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Zettelwirtschaft

Ich arbeite seit einem guten halben Jahr in meinem aktuellen Job. Viel Stress, nicht immer ganz leicht, aber darum soll es hier nicht gehen.

Ich habe seit einigen Monaten einen neuen Kollegen. Er ist ein richtig netter Kerl, ein guter Typ. Potenzielles Kumpel-Material. Aber nicht nur das, denn er hat innerhalb von kürzester Zeit eine Freundin in meiner (und jetzt auch seiner) Stadt gefunden. Einfach so. Online. Irgendwie gezielt. Ich schreibe das hier nicht, um das irgendwie zu verurteilen, im Gegenteil. Aus meiner Sicht ist das durchaus bewundernswert. Im Moment scheint es nämlich auch so, als hätte er die große Liebe gefunden. Es ging ganz schnell. In den ersten Tagen schwärmte er mir mit leuchtenden Augen von ihr vor. Wenige Wochen später haben sie sich schon eine gemeinsame Wohnung ausgesucht und renovieren sie gerade. Liebe. Liebe ist toll.

Ich sage das ohne Neid, auch wenn ich das Gefühl habe, gerade auf der gänzlich anderen Seite der Gefühlsskala zu sein. Vor ein paar Tagen musste ich aber schon schlucken und musste aufpassen das nicht zu laut zu tun. Ich stand neben seinem Arbeitsplatz, weil er mir etwas zeigen wollte, da sah ich an seinem Monitor viele gelbe Zettel mit seinen Notizen hängen und einen orangenen. Ich bin nicht neugierig, aber mein Blick schweifte über diesen Zettel und auf ihm stand etwas dieser Art:

"Ich hab dich sehr lieb und du machst mich glücklich. Danke, dass es dich gibt!" zusammen mit einem kleinen Herzen oder einer Blume. Ich wollte nicht zu sehr auf den Zettel starren, daher ist mein Bericht lückenhaft.

Natürlich handelt es sich bei dieser Klebenotiz um eine Botschaft seiner neuen Liebe. Und wieso musste ich schlucken? Der (gar nicht mal so) aufmerksame Leser ahnt es schon: ja, es gab eine Zeit, in der SIE mir auch viele solcher Botschaften schrieb. Und weil ich mich schwer damit tue, liebe Nachrichten wegzuwerfen liegen sie hier auf meinem Schreibtisch. Moment, ich kram sie mal raus…

"Du wirst wieder Spaß an der Arbeit haben!" (das bezog sich auf meine damalige Selbständigkeit)

"Danke für ein tolles Wochenende!" (zusammen mit vielen Herzen)

"Ich liebe dich!" (und ganz viele Herzen)

Und dazu noch jede Menge Nachrichten von Hubi, einem Stoff-Affen, den ich IHR mal in einem Zoo gekauft habe und den SIE eine Zeit lang als Liebesbote missbraucht hat.

"Ich häng hier so ab und soll dir sagen: SIE liebt dich!"
"SIE stands upside-down for you! Hugs, Hubi"

An diese Nachrichten musste ich in dem Moment denken. Sie sind schnell gemacht und kosten wenig Mühe, aber können trotzdem einen ganzen Tag, ein ganzes Leben versüßen. Und in dem Moment als ich den orangenen Zettel sah, fehlte SIE mir wieder ein bisschen mehr. Ihre süßen und kreativen Ideen, mir ihre Liebe zu zeigen. Der süße, erwartungsvolle Blick wenn SIE gespannt auf meine Reaktion war. All das ist weg und scheint weit entfernt zu sein. Ja, SIE lächelt mich immer noch an, wenn ich SIE sehe, aber es ist ganz anders.

