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Wunschzettel

An diesem schwarzen Sonntag, nach einer absolut wahnsinnigen Woche, diesem zweiten Advent möchte ich einen Wunschzettel schreiben. Nur habe ich Niemanden, dem ich einen wirklichen Wunschzettel schreiben könnte, also muss der Blog herhalten.

Bevor es ans Eingemachte geht, ein paar Worte vorab. Am letzten Tag der Woche gab es eine kleine Weihnachtsfeier im Büro. Alle waren aber einfach nur fertig nach der Arbeit in den letzten Monaten, die sich wohl noch nicht mal auszahlt. Auf dieser improvisierten Weihnachtsfeier (die eigentlich nur aus beisammen sitzen, einer gemeinsamen Pizza und einigen Retrospielen bestand) ging das Thema „Was machst du eigentlich über die Feiertage“ herum. Ich war froh, dass ich nicht angesprochen wurde, hörte aber von den anderen eigentlich nur die gleiche Geschichte: „bla bla bla, stressig. bla bla bla, an jedem der Tage muss ich zu einem anderen Familienteil…“. Ich dachte dabei 2 Dinge: 1. ihr wisst gar nicht wie gut ihr es habt und 2. hoffentlich werde ich nicht gefragt.

Natürlich wurde ich dann doch noch gefragt. Ich antwortete „Nichts“ und hätte es dabei belassen sollen. Aber weil mir die Antwort so kurz vorkam, fügte ich noch hinzu, dass ich meine Mutter in ihrem neuen (Senioren-) Heim besuchen werde. Zack, da war Ruhe im Karton. Stimmung killen kann ich. Dabei entspricht das nur der Wahrheit. Ich hätte noch hinzufügen können, dass ich total auf den ganzen „Weihnachtsschnickschnack“ stehe und trotzdem (oder genau deswegen) Angst vor den Feiertagen habe, die ich einerseits so dringend brauche (überarbeiteter war ich in meinem ganzen Leben noch nicht), aber die auch sehr trostlos sein werden.

Von daher habe ich einen Wunschzettel. Freilich nicht mehr für dieses Jahr. Denn da ist der Zug abgefahren. Ich habe das bißchen Energie, das ich noch hatte wohl auf das falsche Pferd… pardon, den falschen Menschen gesetzt. Passiert. Passiert vor allem, wenn man so offen wie ich auf neue Dinge, Personen, Gelegenheiten zugeht. An dieser Eigenheit will ich aber unbedingt festhalten. Das ist aber ein anderes Thema…

Was ich mir nächstes Jahr zu Weihnachten wünsche:
Eine Frau, die über meine dummen Witze lacht.
Gemeinsam auf dem Sofa kuscheln.
Jemanden beschenken, bei dem ich es nicht erwarten kann, wie sie sich (hoffentlich) darüber freut.

Eine Frau, die für mich da ist, wenn es mir dreckig geht und für die ich auch da sein kann.
Gemeinsam gegen den Rest der Welt.
Jemanden, mit dem ich im Auto meine dummen, selbstgedichteten Lieder singen kann.

Eine Frau, mit der ich seelisch und intellektuell auf Augenhöhe diskutieren kann.
Gemeinsame Überraschungs- (Mystery) Ausflüge.
Jemanden, der mich so liebt, wie ich sie liebe und mir das dann und wann unaufgefordert sagt.

Das ist einerseits eine unvollständige Liste, denn mir wären noch viele Sachen mehr eingefallen. Anderseits ist das schon ganz schön viel verlangt. Zumindest für mich wachsen diese Frauen nicht gerade auf den Bäumen. Wer so Jemanden an seiner Seite hat und das jetzt liest: haltet diese Person unbedingt fest. Ich schaue aus meinem dunklen Tal zu euch auf und kann es euch nicht deutlich genug raten: haltet an dieser Person unerbittlich fest, denn es ist das Wertvollste, was es auf der Welt gibt. Alle anderen Probleme lassen sich mit einer solchen Person an eurer Seite viel besser bewältigen als allein. Oder wie ich es mal in einem früheren Leben geschrieben habe: „Wenn man Liebe gefunden hat, dann sind nicht nur Bergspitzen viel höher und schöner, sondern auch die Täler durch die man gemeinsam schreitet nicht so tief und dunkel.“ Und da bin ich gerade. Allein in einem dunklen Tal.
10.12.17 19:30


