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Gute Zeiten

Frei nach Dave Grohl

Es sind Zeiten, wie diese, in denen ich lerne, wieder zu leben
Es sind Zeiten, wie diese, in denen ich gebe und gebe
Es sind Zeiten, wie diese, in denen ich lerne wieder zu lieben
Es sind Zeiten, wie diese, wieder und wieder

Ein Ohrwurm mit Bedeutung und einer mit Grund. Keine hohe Lyrik und wohl eher schlecht als recht übersetzt und interpretiert, aber er bohrt sich durch meinen Denkerschädel. Lenkt ihn ab. Lenkt ihn zumindest in positive Richtungen. In Richtung Licht am Ende des Tunnels.

Danke, Dave und danke an mein persönliches Licht!

17.9.17 23:02


Bilder (2)

Wieder ein Bild von uns. Wieder eines, das mich an einen anderen Ort und in eine andere Zeit entführt, wenn ich nicht aufpasse und es zu lange betrachte. Dieses steht nicht bei mir, sondern bei meiner Mutter, die übrigens einen Narren an IHR gefressen hat, aber das ist ein anderes Thema.

Auf diesem Bild schauen wir beide in die Kamera, hinter uns ist der Kölner Dom. SIE lächelt IHR wunderbares Lächeln, ihr Gesicht ist ganz nah an meinem. Dort, wo es wohl nicht mehr sein wird. Ich auf jeden Fall lächle etwas verkniffen, vielleicht sogar gequält (was aber natürlich nur ich sehe).

Ich bin plötzlich wieder vor Ort. Ich weiß wieder, wie es zu dem Bild gekommen ist… und es tut mir leid. Das ist so eine Sache, die ich in mir trage. Mir tun Dinge leid, die vermutlich Niemand anderem leid tun würden. Aber ich greife schon vorweg.

Wir haben an diesem Morgen einen Ausflug gemacht. Dieser wurde organisiert von der Uni, an der SIE gearbeitet hat. Zusammen mit ausländischen Studenten, denen SIE auf wirklich tolle und empathische Art und Weise Deutsch beigebracht hat. Und damit diese auch etwas von Deutschland sehen, gab es diesen Trip, an dem ich, zusammen mit IHR, dankenswerter Weise teilnehmen durfte. Die Abfahrt war schon sehr früh und der Treffpunkt in der Nähe der Uni. Und ich musste an diesem frühen Zeitpunkt feststellen, dass SIE ein wenig Besuch von IHREN Dämonen hatte, die SIE ja jetzt glücklicherweise mittlerweile hinter sich gelassen hat. Schon um diese frühe Uhrzeit! Ich war stinksauer. Ich konnte es nicht zeigen. Wegen den Studenten. Wegen IHREN Kollegen und auch eigentlich wegen IHR. Das macht ja nichts besser.

Ich wusste es nicht besser und habe SIE darauf angesprochen. Und habe IHR bei der Fahrt nach Köln im Bus die kalte Schulter gezeigt. Wie gesagt: ich war stinksauer. Schon auf der Fahrt und auch in Köln selbst versuchte SIE mich aufzumuntern, was nur langsam gelang. Kurz bevor wir in Köln wieder in den Bus gestiegen sind, um weiterzufahren, hatte SIE die Idee mit dem Selfie vor dem Kölner Dom. Zu dem Zeitpunkt war ich schon nicht mehr wütend, nur noch angefressen und willigte halbherzig ein. Das ist der Grund, wieso ich verkniffen in die Kamera schaue und SIE so lieb. Im Verlaufe des Tagestrips wurde es immer besser, aber in diesem, auf dem Foto festgehaltenen Moment, den ich mir immer wieder anschaue und der dabei immer wieder Gefühle und Fragen aufwirbelt war es so.