Einen dieser Zettel vermisse ich übrigens tatsächlich. Den hat SIE mir mal gegeben zu einem Zeitpunkt, an dem ich nicht damit rechnete. Ich glaube das war nach einer schlimmen Nacht (aber darum soll es hier auch nicht gehen). Auf dem Zettel war eine wunderbar talentierte, aber auf einem profanen kleinen Zettel gezeichnete Kugelschreiber-Zeichnung, die SIE, mich und unseren (damals war es "unser") Hund von hinten zeigt, wie wir eng umschlungen am Strand einen Sonnenuntergang betrachten. Jetzt, wo ich das beschreibe, bekomme ich feuchte Augen, weil es genau das symbolisiert hat, was ich mir gewünscht habe. Das hat mir Kraft gegeben. Und auch die Art und Weise, wie SIE mir das gab: ein Zeichen ihres Herzens mitten in einer Zeit, als es (und SIE) mit ihren Dämonen zu kämpfen hatte. Es gab einen lichten Moment in einer Nacht (SIE gab es mir morgens), in dem sich ihr großes Herz an ihren damals aktiven Dämonen vorbeischleichen konnte, um mir diese Nachricht zu erstellen. Vielleicht versteht man jetzt, wieso dieser Zettel mir damals so viel bedeutet hat.

Ich weiß nicht, was mit diesem Zettel passiert ist. Weggeworfen habe ich ihn sicher nicht. SIE vielleicht. Ich glaube nicht, dass ich ihn noch mal wiederbekommen werde. SIE würde mir sicher eine neue Zeichnung anfertigen, wenn ich SIE darum bitten würde, aber SIE würde es nicht mehr so meinen. Insofern geht diese Botschaft ein in den Pantheon kleiner, aber wichtiger Dinge, die ich verloren habe. Ich meine, schon früher darüber gebloggt zu haben. Bei den anderen Dingen handelt es sich um kleine Herzen von ihr, die mir viel bedeutet haben. Irgendwann mal fällt mir vielleicht eines davon in die Hände und wird sicher viel, viel in mir auslösen.

All dies schoss mir in den Kopf als ich den Zettel beim Kollegen sah. Ich hab mich dann erst mal wieder in mein Büro zurückgezogen und durchgeatmet. Und dann weiter gearbeitet. Ich hab ja auch Niemanden (schon gar nicht auf der Arbeit), mit dem ich darüber reden könnte. Dafür gibt es ja immer noch diesen Blog.
8.7.17 20:52


Blume

Kurz bevor es vorerst (?) endete (?), habe ich ein tolles Album entdeckt. Die Band heißt "Die höchste Eisenbahn" und das Album "Wer bringt mich jetzt zu den anderen". Ich höre nicht so viel deutschsprachige Musik, aber das hier, das war toll. Die Musik wunderbar abwechslungsreich und die Texte oft etwas neben der Spur (aber nicht so abgehoben-ätherisch wie Tocotronic), oft witzig (dabei aber nie klamaukig) und oft einfach offen, ehrlich und herzlich. Ich merke jetzt gerade, dass aus mir kein Musikjournalist mehr wird, aber das ist ok.

Ich habe auf jeden Fall dieses Album entdeckt und "verschlungen", wenn man denn Musik überhaupt verschlingen kann. Ein Track habe ich dann recht schnell IHR gewidmet bei jedem Hören. Nicht jede Zeile erschließt sich mir, aber andere, andere waren meine Hymne bei jeder Autofahrt und ganz klar: sie drehten sich um SIE und mich!



"Seit ich dich kenne, hab ich keine Ruhe
Sag all deinen Freunden, am besten noch heute
Unsere Liebe wird aufgehen wie eine Blume
Wie eine Blume"

Auch andere Zeilen passten, aber die da oben, die waren meine Hymne. Im Auto mit heruntergefahrenen Scheiben laut mitsingend und über beide Ohren grinsend. Und dann später fast genau so laut, aber manches mal mit Tränen in den Augen.

"Seit ich dich kenne
Ich lass dich nie wieder los
Seit ich dich kenne
Ich lass dich nie wieder los"

Wieder im Auto. Anfangs nicht ganz so laut, wie der Refrain aber dennoch voller Inbrunst mitgesungen. Später nach dem Ende (?) dann noch mehr Inbrunst. Ich bin das Kämpfen doch gewohnt. Und loslassen kann ich eh nicht so gut, wenn das was ich festhalte so wertvoll ist.

Und jetzt sitze ich einige Monate später hier und frage mich, ob diese Blume noch immer frisch und nicht welk ist. Und ich frage mich, ob ich doch loslassen sollte.