Türen

„Über den eigenen Schatten springen“, „sich überwinden“, „sich ein Herz fassen“, „sich einen Ruck geben“, es gibt in der deutschen Sprache viele Synonyme dafür, etwas zu tun, das man nicht unbedingt tun wollte oder von dem man nicht glaubte, es überhaupt zu schaffen. Ich bin kein Sprachwissenschaftler und werde auch keiner mehr. Und das hier wird auch kein Vortrag über Sprache. Viele dieser Synonyme haben eine eigene Konnotation, die nicht ganz zu dem Gefühl passt, zu dem, was ich in den letzten Wochen und auch in den letzten Tagen gemacht habe. Daher habe ich ein anderes sprachliches Bild.

Ich für meinen Teil habe Türen geöffnet. Ob das jetzt ein besseres oder schlechteres Bild als die oben genannten ist kann ich nicht beurteilen. Ich finde, es passt einfach besser. Das waren mehrere Türen. Und jede Tür ist individuell, nicht miteinander zu vergleichen. Der einzige gemeinsame Nenner ist, dass sich Menschen hinter diesen Türen befinden. Eine dieser Türen ist auch schon dabei, sich wieder zu schließen. Ich habe mich sehr bemüht, die Tür offen zu halten. Mehrere Wochen lang. Egal wie groß meine Probleme (und glaubt mir, wenn ich im Moment etwas habe, dann sind es Probleme und Sorgen) waren, habe ich mir fremde Probleme angehört. Habe zugehört, egal wie schlecht es mir selbst ging, habe mich bemüht Kraft und Rat zu geben, habe immer wieder versucht, einen oder mehrere Schritte durch diese Tür zu machen, nur um festzustellen, dass diese Tür von der anderen Seite immer wieder zugeschlagen wurde.

Mit Türen ist es nämlich so eine Sache, letztlich benötigt es zwei Menschen die Tür offen zu halten, damit einer oder beide dieser Menschen durchwandern können. Um im Sprachbild zu bleiben, habe ich mir immer wieder eine blutige Nase an dieser Tür geholt. Und immer mehr gemerkt, dass mein Gegenüber gar kein (oder schwindendes) Interesse daran hat, dass die Tür sich öffnet. Das ist schade, da ich glaube, dass diese Tür etwas Gutes verbunden hat, aber letztlich bin ich mir zu schade, immer wieder an dieser Klinke zu rütteln. Ich habe es lang versucht, aber irgendwann ist es einfach genug.

Nun zu der aktuelleren Tür. Das ist eine Tür, von der ich nie gedacht hätte, dass ich sie noch mal öffnen würde. Da war zu viel passiert, so dass ich mir nicht mal sicher war, ob da überhaupt noch eine Tür ist. Das klingt jetzt dramatischer, als ich es meine. Um so überraschter war ich, als ich selbst diese Tür öffnete. Auslöser waren Dinge, die ich las. Manches habe ich nicht sofort gesehen. Anderes sickerte erst nach und nach bei mir ein. Dazu kam noch die Zeit, in der mein Hirn sich mit der Idee anfreunden musste (was ziemlich schnell ging, was mich selbst sehr erstaunt hat). Und so begab es sich, dass ich diese Tür öffnete. Aber, und das ist der Unterschied zu der anderen Tür, durchschreiten werde ich nicht. Ich halte sie für einen Menschen geöffnet. Wenn dieser zu mir will, dann hat er jetzt die Möglichkeit, wenn nicht, dann eben nicht. Ich glaube auch nicht, dass sie besonders lang offen sein wird. Bei aller Liebe, bei allem „über den eigenen Schatten springen“: ich muss auch an mich denken. Das habe ich dieses Jahr erschreckend selten getan.

