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Endspurt

Die Geschichte des einsamen Rennfahrers geht so: er fährt ein einsames Rennen. Sein Tank ist schon fast leer, die Nadel zeigt schon ewig keinen Wert mehr an und hat es sich im roten Bereich bequem gemacht. Eine Möglichkeit zum Tanken hat er nicht mehr. Er ist Eins mit seiner Maschine, beinahe schmerzhaft Eins. Das, was er da tut ist Höchstleistung, aber eben auch automatisiert. Kuppeln, Gang rein, vor der Kurve abbremsen, in einen niedrigen Gang wechseln, den Fuß wieder aufs Gas. Schon lange denkt er nicht mehr darüber nach, was er da tut. Er tut es einfach.

Zack, wieder ein Schlagloch, aber der Wagen ist noch auf Kurs. Das Auto hat schon wieder etwas abbekommen, aber der einsame Rennfahrer hält seinen Wagen in der Spur. Immer noch. Er muss ja noch ein ganzes Stück fahren. Getrieben von Ausdauer reitet er mit letzter Kraft sein Vehikel, das ihn immer noch nicht verlässt. Etwas Treibstoff scheint ja noch da zu sein.

Der einsame Rennfahrer schaut kurz zur Seitenscheibe, aber da ist es dunkel. An seiner Strecke stehen keine Zuschauer und es ist auch kein anderes Auto auf der Strecke. Wie lang ist er schon unterwegs, fragt er sich. Zu lang grunzt er vor sich hin, nur gibt es Niemanden, der ihn hört. Schon lange nicht mehr. Verbissen verdrängt er die Gedanken und ist wieder im Rhythmus. Kuppeln, Gang rein, Gas geben, Lenken, Gegenlenken. Ein paar Kilometer schafft er noch. Er fährt gar nicht schlecht, denkt er, als ihm einer der Vorderreifen platzt.

Der Wagen fährt sich noch schlechter als vorher, aber er hat keine Wahl, er fährt weiter. Er weiß, dass die nächsten Runden noch anstrengender werden und er hat recht. Er kämpft in jeder Kurve, reißt am Lenkrad. Das Ziel vor Augen. Das Rennen kann doch nicht mehr ewig dauern, denkt er bei sich, während er mit schweißnassen Händen am Lenkrad des mittlerweile arg mitgenommenen Boliden zerrt.

Er ist fokussiert. Das ist Hochleistungssport, was er da macht. Sehr respektabel, wenn denn Jemand von ihm Notiz nehmen würde. Er ist da draußen, fährt Runde um Runde. Rekordzeiten sind es keine, die er da hinlegt, dafür ist das Gespann aus Fleisch und Metall schon zu mitgenommen, aber beachtlich ist die Leistung von Mensch und Maschine auf jeden Fall.

Oh, was würde ich dafür geben, wenn ich endlich im Ziel bin, denkt er sich. Solche Gedanken hat er oft. Sie treiben ihn an. Doch der nächste Gedanke, der ihm kommt ist es, der ihn wie ein Vorschlaghammer trifft: was wartet auf mich im Zielbereich? Klar ist da das Ziel, aber was ist das Ziel? Was macht der einsame Rennfahrer, wenn er im Ziel ist? Außer zu tanken? Und dann wieder weiterzufahren? Das verunsichert den einsamen Rennfahrer und er wird langsamer. Er weiß, dass er ins Ziel muss, denn das ist seine Bestimmung, gleichzeitig hat er auf einmal Angst vor dem Ziel. Vorwärts, eine andere Richtung kennt er nicht. So fährt er immer noch sein Rennen, er ist immer noch im Endspurt. Er hat eine vage Idee davon, dass in dieser Black Box „Ziel“ etwas auf ihn warten könnte, dass diese ganze Tortur rechtfertigt. Sicher ist er sich aber nicht. Er tut einfach weiter das, was er kann und fährt sein einsames Rennen. Ohne andere Fahrer und ohne Zuschauer. Und wenn man ganz leise ist, dann hört man ihn und seinen lädierten Rennwagen irgendwo im Hintergrund, wie er seine Runden dreht. Wie der Motor aufheult, wie er selbst aufheult. Ganz leise…
16.11.17 21:54


(Digitale) Reise in die Vergangenheit

Ich habe ein neues Smartphone. Nachdem ich in den letzten Jahren ein Android-Telefon hatte, bin ich vor ein paar Tagen wieder auf ein iPhone zurückgewechselt. Ich schreibe das weder, um anzugeben (Telefone sind selten dämliche Statussymbole, wie ich finde), noch um einen technischen Vergleich anzustellen. Nein, es geht um etwas anderes. Bis vor einigen Jahren habe ich WhatsApp auf einem älteren iPhone benutzt und dank iCloud, so einem Wunder der modernen Technik, das Daten in einer „digitalen Wolke“ speichert, war ich nach der Installation von WhatsApp auf diesem Gerät wieder in meiner Vergangenheit.