Ich habe ja geschrieben, dass es mir leid tut. Was genau mir leid tut? Ich kann mein Ich von früher noch völlig verstehen. Es hat versucht das Beste aus der Situation zu machen und steckte in keiner besonders guten Lage. ABER das gilt auch für SIE, zumindest, was diesen Tag angeht. Ich schrieb nämlich auch, dass SIE ein wenig Besuch von IHREN Dämonen hatte. Und was ich hier immer mit Dämonen beschreibe, ist eine schwere Krankheit. Das bedeutet, dass SIE unter großer Kraftanstrengung dafür gesorgt hat, dass es im Rahmen blieb. Dass es kaum merklich war. Und ich fühle mich mittlerweile wie ein Arsch, wenn ich das Bild sehe, denn auch wenn ich ganz gut unter Kontrolle hatte, dass ich stinksauer war, habe ich es IHR nicht leicht gemacht an diesem Vormittag. Kalte Schulter und so… Und das tut mir leid. Jedes Mal, wenn ich dieses Bild sehe und dabei IHR Gesicht nicht mehr neben meinem spüre. Ich wäre gern nachsichtiger und fürsorglicher gewesen in der Situation. Und obwohl ich weiß, dass das ein klassischer Fall von "leichter gesagt als getan" ist (denn das lässt sich mit dem Abstand, den ich jetzt habe leicht sagen), fühle ich dieses Gefühl jedes Mal.

Es tut mir leid. Ich kann trotzdem nicht an dem Bild vorbeigehen, wenn ich meine Mutter besuche, ohne diese und weitere Gedanken zu haben. Wenn meine Mutter einen ihrer helleren Momente hat, fragt sie sich sicher, warum ich so oft auf das Bild schaue, aber gefragt hat SIE mich glücklicherweise noch nie.
6.9.17 18:38


Bilder

Bilder halten immer einen Moment fest. Sie können tröstlich sein, wenn man sich an eine bestimmte Person oder eben einen bestimmten Moment erinnern will. Sie können auch quälen, wenn sie eine zurückliegende Geschichte dokumentieren, die kein gutes Ende genommen hat. Wie auch immer: sie sind ein Fenster in eine andere Zeit, an einen anderen Ort. Ich habe noch viele Bilder von IHR und viele dieser Bilder transportieren mich an einen Ort in meiner Vergangenheit

Eines dieser Bilder zeigt mich und SIE an einem holländischen Strand. SIE strahlt in die Kamera, während ich mit geschlossenen Augen in die Sonne blicke und meinen Kopf an SIE schmiege. Im Hintergrund sieht man Dünen, blauen Himmel und Sand. Wenn ich mich von diesem Bild hinweg führen lasse, dann erinnere ich mich an das Gefühl, das ich in diesem Moment hatte.

Es war unser erster gemeinsamer Urlaub. Der Weg bis dahin war steinig. Für uns beide. Dieser ganze Urlaub war auf der einen Seite nichts Besonderes. War ja nur eine Woche Holland. Aber er war auch etwas ganz Besonderes. Andere Luft, die Probleme hinter uns lassen. Die Person, die ich von ganzem Herzen liebte, zu genießen (diesen Punkt kann ich nur aus meiner Sicht beschreiben). Sich fallen lassen können. Genau das habe ich auf dem Bild getan. Genießen. Sich anschmiegen. Sich sicher fühlen. Ich hatte da noch keine Ahnung, welche Probleme uns noch erwarten würden und wie das alles enden würde. Weil ich in dem Moment an alles andere gedacht habe, aber nicht an ein Ende.

Das Bild hat mir früher immer ein wenig Hoffnung gebracht, wenn ich es angeschaut habe, gerade in schwierigen Stunden. Wenn ich es mir jetzt anschaue, dann habe ich eher zwiespältige Gefühle. Die bitteren dieser Gefühle verpacke ich ganz hinten in meinem Herzen. Will sie nicht zulassen, weil sie vieles besudeln würden. Manches zu recht, aber vieles sicher zu unrecht.

