr, dass ich mich ändern möchte, lege den Brief neben SIE und gehe zum Arzt.

SIE wollte, dass ich zum Arzt gehe und ich tue dies. Im Vorzimmer spreche ich die ersten Worte des Tages und bemerke den riesigen Klops in meinem Hals. Im Wartezimmer reisse ich mich zusammen, um den anderen Wartenden meine Gefühlslage nicht zu offensichtlich zu präsentieren. Ich warte eine halbe Stunde und beim Arzt bin ich dann keine 5 Minuten. Ich gehe wieder nach Hause und SIE schläft noch. Der Brief liegt noch unangetastet neben ihr.

Ich versuche SIE vorsichtig zu wecken, denn SIE hat ein Problem mit meinen (wirklich nicht besonders schönen) Füßen und hat einen Termin bei einem Fußpfleger ausgemacht. Nur weiß ich nicht genau bei welchem. Die Google-Suche ergibt allein 3 Fußpfleger in 500 Meter Entfernung. Ich schaffe es nicht, SIE zu wecken, also gehe ich erst Mal schnell mit dem Hund raus, damit SIE noch ein paar Minuten schlafen kann.

Danach wecke ich SIE und frage SIE, wo ich denn zur Fußpflege hin muss. Zunächst scheint es so, als würde es wieder bergauf gehen. Ich sehe ihr zu, wie SIE den Brief liest, zu dem SIE zwar nichts sagt, aber SIE redet wieder vernünftig mit mir. Ich nehme SIE in den Arm und sage ihr, dass ich SIE liebe. SIE lässt es geschehen und sagt mir, dass SIE mich auch liebt. Bevor ich raus muss, um pünktlich zum Termin zu erscheinen frage ich SIE, ob SIE die Dämonen heute auslassen kann. SIE sagt ja. Ziemlich erleichtert schnappe ich mir mein Handtuch und gehe los.

Trotz Termins stehe ich aber vor verschlossenen Türen. Wegen Bauarbeiten im Nebenhaus werden heute keine Füße verwöhnt und verschönert. So gehe ich mit meinem Handtuch wieder zurück. Im Flur unserer Wohnung steht SIE angezogen und will gerade vor die Tür. Ich frage SIE wohin es denn gehen soll. SIE sagt, dass SIE noch mal mit dem Hund rauswill. Kurzentschlossen lege ich das Handtuch ab und komme mit. Es stellt sich schnell heraus, dass der kurze Ausflug nur dazu dienen soll, Dämonennachschub zu besorgen. Ich sage ihr "Bitte, bitte tu das nicht", da sagt SIE nur "Komm mir jetzt nicht so!".

Wieder zuhause versuche ich mit ihr zu reden, aber die giftigen Pfeile von gestern sind wieder da. SIE denkt nicht daran sich zu entschuldigen für die fiesen Sachen. Stattdessen bekräftigt SIE sie noch und legt noch weitere in ihren Köcher. Ich sage ihr, dass ich mich ändern will (die Art und Weise, wie das "Gespräch" läuft gibt mir dabei aber ein komisches Gefühl), aber das wischt SIE einfach so weg. Irgendwann breche ich ab. Ich kann nicht mehr. Denn gerade tut es richtig weh. Ich glaube ihr auch nicht, dass SIE mich noch liebt oder etwas (positives) für mich empfindet. Und das tut wirklich weh.

War es das? Ich weiß es nicht, aber es sieht im Moment danach aus. Unserem (na ja, ich muss mich wohl bald daran gewöhnen zu sagen "ihrem") Hund geht es nicht so gut heute. Gestern Abend während unseres Streits ist sie aus dem Zimmer geflüchtet (sonst will sie bedingungslos immer bei uns, vor allem bei ihr sein). Und heute weicht er nicht von meiner Seite und dass, obwohl sie (es ist eine Hündin) sonst extrem auf SIE fixiert ist. Auch während ich das jetzt hier tippe liegt sie ganz nah zu meinen Füßen. Das kenn ich sonst überhaupt nicht von ihr. Wenn ich es nicht besser wüsste, dann würde ich denken, dass sie meine Nähe sucht, weil ich bald nicht mehr in ihrem Leben vorkommen werde. So ist es natürlich nicht (ich habe gelernt Hunde nicht zu sehr zu vermenschlichen) und ich hoffe auch immer noch, dass es so nicht kommen wird. Aber gerade fühlt es sich so an.
7.7.15 13:22


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