Das hat mich zwar meine aktuellen Konversationen und mit ihnen einige Lichtblicke der letzten Wochen und Monate gekostet, aber mich eben auch in eine vergangene Zeit zurückkatapultiert. Die Liste der aktuellen Chats war eben die, wie sie war, als ich damals von meinem alten iPhone zu meinem damaligen neuen Android-Phone gewechselt war. Ich hab das erst gar nicht gemerkt. Zuerst ging es mir um die aktuellen Chatverläufe, wohl vor allem wegen der beschriebenen Lichtblicke und mein Ärger über mich selbst, dass ich es nicht geschafft hatte diese mitzunehmen auf das neue Telefon.

Als ich mich damit abgefunden hatte, dass ich auf meinem alten Android-Telefon nicht mehr an diese Verläufe kam, nachdem ich WhatsApp auf dem iPhone aktiviert hatte, warf ich einen längeren Blick auf den Stand der Dinge auf meinem neuen Telefon. Und schwups: schon war ich wieder einige Jahre zurück. Neben einigen Konversationen aus Gruppen, die es gar nicht mehr gibt und / oder ich nicht mehr Mitglied war, prangte ganz oben in der Liste der Verlauf mit IHR. Klar, mit Niemandem in der Zeit habe ich mehr geschrieben als mit IHR.

Nach kurzem Zögern klickte ich drauf und macht wirklich eine kleine Zeitreise. Ich weiß jetzt, dass ich zu keiner besonders guten Zeit mein Handy gewechselt hatte. Der letzte Eintrag war ein Bild von einer Veranstaltung, auf der SIE ohne mich war, SIE mich aber netterweise daran teilhaben lassen wollte. Darüber (an einem oder 2 Tage zuvor) waren 2 Sprachnachrichten, an die ich mich noch erinnern konnte, speziell nachdem ich meine Antwort darauf gelesen habe. Diese Sprachnachrichten waren alles andere als nett. Darüber - wieder einige Tage zuvor - schrieb SIE, dass SIE gerade noch unterwegs sei, um mir eine Überraschung zu besorgen zusammen mit einigen vielversprechenden Emoticons. Welche Überraschung das war, weiß ich leider nicht mehr. Ich weiß nur noch, dass ich es geliebt habe, wenn SIE mich mit Kleinigkeiten oder auch größeren Dingen überrascht hat. Und SIE hat es genossen, mich zu überraschen. Meine Aufgeregtheit und IHR gespannter Blick, wie ich auf die Überraschung reagiere, habe ich über die Maßen geliebt.

Darüber war ein Bild von mir. Überhaupt nicht vorteilhaft, gerade das Gegenteil. SIE, die sich damals überhaupt nicht gern hat fotografieren lassen hat damals unter Einfluss IHRER damaligen Dämonen, von denen SIE sich zum Glück mittlerweile befreit hat (und ich hoffe bei Gott, dass es dabei bleibt!!) ein Bild gemacht von mir, während ich neben IHR auf der Couch sitze, auf der SIE damals lag. Eines, das mir gar nicht schmeichelte. Ohne Kommentar hatte SIE es mir geschickt, um mir IHRE Verachtung für mich zu zeigen. Ohne einen weiteren geschriebenen Kommentar. Den gab es, wenn überhaupt, verbal. Daran, so es ihn denn gab, kann ich mich zum Glück nicht mehr erinnern.

Jetzt, mit deutlichem Abstand kommt mir diese Zeit surreal vor. Die Kämpfe, die ich mit IHR (oder besser: IHREN Dämonen) ausgefochten habe. Die so sinnlos waren. Weiter habe ich im Chatverlauf nicht gescrollt. Mehr wollte ich nicht sehen, weiter wollte ich nicht mehr in der Vergangenheit herumwühlen. Aus verschiedenen Gründen. Gründe, über die ich nicht weiter nachdenken will.