Und wenn wir schon dabei sind: dass ich mich bei der Online-Börse angemeldet habe ist auch ein Öffnen einer Tür. Nein, ich konnte mich noch nicht dazu durchringen, mein Profil weiter zu füllen. Diese Tür ist insofern erst ein Spalt offen. Weiter mag ich sie gerade nicht öffnen. Ich bin noch nicht bereit für den Tanz der Oberflächlichkeit. Oder (um es etwas positiver zu formulieren) ich bin noch nicht bereit dafür, dort nach Wahrhaftigkeit und echten Gefühlen zu suchen. An diesen Gedanken muss ich mich erst weiter gewöhnen. Dass dieses Weihnachten für mich keine Feststimmung oder etwas Positives bereithalten wird, ist sowieso schon sicher. Daher kann ich mir ruhig noch ein paar Tage Zeit lassen, dort weiter aktiv zu werden.

Um diesen furchtbar verklausulierten Eintrag noch auf einer etwas beschwingteren Note enden zu lassen: manchmal ärgere ich mich am Ende eines Eintrags, wenn ich bestimmte Bildvergleiche gewählt habe. Denn so kommt es, dass ich 22 Mal das Wort „Tür“ (jetzt 23!!) benutzt habe. Aber immerhin konsequent. Immerhin das kann ich…
3.12.17 23:12


Elitär

Die Euphorie ohne Grund ist verflogen. Aber das war zu erwarten. Genau wie sie mich völlig überraschend ergriffen hat, so hat sie sich aus meinem Leben wieder verabschiedet. Das ist schon in Ordnung so, denn es hat mir etwas über mich gezeigt: (fast) egal wie fest Meinungen oder Entscheidungen bei mir einrasten, ich bin doch meist in der Lage, sie wieder freigängig zu bekommen. Und das ist gut, denn ich möchte nicht verbissen und verbittert stur an meinen Ansichten hängen, sondern sie immer wieder hinterfragen, ganz egal, für wie gerechtfertigt ich sie halte.

So weit, so langweilig. Ich habe mich nach mehr als 4 Jahren wieder bei einer Single-Börse angemeldet. Das ist ein Ausdruck davon, dass ich Nichts ausschließen will. Ich weiß, dass sich mein jetziges Leben verändern soll und ich nach allen Seiten offen bin. Was ich allerdings von Single-Börsen halte, habe ich hier schon öfter geschrieben. Und zwar zu Zeiten, als ich gar nicht mehr in dieser Börse war, weil ich SIE gefunden hatte. Eigentlich weil SIE mich dort gefunden hatte. Wiederholen will ich mich allerdings nicht, was das angeht. Nur so viel: ich habe mich zwar angemeldet, ein Profil angelegt, aber schon dieser Akt war mir zuwider. Noch bevor ich Bilder und Inhalte meinem Profil hinzufügte, klickte ich ein wenig herum. Und der schon anfänglich vorhandene Widerwille wuchs massiv. Das hat mehrere Gründe. Ich bin kein Selbstdarsteller. Selbstdarsteller sind mir in der Regel suspekt und nicht besonders sympathisch. Das sind schon mal ganz schlechte Voraussetzungen für diese Art des Sich-Präsentierens.

Aber da ist noch mehr: egal wie nett und sympathisch manche der Bilder aussehen, so merkt man doch beim Lesen Dummheit und Oberflächlichkeit. Ok, das klingt jetzt vermutlich sehr hart und furchtbar elitär. Ich bin nicht elitär. Und ich empfinde mich noch nicht mal als besonders schlau. Aber meine Erfahrungen, die ich damals sammeln konnte, haben mich gar nicht befriedigt. Ich möchte eben nicht nur ein nettes Gesicht, ein paar Titten und einen hübschen Arsch. Ich suche keinen Fick. Das Herz und mein Hirn müssen schon dabei sein. Ich habe es an anderer Stelle mal bewusst flapsig formuliert: eine Frau für Herz und Hose. Und in vielen der Angaben auf den Profilen, die ich mit zunehmender Lustlosigkeit besuchte standen die gleichen voneinander abgeschrieben, pseudo-originellen Antworten. FRAGE „Wie stehen Sie zu sich selbst?“, ANTWORT „Och, wir kommen ganz gut miteinander aus…“ und dahinter noch ein Smiley, weil das ja furchtbar witzig ist.