Drohen die bitteren Gefühle die Überhand zu gewinnen, schaue ich weg. Bis dahin schaue ich hin, bis mir wieder der Geruch von Meerluft in die Nase steigt, der Wind um selbige weht und die Sonne ins Gesicht scheint. Nur das warme und einzigartige Gefühl von damals will sich nicht wieder einstellen. Was das angeht, bleibt nur die Erinnerung daran. Und der Wunsch, wieder solche Momente zu erleben. Ich muss mich der Aufgabe widmen, die passende Person dafür zu finden. Oder von dieser gefunden zu werden. Vielleicht wurde ich ja schon gefunden und ich weiß es noch nicht? Vielleicht auch nicht. Mal sehen, was die Zukunft so bringt.
2.9.17 14:43


Die Rückkehr des zerdenkenden Kopfes

Dieser Blogeintrag handelt nicht von IHR. Muss doch auch mal sein. Es gibt schließlich noch andere tolle Menschen…

Schon seit einigen Wochen erhellt ein digitaler Kontakt mein Leben ein bisschen. Mein Kopf zerdenkt ja schon immer Dinge, bis sie sich in ihre Bestandteile auflösen. Das habe ich bisher in den letzten Wochen ausblenden können, was diesen neuen, wunderbaren Kontakt angeht, aber heute schlägt er wieder voll zu.

Wie sich das bemerkbar macht? Ich checke heute sicherlich 5 oder 6 Mal, ob ich denn schon eine Antwort von ihr bekommen habe. Habe ich nicht. Sonst antwortet sie doch immer so schnell… Habe ich vielleicht was Falsches geschrieben? Ich schicke noch eine zweite Mail hinterher.

Dann lese ich eben einen neuen Text von ihr. Und ich merke, wie ich leicht eifersüchtig werde. Das irritiert mich noch viel mehr. Erstens ist das gar nicht meine Art und zweitens kenne ich sie ja gar nicht so richtig. Eine Tatsache, die ich einerseits gern ändern würde, die mir aber auch etwas Angst macht.

Und nun sitze ich hier, schreibe einen neuen Eintrag und versuche mit der überaus verwirrenden Gemengelage klar zu kommen. Schreiben hilft mir da ja doch meistens. Was auch immer das bedeutet, wo auch immer das hinführt: sie ist ein besonderer Mensch, das ist mal klar. Klar ist auch, dass ich diesen zerdenkenden Kopf nicht abschrauben oder ausschalten kann.

Die Tatsache, dass ich das gerade schreibe, was ich dank meines Kopfes schreibe könnte sie verschrecken. Wenn ich mir ihren letzten Text genau durchlese, dann stehen die Chancen echt nicht schlecht, dass das passiert. Und das sind die Momente, in denen mir ein denkender Kopf viel lieber wäre als ein zerdenkender, aber man kann sich seinen Kopf ja leider nicht aussuchen. Ich zumindest nicht…
28.8.17 19:48


Von Haifilmen und alten Gewohnheiten

Eigentlich wollte ich einen anderen Eintrag schreiben, aber aus verschiedenen Gründen gefiel mir die Richtung nicht, in die dieser sich entwickelt hat. Dementsprechend etwas anderes…

Am letzten Wochenende habe ich mal wieder etwas gemacht, was ich schon lange nicht mehr gemacht habe. Dafür muss ich ein wenig ausholen. Als mein Vater noch gelebt hat, war ich Samstags oft mit ihm unterwegs. Einkäufe machen, etwas Herumlaufen, frische Luft schnappen und von Zeit zu Zeit durch Elektronikmärkte stromern und neue Technik anschauen. Dafür hatten wir eine Handvoll Ziele in unserer Umgebung. Die Frage "Was machen wir heute?" wurde beinahe zu einem geflügelten Wort zwischen uns, wenn wir Samstag vormittags fertig mit dem Frühstück waren. Lange Rede, kurzer Sinn: am letzten Samstag machte ich mich auf den Weg zu einem dieser Orte. Natürlich war ich auch schon allein dort nach dem Tod meines Vaters. Ich war später mit einem Kumpel da und ja, auch SIE habe ich 1-2 Mal mitgenommen (wofür SIE aber keinerlei Vergnügen entwickeln konnte). Aber gefühlt war ich eben schon lange nicht mehr da.