Ich neige oftmals dazu, die Vergangenheit zu glorifizieren, die schlechten Dinge auszublenden, Fehler deutlich mehr bei mir als bei Anderen zu suchen. Das ist nichts, was ich bewusst mache, das steckt so in mir drin. Das ist sicher nicht die schlechteste Charakter-Eigenschaft bei Menschen, aber auch sicher nicht die gesündeste. Wenn ich aber dank „modernster“ Technik solche Zeitsprünge mache und unfreiwillig in Situationen zurückgeworfen werde, an die ich sonst nicht mehr gedacht hätte, dann rüttelt mich das wieder ein Stück wach.

Daher (nicht nur) an die zukünftige Mrs. Ich, wo auch immer sie stecken mag: ich bin vielleicht kein Hauptgewinn, aber ich bin verdammt noch mal ein guter Kerl. Kein Hauptgewinn, ich habe aber mit Sicherheit das Potenzial ein Gewinn zu sein, dein Leben zu bereichern. Mein Betriebssystem arbeitet ohne schlechte Hintergedanken und ohne Boshaftigkeit oder Verschlagenheit. Ich bin jederzeit bereit, mich für dich aufzuopfern, dich ohne Vorbehalt zu lieben. Ich werde aber mehr darauf aufpassen, dass ich nicht mehr zu selbstlos bin. Auch wenn ich es immer noch mehr mag zu geben, als zu nehmen, will ich nicht mehr ein zu großes Ungleichgewicht haben in meinem Leben. Aber, liebe zukünftige Mrs. Ich, ich habe da keine Zweifel, dass du es ähnlich siehst. Und dass wir uns deswegen so gut ergänzen (werden).

„Du und ich gegen den Rest der Welt“ ist ein richtig schöner Satz, wie ich finde. Gern hätte ich ihn oft und in den passenden Momenten zu IHR gesagt, aber ich werde ihn auch noch zu dir sagen. Und du wirst hoffentlich auch so empfinden. Ich sage oder schreibe solche Sachen eigentlich nie über mich. Weil ich nicht der Typ bin. Bescheidenheit ist mein Naturell und wird es auch bleiben. Damit es aber nicht zu sehr in „falsche Bescheidenheit“ driftet, musste ich es mal schreiben und werde es bei Gelegenheit auch hin und wieder mal sagen.

Und genau wie ich dies tue, werde ich versuchen, meine Vergangenheit nicht mehr zu rosarot zu sehen, mich dabei herabzuwürdigen und andere glorifizieren. Auch die schlechten Erfahrungen haben mich zu dem gemacht, der ich bin. Zumindest diese Erkenntnis habe ich dank iCloud. Ich bin mir zwar ziemlich sicher, dass das nicht der Hauptzweck davon ist, aber so ist das eben mit Erinnerungen an die Vergangenheit und große Erfindungen: sie können für Jeden etwas anderes bedeuten.
18.10.17 22:42


The future is wide open

Tom Petty ist tot. Das ist vielen Menschen sicher egal. Manche wissen mit dem Namen vielleicht gar nichts anzufangen, aber mir ist… war er ziemlich wichtig. Petty war ein erfolgreicher Musiker, der schon in den 70'ern Alben herausgebracht. Ich habe ihn in den frühen 90'ern entdeckt und mich vor allem in die Alben "Full Moon Fever" und ganz besonders "Into The Great Wide Open" verliebt. So kann ich mich noch lebhaft an stundenlange Sessions "Super Mario Kart" auf dem Super Nintendo mit meinem besten Freund erinnern, bei denen die CD rauf und runter lief. Ich denke also nicht an das wahrscheinlich sündhaft teure Musikvideo mit Johnny Depp, sondern an diese Stunden sorglosen Spaßes. Und an einige meiner Meinung nach nahezu perfekte Popsongs.

Auch wenn sich mein Geschmack über die Jahre weiter entwickelt hat, breiter geworden ist, hat mich Tom Petty nie wirklich verlassen. Ich habe auch spätere Alben gekauft und sein Stimme und seine Melodien waren immer eine Art sicherer Hafen für mich. Wenn es mir nicht so gut ging, konnte ich mich darauf verlassen, dass ich beim Hören auf bessere Gedanken kam. Allen voran bei besagtem Album "Into The Great Wide Open" aus den beschriebenen Gründen.