Wer mich jetzt immer noch für elitär hält: vielleicht bin ich das auch. Ich hatte aber auch wirklich Glück, an diesem unwirtlichen Ort eine Frau zu finden, die mein Herz, mein Hirn und meine Libido ansprach. Und ja, SIE hat mich gefunden. Und ja, der Zufall spielte eine große Rolle dabei. So ist mein Eindruck, dass ich noch Jahre weiter hätte suchen können, aber doch keine passende Partnerin gefunden hätte. Und genau das ging mir durch den Kopf, als ich nach 4 oder 5 Jahren wieder dort mein digitales Bewerbungsschreiben hinterlegen wollte und in anderen stöberte. Und genau das ist der Grund, dass ich mein Profil nicht weiter ausgefüllt habe. Keine Bilder. Keine Antworten, bei denen ich mir Mühe gebe, dass sie mich gut repräsentieren.

Angeklickt wurde dieses unfertige Profil von 3 Frauen, davon waren 2 Reaktionen, weil ich auf ihren Profilen war. Die eine Frau, auf deren Profil ich nicht war, hat einen Rechtschreibfehler schon in ihrem Nick. Ich bin nicht hochnäsig, ich bin nicht elitär, bitte glaubt mir. Aber mein Herz und mein Hirn haben schon gewisse Ansprüche, um meine Libido mache ich mir gar nicht so große Sorgen (was aber nicht heißen soll, dass sie besonders geringe Ansprüche hätte).

Der Vollständigkeit halber, weil ich die rein männliche Perspektive hier ausgebreitet habe: ich bin weit davon entfernt, makellos zu sein. Ich bin kein „Elitepartner“ (und das ist auch nicht die beschriebene Börse). Optisch schon mal gar nicht. Ich tue, was ich im Moment kann und habe mich zur Zeit um fast 4 Gürtellöcher reduziert und überhaupt nicht vor, damit aufzuhören. Meine Glatze wird nicht mit einem Toupet besetzt, wohl aber manchmal mit einer Kappe. Ich bin auch nicht übermäßig intelligent, denke ich (alles eine Frage der Perspektive). Und ich habe mit Sicherheit einige Macken (je nach Sichtweisen mal mehr, mal weniger), aber ich habe ein großes Herz. Eines, dass die richtige Frau zu einem Kickdrum Heart machen kann. Eines, dass diese richtige Frau nicht im Stich lässt. Eines, das viel zu geben hat. Irgendwann werde ich das Profil weiter ausfüllen und mein Glück versuchen. Aber heute nicht mehr. Vielleicht kommt mir ja auch das Leben dazwischen, so dass ich das nicht machen muss. Ich wäre sehr dankbar dafür.
28.11.17 23:19


Hart

Nachtrag zu meinem letzten Eintrag bezüglich eines irrationalen Gedankens.

Seit dieses wundersamen Abends sind jetzt einige Tage vergangen und der Gedanke ist irgendwo noch da, aber nicht mehr so allgegenwärtig, wie an jenem Nachmittag / Abend. Er ist noch da, was bedeutet, dass ich ihn nicht verbannen will und gelegentlich noch in meinem Kopf herumspiele. Aber es ist nicht mehr so intensiv, impulsiv und beeindruckend irrational, wie an jenem Abend. Was mir am nächsten Morgen passiert ist, ist aber mindestens genau so bemerkenswert.

Um es vorwegzunehmen: der irrationale Gedanke (ich bleibe jetzt der Einfachheit halber bei der Formulierung) hatte nichts mit Sex zu tun. Wenn überhaupt dann eher indirekt. Trotzdem bin ich am nächsten Morgen noch vor dem Wecker mit einer gewaltigen Erektion aufgewacht. Ich kann mich an nichts im Traum erinnern, ich nehme mal an, dass ich irgendwas Sexuelles geträumt habe, denn der Härtegrad dieser Erektion hatte nichts gemein mit der leichten Morgenerektion, die mann schon mal hat.