Obwohl ich Musik liebe und sie mir in vielen verschiedenen Momenten meines Lebens weitergeholfen hat, so ist mir klar, dass ich keine Antworten in diesem (oder irgendeinem) Popsong finden werde, egal wie gut er auch ist.

Und wenn das Geschreibsel hier für nichts anderes gut ist: hört doch mal in den Song und das Album rein, denn beides ist toll. Vielleicht habt ihr auch eine Blume / einen Menschen, dem ihr diesen Song beim Mitsingen widmen könnt.
7.7.17 00:27


Fast wären wir geflogen!

Eine weitere und überaus bezaubernde Eigenheit meines Schatzes (wenn ich ehrlich bin, ist SIE das immer noch) war, dass immer wenn wir im Auto unterwegs waren und über eine kleine Bodenwelle gefahren sind, SIE strahlend über das ganze Gesicht gegluckst hat "Fast wären wir geflogen!".

Als ich das das erste Mal gehört habe, musste ich nachfragen, ob ich mich nicht verhört hatte. Hatte ich nicht. Wieder so eine Kleinigkeit, die alles andere als klein war. Nein, es gehörte zu den Kleinigkeiten, die mir die Welt bedeutet haben und ich habe es gar nicht mal gemerkt.

Vor wenigen Wochen waren wir wieder in ihrem Auto unterwegs. Ich sehe SIE ja noch relativ regelmäßig. Wir waren auf den Weg in einen sehr schönen Biergarten an einem sehr schönen Tag. Da kam wieder eine Bodenwelle und ich weiß nicht wieso, aber ganz automatisch sagte ich "Fast wären wir geflogen!" ohne groß darüber nachzudenken. Erst da fielen mir mehrere Dinge auf.

Zum Einen, dass ich SIE das schon lange nicht mehr habe sagen hören. Zum Anderen, dass ich das sehr vermisse. Außerdem passen diese einfachen Worte auch auf uns. "Fast wären wir geflogen!". Mit ihr konnte ich abheben. Über den Dingen stehen. Auf Wolke 7 schweben. Und für eine Zeit lang hatte SIE den Glauben, dass SIE das auch mit mir kann. Viel hat nicht gefehlt. "Fast wären wir geflogen!" Auf Dauer. Zusammen. Ich will mit ihr wieder abheben und fliegen. Aber das ist unerheblich. Ich hatte meine Chance. Jetzt gerade, als ich diesen Gedanken klar formuliere krümmt sich mein Magen zusammen. Denn ohne SIE fühle ich mich als wäre ich am Boden zurückgeblieben.

Im Auto, als ich die Worte ausgesprochen habe, schaute ich in ihr Gesicht. Ich meine ein kurzes Funkeln in ihren wunderbaren Augen gesehen zu haben. Aber danach kam nur ein müdes Lächeln bei dem ich mir in dem Moment nichts gedacht habe. Mein immer noch viel zu viel denkender Kopf hat erst später analysiert, nachgedacht und letztlich zu diesem Eintrag geführt.

Ich möchte gern wieder fliegen. Am liebsten mit ihr natürlich. Über Alternativen denke ich nicht nach. Suchen tue ich schon gar nicht. Schließlich hat SIE mich auch gefunden und ich glaube das ist die einzige Art und Weise, wie dieser alte Jumbo vielleicht doch noch gen Himmel fliegen könnte. Vielleicht. Ganz nach dem Motto einer lieben Nachricht, die ich hier vor einigen Tagen bekommen habe. "Vielleicht bekommst du am Ende nicht das Happy End, das du dir gewünscht hast, aber vielleicht dafür ein anderes". Vielleicht.
29.6.17 22:05


Zeitkapsel

Eine Mail erreicht mich. Jemand hat etwas von mir gelesen, das ich schon fast vergessen habe. Nein, hier übertreibe ich. Vergessen habe ich es natürlich nicht. Aber zu dem Zeitpunkt, an dem mich die Mail erreicht, habe ich es verdrängt. In eine Ecke. Es fühlt sich an, wie ein anderes Leben. Die Mail, die mich erreicht beschreibt, dass sie diesen Blog hier gefunden und verschlungen hat.