Vor wenigen Tagen schrieb ich Jemandem "The future is wide open". "Alles ist möglich und ich glaube wieder daran" wollte ich damit sagen. Also eine durchaus positive Message. Vielleicht ist es ironisch, dass ich einen Song aus meiner Vergangenheit zitierte, um meinen neu gewonnenen Blick auf meine Zukunft zu beschreiben. So oder so war Petty wieder mal für mich da, denn nach dem Zitat schickte ich gleich noch das Video hinterher. Das Zitat war nicht nur passend und schön, der Song war es wert, dass ich ihn dieser Person zeige. Sie kannte ihn natürlich schon, nur namentlich nicht. Das ist wohl einer dieser Songs, den fast jeder schon mal gehört hat.

Das war es dann. Natürlich kein großes Thema. Weder für sie noch für mich. Bis ich dann vor wenigen Tagen lesen musste, dass Tom Petty gestorben war. Völlig unerwartet und kurz nach einer Amerika-Tour. Gerade in den letzten beiden Jahren sind so einige Musiker gestorben, die mir viel bedeutet haben. Aber Tom Petty? Eine Konstante für mich in so vielen Jahren? Es gab Zeiten, in denen ich schlecht einschlafen konnte, da hat mir ganz leise Musik geholfen. Eines der Alben, die ich dafür nutzen konnte war natürlich eines von ihm. Gerade als ich das hier schreibe höre ich wieder "Into The Great Wide Open", denke an die sorglosen Super Nintendo-Sessions, an das Gefühl das ganze Leben noch vor mir zu haben. Into The Great Wide Open halt.

Tom Petty wird mir fehlen. Seine Musik nicht. Die wird mich begleiten. Und hoffentlich immer ein sicherer Hafen sein. Natürlich bevorzuge ich Menschen als sichere Häfen, aber da ist ja nicht immer Jemand greifbar. Mr. Petty, vielen Dank! Ich werde Sie vermissen!

15.10.17 22:02


Es schlägt noch



Der Name "Kickdrumheart" basiert auf einem Song von den Avett Brothers. Und den Namen habe ich für diesen Blog gewählt, weil SIE mein Herz damals regelmäßig zum Hüpfen gebracht hat. Auf eine Art und Weise, die ich bis dato noch gar nicht kannte. Und damit war das absolut positive Herzhüpfen gemeint, weil ich SIE so sehr geliebt habe. Zu den besten Zeiten reichte ein Lächeln, IHR Erscheinen in der Tür, ein Kuss, ein "Ich liebe dich" und viele weitere Gesten oder Dinge, um aus meinem Herzen ein Kickdrum Heart zu machen. Manche dieser Dinge waren klein, manche groß. Völlig egal, mein Herz hatte sich daran gewöhnt vor Verzückung schneller zu schlagen und ich hatte meine liebe Freude daran.

In diesem Jahr hatte mein Herz keinen Grund mehr zu hüpfen. Die Kickdrum schlug nicht mehr und ich war mir auch gar nicht so sicher, ob mein Herz dazu überhaupt noch in der Lage war. Vielleicht gehörte da ein ganz besonderer Mensch dazu? Vielleicht gab es für mein Herz nur eine Gelegenheit, eine Beziehung, in der es die Chance fürs Galoppieren hatte? So richtig geglaubt habe ich das nicht, aber sicher war ich trotzdem nicht. Wie kann ich bei so etwas auch sicher sein? Das ist schließlich nichts, was ich aktiv steuern oder beeinflussen kann.

Vor einigen Wochen gab mir mein Herz Entwarnung, denn es hat mal wieder stärker in seiner Behausung, meiner Brust geklopft. Das heisst nicht, dass es nicht einen besonderen Menschen braucht, um diese Reaktion hervorzurufen. Nein, das war schon ein ganz besonderer Mensch, aber eben ein anderer. Vieles steckt da noch in den Kinderschuhen und ich weiß nicht, wohin die Reise geht. Aber allein die Tatsache, dass es da wieder Jemanden gibt, an den ich glaube und der mir etwas bedeutet (und ich ihr ebenso) UND der mein Herz hüpfen lässt, war vermutlich die beste Nachricht der letzten Wochen.