Samstag also wieder. Ich habe zur Sicherheit tatsächlich das Navi angemacht. Zum Einen, weil ich nicht wie früher vom Haus meiner Eltern gestartet bin und zum Anderen, weil es schon etwas her war und ich meinem Gedächtnis nicht ganz getraut habe. War aber unnötig. So lief ich also nach dem Ankommen allein durch diese kleine, aber irgendwie angenehme Fußgängerzone. Ein zentraler Ort hatte sich sehr verändert, andere nicht. Ich hatte kurz das Bedürfnis meinem Vater von diesem veränderten Ort zu erzählen. Oder Irgendjemandem. Nachdem ich diesen Gedanken abgeschüttelt hatte, lief ich die altbekannten Wege, schaute in Schaufenster, ignorierte diverse Schlemmermöglichkeiten (Diät und so…) und ging auch in die besagten Elektronikmärkte. Manierismen, die ich mir mit IHR eigentlich nahezu abgewöhnt hatte.

Apropos SIE… Ich habe mir auch mal wieder ein paar Filme auf Blu-Ray gekauft. Gute Angebote gibt es an diesem Ort nämlich immer noch. Recht aktuelle Filme, die man paarweise günstig kaufen kann. Als ich also auf die Auswahl "2 für 15" schaute, war der erste Film, den ich in der Hand hielt ein Hai-Horror-Film. Nicht, dass ich dem Genre grundsätzlich abgeneigt war, so hat SIE doch eine merkwürdige Vorliebe für diese Art von Filmen. Wir haben viele dieser Filme geschaut, manche gut, viele eher nicht so. Wie aus Reflex griff ich also zu diesem Film und überlegte direkt, welchen ich noch dazu nehmen soll, bis mir nach mehreren Minuten auffiel, dass es ja scheinbar kein "Wir" mehr gibt. Zumindest nicht mehr so wie auf einem kleinen gerahmten Bild von uns, auf dem wir mit 3D-Brillen in die Kamera strahlten und einen 3D-Haifilm schauten.

Ich habe den Film dann trotzdem gekauft. Wieso? Vielleicht der Glauben an eine Fortsetzung der gemeinsamen Zukunft? Oder aus Trotz? Oder weil dieser Haifilm wirklich zu den guten gehören soll? Aus Gewohnheit? Oder aus einem ganz anderen Grund? So ganz genau weiß ich es nicht. Ein bis zwei Gründe kann ich ausschließen, aber die Blu-Ray liegt jetzt verschweißt bei mir und wartet darauf geschaut zu werden.

Witzigerweise hätte ich auf dem Rückweg das Navi gebrauchen können, denn eine der von mir schon so oft befahrenen Straßen war gesperrt und die Umleitung katastrophal ausgeschildert. Das Navi habe ich nicht angemacht, habe bewusst ausgetretene Pfade verlassen und zum Einen das Autofahren durch immer ländlicher werdende Gebiete genossen und dabei zum Anderen meinen Gedanken nachgehangen. Ausgetretene Pfade haben zwar etwas unglaublich Beruhigendes, können aber auch unglaublich einengen.
18.8.17 22:17


Zettelwirtschaft

Ich arbeite seit einem guten halben Jahr in meinem aktuellen Job. Viel Stress, nicht immer ganz leicht, aber darum soll es hier nicht gehen.

Ich habe seit einigen Monaten einen neuen Kollegen. Er ist ein richtig netter Kerl, ein guter Typ. Potenzielles Kumpel-Material. Aber nicht nur das, denn er hat innerhalb von kürzester Zeit eine Freundin in meiner (und jetzt auch seiner) Stadt gefunden. Einfach so. Online. Irgendwie gezielt. Ich schreibe das hier nicht, um das irgendwie zu verurteilen, im Gegenteil. Aus meiner Sicht ist das durchaus bewundernswert. Im Moment scheint es nämlich auch so, als hätte er die große Liebe gefunden. Es ging ganz schnell. In den ersten Tagen schwärmte er mir mit leuchtenden Augen von ihr vor. Wenige Wochen später haben sie sich schon eine gemeinsame Wohnung ausgesucht und renovieren sie gerade. Liebe. Liebe ist toll.