Verschlungen? Dieses negative Geschreibsel? Die Mail ist interessant, lieb und gut geschrieben. Ich antworte und schaue wieder in diesen Blog, in meine Vergangenheit. Mir wird schwer ums Herz. Schwer bei den ersten Einträgen, die meine Liebe zu IHR beschreiben, als sie frisch und magisch war. Schwer aber auch bei den späteren Einträgen, da aber aus anderen Gründen. Mehr als ein kurzes Überfliegen ist in beiden Fällen nicht drin. Ich bin mental ganz woanders, das merke ich beim sehr oberflächlichen Studium meiner eigenen, vergangenen Worte.

Ich antworte der Mail und schaue diesen Blog etwas genauer an. Es schmerzt, denn es hat sich viel getan. Vieles zum Positiven, aber irgendwie nicht für mich. Meine Mail wird beantwortet. Scheinbar haben meine Worte, die immer viel mehr Selbsttherapie als -darstellung waren Jemanden beeindruckt. Jemand hat sie "verschlungen", hat sich darin erkannt und mir dafür gedankt.

Nun sitze ich hier, schreibe einen weiteren Eintrag und höre dabei das Mixtape, das ich für SIE nach unserem ersten Treffen gemacht habe. Die Geschichte war im Juli 2015 nicht vorbei, sie ging weiter. Ich werde sie aber nicht weitererzählen, zumindest nicht jetzt. Jetzt ist vieles anders.

Ich habe SIE heute gesehen. Den ganzen Tag. SIE ist immer noch wunderschön. SIE hat immer noch das bezauberndste Lachen, das ich kenne. Der Tag war wunderschön. Aber nicht perfekt. Ich war in IHRER Wohnung, habe mit IHR gefrühstückt, war mit IHR und IHREM Hund, der mich noch erkennt und ziemlich mag an einem See. Dann sind wir auf IHRER Couch eingeschlafen, ganz vertraut. Zum krönenden Abschluss gab es Sushi, bevor ich mit meinem kleinen, silbernen Sportwagen (den gibt es auch noch) wieder in meine Wohnung gefahren bin.

Mein Herz kämpft. Einen ganz anderen Kampf als noch vor 2 Jahren. Kämpfen ist es aber trotzdem gewöhnt.

Heute morgen, bevor ich zu IHR aufgebrochen bin, um den beschriebenen Tag mit IHR zu starten, erreicht mich eine weitere Mail. Von der Person, die diese Zeitkapsel angebohrt hat. Für sich selbst und für mich. Danke, liebe Unbekannte. Für die netten Worte und für das Anbohren.

In letzter Zeit träume ich öfters schlecht. Das ist ungewöhnlich für mich, da ich ansonsten einen meist traumlosen Schlaf habe. In vielen dieser Träume spielt SIE mit. Ich mache meinem Unterbewusstsein da aber keine Vorwürfe, denn ich denke eigentlich immer an SIE. Meine Liebe ist ungebrochen, größer denn je.

Das Mixtape ist fast durchgelaufen.

"However far away
I will always love you"
16.6.17 01:09


Ende mit Schrecken?

Heute morgen bin ich früh wach. Keine gute Nacht. SIE hat nachts Verstörendes getweetet. Ich finde diese kurzen Nachrichten auf meinem Smartphone. Egal wie sehr SIE mich verletzt hat gestern, ich liebe SIE. Ich schreibe ihr einen Brief, einen langen Brief. Entschuldige mich für vieles, sage ihr, dass ich mich ändern möchte, lege den Brief neben SIE und gehe zum Arzt.

SIE wollte, dass ich zum Arzt gehe und ich tue dies. Im Vorzimmer spreche ich die ersten Worte des Tages und bemerke den riesigen Klops in meinem Hals. Im Wartezimmer reisse ich mich zusammen, um den anderen Wartenden meine Gefühlslage nicht zu offensichtlich zu präsentieren. Ich warte eine halbe Stunde und beim Arzt bin ich dann keine 5 Minuten. Ich gehe wieder nach Hause und SIE schläft noch. Der Brief liegt noch unangetastet neben ihr.