Und weil alles noch so frisch ist, muss ich mein galoppierendes Herz an die Zügel nehmen, damit es nicht vorprescht. Denn dieses Herz ist wie ich: wenn es etwas sieht, was ihm gefällt, wenn es ein Ziel hat, dann will es dieses Ziel erreichen. Und das ist ja auch richtig so, aber eben nicht im Galopp. Im Trab kommt man schließlich auch zum Ziel. Langsam, aber sicher. Wenn das so kommen würde (langsam, aber sicher), dann könnte ich hervorragend damit leben. Dass es ein Ziel hat ist wichtig. Und wenn es dann noch so bezaubernd ist wie dieses, dann nimmt mein Herz gern den langen Weg auf sich. Ob Galopp oder Trab.
8.10.17 01:54


Gute Zeiten

Frei nach Dave Grohl

Es sind Zeiten, wie diese, in denen ich lerne, wieder zu leben
Es sind Zeiten, wie diese, in denen ich gebe und gebe
Es sind Zeiten, wie diese, in denen ich lerne wieder zu lieben
Es sind Zeiten, wie diese, wieder und wieder

Ein Ohrwurm mit Bedeutung und einer mit Grund. Keine hohe Lyrik und wohl eher schlecht als recht übersetzt und interpretiert, aber er bohrt sich durch meinen Denkerschädel. Lenkt ihn ab. Lenkt ihn zumindest in positive Richtungen. In Richtung Licht am Ende des Tunnels.

Danke, Dave und danke an mein persönliches Licht!

17.9.17 23:02


Bilder (2)

Wieder ein Bild von uns. Wieder eines, das mich an einen anderen Ort und in eine andere Zeit entführt, wenn ich nicht aufpasse und es zu lange betrachte. Dieses steht nicht bei mir, sondern bei meiner Mutter, die übrigens einen Narren an IHR gefressen hat, aber das ist ein anderes Thema.

Auf diesem Bild schauen wir beide in die Kamera, hinter uns ist der Kölner Dom. SIE lächelt IHR wunderbares Lächeln, ihr Gesicht ist ganz nah an meinem. Dort, wo es wohl nicht mehr sein wird. Ich auf jeden Fall lächle etwas verkniffen, vielleicht sogar gequält (was aber natürlich nur ich sehe).

Ich bin plötzlich wieder vor Ort. Ich weiß wieder, wie es zu dem Bild gekommen ist… und es tut mir leid. Das ist so eine Sache, die ich in mir trage. Mir tun Dinge leid, die vermutlich Niemand anderem leid tun würden. Aber ich greife schon vorweg.

Wir haben an diesem Morgen einen Ausflug gemacht. Dieser wurde organisiert von der Uni, an der SIE gearbeitet hat. Zusammen mit ausländischen Studenten, denen SIE auf wirklich tolle und empathische Art und Weise Deutsch beigebracht hat. Und damit diese auch etwas von Deutschland sehen, gab es diesen Trip, an dem ich, zusammen mit IHR, dankenswerter Weise teilnehmen durfte. Die Abfahrt war schon sehr früh und der Treffpunkt in der Nähe der Uni. Und ich musste an diesem frühen Zeitpunkt feststellen, dass SIE ein wenig Besuch von IHREN Dämonen hatte, die SIE ja jetzt glücklicherweise mittlerweile hinter sich gelassen hat. Schon um diese frühe Uhrzeit! Ich war stinksauer. Ich konnte es nicht zeigen. Wegen den Studenten. Wegen IHREN Kollegen und auch eigentlich wegen IHR. Das macht ja nichts besser.

Ich wusste es nicht besser und habe SIE darauf angesprochen. Und habe IHR bei der Fahrt nach Köln im Bus die kalte Schulter gezeigt. Wie gesagt: ich war stinksauer. Schon auf der Fahrt und auch in Köln selbst versuchte SIE mich aufzumuntern, was nur langsam gelang. Kurz bevor wir in Köln wieder in den Bus gestiegen sind, um weiterzufahren, hatte SIE die Idee mit dem Selfie vor dem Kölner Dom. Zu dem Zeitpunkt war ich schon nicht mehr wütend, nur noch angefressen und willigte halbherzig ein. Das ist der Grund, wieso ich verkniffen in die Kamera schaue und SIE so lieb. Im Verlaufe des Tagestrips wurde es immer besser, aber in diesem, auf dem Foto festgehaltenen Moment, den ich mir immer wieder anschaue und der dabei immer wieder Gefühle und Fragen aufwirbelt war es so.