Ich sage das ohne Neid, auch wenn ich das Gefühl habe, gerade auf der gänzlich anderen Seite der Gefühlsskala zu sein. Vor ein paar Tagen musste ich aber schon schlucken und musste aufpassen das nicht zu laut zu tun. Ich stand neben seinem Arbeitsplatz, weil er mir etwas zeigen wollte, da sah ich an seinem Monitor viele gelbe Zettel mit seinen Notizen hängen und einen orangenen. Ich bin nicht neugierig, aber mein Blick schweifte über diesen Zettel und auf ihm stand etwas dieser Art:

"Ich hab dich sehr lieb und du machst mich glücklich. Danke, dass es dich gibt!" zusammen mit einem kleinen Herzen oder einer Blume. Ich wollte nicht zu sehr auf den Zettel starren, daher ist mein Bericht lückenhaft.

Natürlich handelt es sich bei dieser Klebenotiz um eine Botschaft seiner neuen Liebe. Und wieso musste ich schlucken? Der (gar nicht mal so) aufmerksame Leser ahnt es schon: ja, es gab eine Zeit, in der SIE mir auch viele solcher Botschaften schrieb. Und weil ich mich schwer damit tue, liebe Nachrichten wegzuwerfen liegen sie hier auf meinem Schreibtisch. Moment, ich kram sie mal raus…

"Du wirst wieder Spaß an der Arbeit haben!" (das bezog sich auf meine damalige Selbständigkeit)

"Danke für ein tolles Wochenende!" (zusammen mit vielen Herzen)

"Ich liebe dich!" (und ganz viele Herzen)

Und dazu noch jede Menge Nachrichten von Hubi, einem Stoff-Affen, den ich IHR mal in einem Zoo gekauft habe und den SIE eine Zeit lang als Liebesbote missbraucht hat.

"Ich häng hier so ab und soll dir sagen: SIE liebt dich!"
"SIE stands upside-down for you! Hugs, Hubi"

An diese Nachrichten musste ich in dem Moment denken. Sie sind schnell gemacht und kosten wenig Mühe, aber können trotzdem einen ganzen Tag, ein ganzes Leben versüßen. Und in dem Moment als ich den orangenen Zettel sah, fehlte SIE mir wieder ein bisschen mehr. Ihre süßen und kreativen Ideen, mir ihre Liebe zu zeigen. Der süße, erwartungsvolle Blick wenn SIE gespannt auf meine Reaktion war. All das ist weg und scheint weit entfernt zu sein. Ja, SIE lächelt mich immer noch an, wenn ich SIE sehe, aber es ist ganz anders.

Einen dieser Zettel vermisse ich übrigens tatsächlich. Den hat SIE mir mal gegeben zu einem Zeitpunkt, an dem ich nicht damit rechnete. Ich glaube das war nach einer schlimmen Nacht (aber darum soll es hier auch nicht gehen). Auf dem Zettel war eine wunderbar talentierte, aber auf einem profanen kleinen Zettel gezeichnete Kugelschreiber-Zeichnung, die SIE, mich und unseren (damals war es "unser") Hund von hinten zeigt, wie wir eng umschlungen am Strand einen Sonnenuntergang betrachten. Jetzt, wo ich das beschreibe, bekomme ich feuchte Augen, weil es genau das symbolisiert hat, was ich mir gewünscht habe. Das hat mir Kraft gegeben. Und auch die Art und Weise, wie SIE mir das gab: ein Zeichen ihres Herzens mitten in einer Zeit, als es (und SIE) mit ihren Dämonen zu kämpfen hatte. Es gab einen lichten Moment in einer Nacht (SIE gab es mir morgens), in dem sich ihr großes Herz an ihren damals aktiven Dämonen vorbeischleichen konnte, um mir diese Nachricht zu erstellen. Vielleicht versteht man jetzt, wieso dieser Zettel mir damals so viel bedeutet hat.