Auch wenn der Gedanke vom Abend zuvor keine sexuelle Konnotation hatte, so glaube ich, dass er nicht nur meinen Geist beflügelt hat, sondern auch für meinen morgendlichen Zustand verantwortlich war. Was ich allerdings mit dieser Erkenntnis / Vermutung anfange, das weiß ich nicht. Denn außer leichtem Kopfkino, einer gewaltigen Morgenlatte und einer vielleicht veränderten Einstellung zu gewissen Dingen hat sich nichts verändert. Alles ist möglich, Nichts ist wahrscheinlich…
25.11.17 19:28


Irrational

Heute hatte ich einen erstaunlich irrationalen Moment. Irrational vor allem, weil es keinen wirklichen Grund dafür gab. „Grund“ war ein Satz, den ich gelesen habe, der überhaupt nichts aussagte, nichts mit dem Thema zu tun hatte, das in meinem Kopf später aufkeimen sollte. Aber dieser Satz pflanzte einen kleinen Samen in mein Gehirn, wuchs zu einem Gedanken. Ein Gedanke, der wuchs und wuchs. Langsam, aber stetig.

Dieser Gedanke basierte also auf keiner Grundlage. Vor allem aber überraschte mich, dass mir der Gedanke final gefiel. Hätte man mich gestern mit diesem Gedanken konfrontiert, wäre ich wohl sicher gewesen, dass ich das nicht möchte. Heute aber, auf die Art und Weise, wie sich der Gedanke entwickelte, gefiel er mir.

Der Samen, der Gedanke hatte seine finale Verpuppung kurz vor meinem Feierabend. Und aus dem Gedanken wurde eine fixe Idee, die mir zwar jederzeit selbst unwahrscheinlich erschien, sich aber partout nicht verabschieden wollte. Um kurz nach 7 packte ich zusammen, machte merkwürdig beschwingt Feierabend. Ich konnte es nicht erwarten, wieder zuhause anzukommen. Dieses Gefühl hatte ich schon lange nicht mehr. Ich freue mich natürlich immer, wenn ich nach Hause komme. wenn ich kurz durchschnaufen kann, bevor es am nächsten Morgen wieder zur Arbeit geht. Aber dieses dringliche nach Hause kommen Wollen, das habe ich schon Monate nicht mehr gehabt.

Also eilte ich einen Schritt schneller als gewöhnlich zu meinem Auto, fuhr zu mir und… suchte ungewöhnlich lang nach einem Parkplatz. Als ich dann endlich einen gefunden hatte, sprang ich beschwingt aus meinem Auto. Die (ungewöhnlich milde) Luft roch einen Deut besser als sonst und schon stiefelte ich schnell in Richtung meiner Wohnung…

Ich war nicht wirklich enttäuscht, als ich feststellte, dass diese fixe Idee genau wie viele andere (die meisten?) fixen Ideen bar jeglicher Grundlage verpuffte. Ganz so irrational war ich also nicht. Aber ich war erstaunt (und bin es immer noch), auf welchen Gedanken ich da überhaupt gekommen war und noch viel mehr, dass er mir nicht unangenehm war. Im Gegenteil: je länger ich in meinem Kopf mit diesem Gedanken spielte, desto mehr konnte ich ihm abgewinnen.

Ich weiß nicht, wie ich morgen darüber denken werde. Ich kann mir gut vorstellen, dass ich es (und mich) noch irrationaler betrachten werde, als ich es jetzt schon tue. Aber: der Samen wird immer noch in meinem Hirn stecken. Und wie es halt so ist mit Samen: wenn er gehegt, gepflegt und gut behandelt wird, dann kann etwas daraus werden. Alles ist möglich…
23.11.17 23:17


Endspurt

Die Geschichte des einsamen Rennfahrers geht so: er fährt ein einsames Rennen. Sein Tank ist schon fast leer, die Nadel zeigt schon ewig keinen Wert mehr an und hat es sich im roten Bereich bequem gemacht. Eine Möglichkeit zum Tanken hat er nicht mehr. Er ist Eins mit seiner Maschine, beinahe schmerzhaft Eins. Das, was er da tut ist Höchstleistung, aber eben auch automatisiert. Kuppeln, Gang rein, vor der Kurve abbremsen, in einen niedrigen Gang wechseln, den Fuß wieder aufs Gas. Schon lange denkt er nicht mehr darüber nach, was er da tut. Er tut es einfach.