Ich habe ja geschrieben, dass es mir leid tut. Was genau mir leid tut? Ich kann mein Ich von früher noch völlig verstehen. Es hat versucht das Beste aus der Situation zu machen und steckte in keiner besonders guten Lage. ABER das gilt auch für SIE, zumindest, was diesen Tag angeht. Ich schrieb nämlich auch, dass SIE ein wenig Besuch von IHREN Dämonen hatte. Und was ich hier immer mit Dämonen beschreibe, ist eine schwere Krankheit. Das bedeutet, dass SIE unter großer Kraftanstrengung dafür gesorgt hat, dass es im Rahmen blieb. Dass es kaum merklich war. Und ich fühle mich mittlerweile wie ein Arsch, wenn ich das Bild sehe, denn auch wenn ich ganz gut unter Kontrolle hatte, dass ich stinksauer war, habe ich es IHR nicht leicht gemacht an diesem Vormittag. Kalte Schulter und so… Und das tut mir leid. Jedes Mal, wenn ich dieses Bild sehe und dabei IHR Gesicht nicht mehr neben meinem spüre. Ich wäre gern nachsichtiger und fürsorglicher gewesen in der Situation. Und obwohl ich weiß, dass das ein klassischer Fall von "leichter gesagt als getan" ist (denn das lässt sich mit dem Abstand, den ich jetzt habe leicht sagen), fühle ich dieses Gefühl jedes Mal.

Es tut mir leid. Ich kann trotzdem nicht an dem Bild vorbeigehen, wenn ich meine Mutter besuche, ohne diese und weitere Gedanken zu haben. Wenn meine Mutter einen ihrer helleren Momente hat, fragt sie sich sicher, warum ich so oft auf das Bild schaue, aber gefragt hat SIE mich glücklicherweise noch nie.
6.9.17 18:38


Bilder

Bilder halten immer einen Moment fest. Sie können tröstlich sein, wenn man sich an eine bestimmte Person oder eben einen bestimmten Moment erinnern will. Sie können auch quälen, wenn sie eine zurückliegende Geschichte dokumentieren, die kein gutes Ende genommen hat. Wie auch immer: sie sind ein Fenster in eine andere Zeit, an einen anderen Ort. Ich habe noch viele Bilder von IHR und viele dieser Bilder transportieren mich an einen Ort in meiner Vergangenheit

Eines dieser Bilder zeigt mich und SIE an einem holländischen Strand. SIE strahlt in die Kamera, während ich mit geschlossenen Augen in die Sonne blicke und meinen Kopf an SIE schmiege. Im Hintergrund sieht man Dünen, blauen Himmel und Sand. Wenn ich mich von diesem Bild hinweg führen lasse, dann erinnere ich mich an das Gefühl, das ich in diesem Moment hatte.

Es war unser erster gemeinsamer Urlaub. Der Weg bis dahin war steinig. Für uns beide. Dieser ganze Urlaub war auf der einen Seite nichts Besonderes. War ja nur eine Woche Holland. Aber er war auch etwas ganz Besonderes. Andere Luft, die Probleme hinter uns lassen. Die Person, die ich von ganzem Herzen liebte, zu genießen (diesen Punkt kann ich nur aus meiner Sicht beschreiben). Sich fallen lassen können. Genau das habe ich auf dem Bild getan. Genießen. Sich anschmiegen. Sich sicher fühlen. Ich hatte da noch keine Ahnung, welche Probleme uns noch erwarten würden und wie das alles enden würde. Weil ich in dem Moment an alles andere gedacht habe, aber nicht an ein Ende.

Das Bild hat mir früher immer ein wenig Hoffnung gebracht, wenn ich es angeschaut habe, gerade in schwierigen Stunden. Wenn ich es mir jetzt anschaue, dann habe ich eher zwiespältige Gefühle. Die bitteren dieser Gefühle verpacke ich ganz hinten in meinem Herzen. Will sie nicht zulassen, weil sie vieles besudeln würden. Manches zu recht, aber vieles sicher zu unrecht.

Drohen die bitteren Gefühle die Überhand zu gewinnen, schaue ich weg. Bis dahin schaue ich hin, bis mir wieder der Geruch von Meerluft in die Nase steigt, der Wind um selbige weht und die Sonne ins Gesicht scheint. Nur das warme und einzigartige Gefühl von damals will sich nicht wieder einstellen. Was das angeht, bleibt nur die Erinnerung daran. Und der Wunsch, wieder solche Momente zu erleben. Ich muss mich der Aufgabe widmen, die passende Person dafür zu finden. Oder von dieser gefunden zu werden. Vielleicht wurde ich ja schon gefunden und ich weiß es noch nicht? Vielleicht auch nicht. Mal sehen, was die Zukunft so bringt.
2.9.17 14:43


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