Ich versuche SIE vorsichtig zu wecken, denn SIE hat ein Problem mit meinen (wirklich nicht besonders schönen) Füßen und hat einen Termin bei einem Fußpfleger ausgemacht. Nur weiß ich nicht genau bei welchem. Die Google-Suche ergibt allein 3 Fußpfleger in 500 Meter Entfernung. Ich schaffe es nicht, SIE zu wecken, also gehe ich erst Mal schnell mit dem Hund raus, damit SIE noch ein paar Minuten schlafen kann.

Danach wecke ich SIE und frage SIE, wo ich denn zur Fußpflege hin muss. Zunächst scheint es so, als würde es wieder bergauf gehen. Ich sehe ihr zu, wie SIE den Brief liest, zu dem SIE zwar nichts sagt, aber SIE redet wieder vernünftig mit mir. Ich nehme SIE in den Arm und sage ihr, dass ich SIE liebe. SIE lässt es geschehen und sagt mir, dass SIE mich auch liebt. Bevor ich raus muss, um pünktlich zum Termin zu erscheinen frage ich SIE, ob SIE die Dämonen heute auslassen kann. SIE sagt ja. Ziemlich erleichtert schnappe ich mir mein Handtuch und gehe los.

Trotz Termins stehe ich aber vor verschlossenen Türen. Wegen Bauarbeiten im Nebenhaus werden heute keine Füße verwöhnt und verschönert. So gehe ich mit meinem Handtuch wieder zurück. Im Flur unserer Wohnung steht SIE angezogen und will gerade vor die Tür. Ich frage SIE wohin es denn gehen soll. SIE sagt, dass SIE noch mal mit dem Hund rauswill. Kurzentschlossen lege ich das Handtuch ab und komme mit. Es stellt sich schnell heraus, dass der kurze Ausflug nur dazu dienen soll, Dämonennachschub zu besorgen. Ich sage ihr "Bitte, bitte tu das nicht", da sagt SIE nur "Komm mir jetzt nicht so!".

Wieder zuhause versuche ich mit ihr zu reden, aber die giftigen Pfeile von gestern sind wieder da. SIE denkt nicht daran sich zu entschuldigen für die fiesen Sachen. Stattdessen bekräftigt SIE sie noch und legt noch weitere in ihren Köcher. Ich sage ihr, dass ich mich ändern will (die Art und Weise, wie das "Gespräch" läuft gibt mir dabei aber ein komisches Gefühl), aber das wischt SIE einfach so weg. Irgendwann breche ich ab. Ich kann nicht mehr. Denn gerade tut es richtig weh. Ich glaube ihr auch nicht, dass SIE mich noch liebt oder etwas (positives) für mich empfindet. Und das tut wirklich weh.

War es das? Ich weiß es nicht, aber es sieht im Moment danach aus. Unserem (na ja, ich muss mich wohl bald daran gewöhnen zu sagen "ihrem") Hund geht es nicht so gut heute. Gestern Abend während unseres Streits ist sie aus dem Zimmer geflüchtet (sonst will sie bedingungslos immer bei uns, vor allem bei ihr sein). Und heute weicht er nicht von meiner Seite und dass, obwohl sie (es ist eine Hündin) sonst extrem auf SIE fixiert ist. Auch während ich das jetzt hier tippe liegt sie ganz nah zu meinen Füßen. Das kenn ich sonst überhaupt nicht von ihr. Wenn ich es nicht besser wüsste, dann würde ich denken, dass sie meine Nähe sucht, weil ich bald nicht mehr in ihrem Leben vorkommen werde. So ist es natürlich nicht (ich habe gelernt Hunde nicht zu sehr zu vermenschlichen) und ich hoffe auch immer noch, dass es so nicht kommen wird. Aber gerade fühlt es sich so an.
7.7.15 13:22


Vergiftete Herzpfeile am Tag des Kusses

Ich sitze hier und heule. Wie ein Schloßhund. Ich bin da nicht stolz drauf, aber es ist so. SIE schläft Dämonenschlaf. Aber vorher gab es noch Streit. Wobei: ist das überhaupt das richtige Wort? SIE versucht den Dämonen abzuschwören, doch bei diesem Rückschlag dabei wollte ich anders reagieren. Besser. Wollte mit ihr reden, ganz in Ruhe. Solange es noch geht. Wollte verstehen, wieso. Nicht sauer sein, sondern verständnisvoll.