Ich weiß nicht, was mit diesem Zettel passiert ist. Weggeworfen habe ich ihn sicher nicht. SIE vielleicht. Ich glaube nicht, dass ich ihn noch mal wiederbekommen werde. SIE würde mir sicher eine neue Zeichnung anfertigen, wenn ich SIE darum bitten würde, aber SIE würde es nicht mehr so meinen. Insofern geht diese Botschaft ein in den Pantheon kleiner, aber wichtiger Dinge, die ich verloren habe. Ich meine, schon früher darüber gebloggt zu haben. Bei den anderen Dingen handelt es sich um kleine Herzen von ihr, die mir viel bedeutet haben. Irgendwann mal fällt mir vielleicht eines davon in die Hände und wird sicher viel, viel in mir auslösen.

All dies schoss mir in den Kopf als ich den Zettel beim Kollegen sah. Ich hab mich dann erst mal wieder in mein Büro zurückgezogen und durchgeatmet. Und dann weiter gearbeitet. Ich hab ja auch Niemanden (schon gar nicht auf der Arbeit), mit dem ich darüber reden könnte. Dafür gibt es ja immer noch diesen Blog.
8.7.17 20:52


Blume

Kurz bevor es vorerst (?) endete (?), habe ich ein tolles Album entdeckt. Die Band heißt "Die höchste Eisenbahn" und das Album "Wer bringt mich jetzt zu den anderen". Ich höre nicht so viel deutschsprachige Musik, aber das hier, das war toll. Die Musik wunderbar abwechslungsreich und die Texte oft etwas neben der Spur (aber nicht so abgehoben-ätherisch wie Tocotronic), oft witzig (dabei aber nie klamaukig) und oft einfach offen, ehrlich und herzlich. Ich merke jetzt gerade, dass aus mir kein Musikjournalist mehr wird, aber das ist ok.

Ich habe auf jeden Fall dieses Album entdeckt und "verschlungen", wenn man denn Musik überhaupt verschlingen kann. Ein Track habe ich dann recht schnell IHR gewidmet bei jedem Hören. Nicht jede Zeile erschließt sich mir, aber andere, andere waren meine Hymne bei jeder Autofahrt und ganz klar: sie drehten sich um SIE und mich!



"Seit ich dich kenne, hab ich keine Ruhe
Sag all deinen Freunden, am besten noch heute
Unsere Liebe wird aufgehen wie eine Blume
Wie eine Blume"

Auch andere Zeilen passten, aber die da oben, die waren meine Hymne. Im Auto mit heruntergefahrenen Scheiben laut mitsingend und über beide Ohren grinsend. Und dann später fast genau so laut, aber manches mal mit Tränen in den Augen.

"Seit ich dich kenne
Ich lass dich nie wieder los
Seit ich dich kenne
Ich lass dich nie wieder los"

Wieder im Auto. Anfangs nicht ganz so laut, wie der Refrain aber dennoch voller Inbrunst mitgesungen. Später nach dem Ende (?) dann noch mehr Inbrunst. Ich bin das Kämpfen doch gewohnt. Und loslassen kann ich eh nicht so gut, wenn das was ich festhalte so wertvoll ist.

Und jetzt sitze ich einige Monate später hier und frage mich, ob diese Blume noch immer frisch und nicht welk ist. Und ich frage mich, ob ich doch loslassen sollte.

Obwohl ich Musik liebe und sie mir in vielen verschiedenen Momenten meines Lebens weitergeholfen hat, so ist mir klar, dass ich keine Antworten in diesem (oder irgendeinem) Popsong finden werde, egal wie gut er auch ist.

Und wenn das Geschreibsel hier für nichts anderes gut ist: hört doch mal in den Song und das Album rein, denn beides ist toll. Vielleicht habt ihr auch eine Blume / einen Menschen, dem ihr diesen Song beim Mitsingen widmen könnt.
7.7.17 00:27


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