Zack, wieder ein Schlagloch, aber der Wagen ist noch auf Kurs. Das Auto hat schon wieder etwas abbekommen, aber der einsame Rennfahrer hält seinen Wagen in der Spur. Immer noch. Er muss ja noch ein ganzes Stück fahren. Getrieben von Ausdauer reitet er mit letzter Kraft sein Vehikel, das ihn immer noch nicht verlässt. Etwas Treibstoff scheint ja noch da zu sein.

Der einsame Rennfahrer schaut kurz zur Seitenscheibe, aber da ist es dunkel. An seiner Strecke stehen keine Zuschauer und es ist auch kein anderes Auto auf der Strecke. Wie lang ist er schon unterwegs, fragt er sich. Zu lang grunzt er vor sich hin, nur gibt es Niemanden, der ihn hört. Schon lange nicht mehr. Verbissen verdrängt er die Gedanken und ist wieder im Rhythmus. Kuppeln, Gang rein, Gas geben, Lenken, Gegenlenken. Ein paar Kilometer schafft er noch. Er fährt gar nicht schlecht, denkt er, als ihm einer der Vorderreifen platzt.

Der Wagen fährt sich noch schlechter als vorher, aber er hat keine Wahl, er fährt weiter. Er weiß, dass die nächsten Runden noch anstrengender werden und er hat recht. Er kämpft in jeder Kurve, reißt am Lenkrad. Das Ziel vor Augen. Das Rennen kann doch nicht mehr ewig dauern, denkt er bei sich, während er mit schweißnassen Händen am Lenkrad des mittlerweile arg mitgenommenen Boliden zerrt.

Er ist fokussiert. Das ist Hochleistungssport, was er da macht. Sehr respektabel, wenn denn Jemand von ihm Notiz nehmen würde. Er ist da draußen, fährt Runde um Runde. Rekordzeiten sind es keine, die er da hinlegt, dafür ist das Gespann aus Fleisch und Metall schon zu mitgenommen, aber beachtlich ist die Leistung von Mensch und Maschine auf jeden Fall.

Oh, was würde ich dafür geben, wenn ich endlich im Ziel bin, denkt er sich. Solche Gedanken hat er oft. Sie treiben ihn an. Doch der nächste Gedanke, der ihm kommt ist es, der ihn wie ein Vorschlaghammer trifft: was wartet auf mich im Zielbereich? Klar ist da das Ziel, aber was ist das Ziel? Was macht der einsame Rennfahrer, wenn er im Ziel ist? Außer zu tanken? Und dann wieder weiterzufahren? Das verunsichert den einsamen Rennfahrer und er wird langsamer. Er weiß, dass er ins Ziel muss, denn das ist seine Bestimmung, gleichzeitig hat er auf einmal Angst vor dem Ziel. Vorwärts, eine andere Richtung kennt er nicht. So fährt er immer noch sein Rennen, er ist immer noch im Endspurt. Er hat eine vage Idee davon, dass in dieser Black Box „Ziel“ etwas auf ihn warten könnte, dass diese ganze Tortur rechtfertigt. Sicher ist er sich aber nicht. Er tut einfach weiter das, was er kann und fährt sein einsames Rennen. Ohne andere Fahrer und ohne Zuschauer. Und wenn man ganz leise ist, dann hört man ihn und seinen lädierten Rennwagen irgendwo im Hintergrund, wie er seine Runden dreht. Wie der Motor aufheult, wie er selbst aufheult. Ganz leise…
16.11.17 21:54