Ich sollte noch erwähnen, dass wir gestern schick essen waren. Also für unsere Verhältnisse relativ schick. Überlegungen, denen ich jetzt gerade nicht mehr folgen möchte, haben mich dazu veranlasst einen riesigen Fehler zu begehen. Ein ungelenker Heiratsantrag, der fürchterlich in die Hose gegangen war. Wenn ich es könnte, dann würde ich ihn gern ungeschehen machen. Kann ich leider nicht. Das war ein riesiger Fehler, der mir wahnsinnig leid tut und ganz allein auf meinem Mist gewachsen ist.

Das Resultat meines heutigen Verstehenwollens waren aber Giftpfeile. Eine Menge. Mitten ins Herz. Und die haben alle gesessen. Während SIE also schläft, ziehe ich einen nach dem Anderen aus meinem Herzen heraus. Drin bleiben können sie ja nicht.

Ich bin zu faul.
Kleine Wunde.

Ich bin zu fett.
Etwas größere Wunde, tut etwas weh, kann ich aber verstehen.

Ich bin so ganz allgemein der Grund, warum es ihr schlecht geht und warum SIE den dämonischen Rückfall hatte.
Klaffende Wunde, riesiger Schmerz. Einer der Gründe, warum ich hier heule.

Mit dem Arzt, mit dem SIE eigentlich über ihre Dämonen sprechen will, redet SIE stattdessen "nur" schlecht über mich.
Autsch, der hat auch so richtig gesessen. Mein Herz blutet mittlerweile ganz schön.

Ich bin wie ihr Ex (der direkt aus der Hölle stammt und der ihr wirklich übel mitgespielt hat), weil ich z.B. gern über die Anschaffung eines größeren Autos rede (wohlgemerkt wirklich nur REDE), in dem wir alle (ich, SIE und der Hund) zusammen fahren können, obwohl es finanziell gerade schlecht aussieht.
Tiefe Wunde. Richtig tief. Denn ich will nichts mit diesem Abschaum von einem Menschen zu tun oder gemeinsam haben (das weiß SIE auch).

Ich bin ein Einzelkind, so ähnlich wie ihr Ex und man würde uns das beiden anmerken.
Noch mal richtig tief. Mein Herz ist ziemlich perforiert, aber es stecken immer noch Pfeile drin.

Meinen Wunsch, dass wir in einem Bett zusammen schlafen interpretiert SIE so, dass ich meinen "Pimmel an ihr reiben will".
Bisher der schlimmste Treffer von allen. Ich kann immer noch nicht glauben, was SIE mir da entgegengegiftet hat.

Wenn ich ihr Ex wäre, dann hätte ich SIE wenigstens befriedigt.
Allein das jetzt in diesem Moment zu schreiben (verarbeitet habe ich das bisher noch nicht), treibt mir wieder Tränen in die Augen. Dies sagt SIE zu mir vor dem Hintergrund, dass ihr Ex SIE missbraucht hat. Auch wenn ich den Giftpfeil gerade herausziehe, spüre ich das große Loch, den er in meinem Herzen hinterlassen hat.

SIE liebt mich nicht. Später ergänzt um "SIE würde mich ja gern lieben".
Das müsste eigentlich Herzstillstand bedeuten, denn es gibt nichts mehr auf der Welt, das ich mehr liebe als SIE.

Da ist noch mehr. Die restlichen Pfeile ziehe ich zusammen raus. Und obwohl ich mich oft und von ganzem Herzen für den verdammten Antrag (mit dem ich es natürlich eigentlich nur gut gemeint habe) entschuldigt habe, macht SIE mir mehr als klar, dass er es (auch) ist, weshalb SIE sich heute für die Dämonen entschieden hat.

Mitten in der Diskussion (in die ich nie hätte einsteigen sollen) schläft SIE ein. Ich flenne und schluchze laut, aber kann mir gewiss sein, dass SIE es nicht hört. War es das? Es sind Dinge gesagt worden, die ich eigentlich nicht vergessen kann. Und die Gewissheit, dass SIE diese auch so gemeint hat, nagen an mir, dabei liebe ich doch SIE immer noch.

Es ist furchtbar kitschig, aber in dem größten aller sozialen Netzwerke gab es vor einem guten halben Jahr die Möglichkeit, Freunde mit Videos zu überraschen. Dazu wurden gemeinsame Bilder zu einer netten Musik und einem einfachen Text automatisiert zusammengeschnitten. SIE hat mir so eines damals geschickt. Und ich muss weinen, wenn ich es sehe. Wenn ich mich an die Momente erinnere, in denen diese Fotos gemacht wurden. Wenn ich den Blick in ihren Augen sehe (da war auf jeden Fall noch ganz viel Liebe drin) und an die gemeinsame Zukunft denke, so wie ich es seit über 2 Jahren immer tue, dann merke ich, dass ich SIE immer noch liebe.

SIE mich allerdings nicht (mehr). Sagt SIE zumindest. Oder die Dämonen sagen es. Ich weiß es nicht. Ich schaue mir das besagte Video jetzt noch einmal an und es löst die gleiche heftige Reaktion bei mir aus. Ich sehe gerade, heute ist Tag des Kusses. Ich hätte SIE heute so gern geküsst, als ich noch die Möglichkeit dazu hatte. Vielleicht wäre einiges dann anders gelaufen. Stattdessen sitze ich hier und weiß nicht mehr, wo oben und und unten ist. Und was jetzt passieren kann / sollte / muss.

P.S. Ich heule wirklich nicht so oft, wie es der Blog hier vielleicht vermuten lässt. Aber gerade geht es mir nicht gut. Und es geht auch nicht anders.
6.7.15 22:02


16

Eigentlich dachte ich lange Zeit, dass ich diesen Blog nie wieder füttern würde, denn auch wenn er wunderbare Momente dieser Beziehung dokumentiert, so ist er doch geprägt von den dunklen Momenten. Und die waren weg. Zusammen mit ihren Dämonen haben sich diese dunklen, bedrohlichen Episoden verzogen. Für immer dachte ich, aber es waren respektable 16 Wochen.

Ein langer, aber eben auch endlicher Zeitraum. Es war toll, SIE so aufblühen zu sehen. Pur und wunderschön.

Aber nun sitze ich hier, musste schon etwas überlegen, wie das Passwort noch mal war. Denn die Dämonen sind zurück. Nach 16 Wochen, dafür heute den dritten Tag am Stück. Ich kann nicht mit ihr reden, also lese ich in ihrem Blog, der mir etwas von ihrer Seele zur Verfügung stellt (zum Glück hat Seele kein Verfallsdatum, denn die meisten Beiträge sind mehrere Jahre alt).

Und da lese ich etwas, von dem SIE mir schon mal erzählt hat. SIE hatte es in ihrer Vergangenheit schon mal über einen längeren Zeitraum mit ihren Dämonen aufgenommen. Und der Beitrag, den ich da finde lässt mich erschaudern. Dort schreibt SIE nämlich, dass sie gerade 16 Wochen geschafft hat. Und dass sie sich nicht sicher ist, ob sie sich wieder mit ihren Dämonen einlassen will. Die Geschichte (von der ich einen Teil mitgemacht habe) hat bewiesen, dass SIE dafür entschieden hat, sich wieder mit ihren dämonischen Peinigern abzugeben.

16 Wochen. Was ist dran an dieser Marke? Ich weiß, wie viel Kraft und Willen SIE benötigt hat, so lang durchzuhalten. Und SIE hat dies schon einmal geschafft. Mir schießen gerade Tränen in die Augen, ich muß abbrechen, denn mein Büronachbar muss das alles nicht mitbekommen.

Ihr damaliger Partner konnte ihr nicht helfen, aus der 16 eine 17, 18, 35,… zu machen und ich konnte es auch nicht. Ich schäme mich für meine Tränen und dass ich geglaubt habe, dass es "einfach" immer so weitergehen würde. Denn "einfach" waren diese 16 Wochen sicher nicht.
17.6.15 14:40


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