(Digitale) Reise in die Vergangenheit

Ich habe ein neues Smartphone. Nachdem ich in den letzten Jahren ein Android-Telefon hatte, bin ich vor ein paar Tagen wieder auf ein iPhone zurückgewechselt. Ich schreibe das weder, um anzugeben (Telefone sind selten dämliche Statussymbole, wie ich finde), noch um einen technischen Vergleich anzustellen. Nein, es geht um etwas anderes. Bis vor einigen Jahren habe ich WhatsApp auf einem älteren iPhone benutzt und dank iCloud, so einem Wunder der modernen Technik, das Daten in einer „digitalen Wolke“ speichert, war ich nach der Installation von WhatsApp auf diesem Gerät wieder in meiner Vergangenheit.

Das hat mich zwar meine aktuellen Konversationen und mit ihnen einige Lichtblicke der letzten Wochen und Monate gekostet, aber mich eben auch in eine vergangene Zeit zurückkatapultiert. Die Liste der aktuellen Chats war eben die, wie sie war, als ich damals von meinem alten iPhone zu meinem damaligen neuen Android-Phone gewechselt war. Ich hab das erst gar nicht gemerkt. Zuerst ging es mir um die aktuellen Chatverläufe, wohl vor allem wegen der beschriebenen Lichtblicke und mein Ärger über mich selbst, dass ich es nicht geschafft hatte diese mitzunehmen auf das neue Telefon.

Als ich mich damit abgefunden hatte, dass ich auf meinem alten Android-Telefon nicht mehr an diese Verläufe kam, nachdem ich WhatsApp auf dem iPhone aktiviert hatte, warf ich einen längeren Blick auf den Stand der Dinge auf meinem neuen Telefon. Und schwups: schon war ich wieder einige Jahre zurück. Neben einigen Konversationen aus Gruppen, die es gar nicht mehr gibt und / oder ich nicht mehr Mitglied war, prangte ganz oben in der Liste der Verlauf mit IHR. Klar, mit Niemandem in der Zeit habe ich mehr geschrieben als mit IHR.

Nach kurzem Zögern klickte ich drauf und macht wirklich eine kleine Zeitreise. Ich weiß jetzt, dass ich zu keiner besonders guten Zeit mein Handy gewechselt hatte. Der letzte Eintrag war ein Bild von einer Veranstaltung, auf der SIE ohne mich war, SIE mich aber netterweise daran teilhaben lassen wollte. Darüber (an einem oder 2 Tage zuvor) waren 2 Sprachnachrichten, an die ich mich noch erinnern konnte, speziell nachdem ich meine Antwort darauf gelesen habe. Diese Sprachnachrichten waren alles andere als nett. Darüber - wieder einige Tage zuvor - schrieb SIE, dass SIE gerade noch unterwegs sei, um mir eine Überraschung zu besorgen zusammen mit einigen vielversprechenden Emoticons. Welche Überraschung das war, weiß ich leider nicht mehr. Ich weiß nur noch, dass ich es geliebt habe, wenn SIE mich mit Kleinigkeiten oder auch größeren Dingen überrascht hat. Und SIE hat es genossen, mich zu überraschen. Meine Aufgeregtheit und IHR gespannter Blick, wie ich auf die Überraschung reagiere, habe ich über die Maßen geliebt.

Darüber war ein Bild von mir. Überhaupt nicht vorteilhaft, gerade das Gegenteil. SIE, die sich damals überhaupt nicht gern hat fotografieren lassen hat damals unter Einfluss IHRER damaligen Dämonen, von denen SIE sich zum Glück mittlerweile befreit hat (und ich hoffe bei Gott, dass es dabei bleibt!!) ein Bild gemacht von mir, während ich neben IHR auf der Couch sitze, auf der SIE damals lag. Eines, das mir gar nicht schmeichelte. Ohne Kommentar hatte SIE es mir geschickt, um mir IHRE Verachtung für mich zu zeigen. Ohne einen weiteren geschriebenen Kommentar. Den gab es, wenn überhaupt, verbal. Daran, so es ihn denn gab, kann ich mich zum Glück nicht mehr erinnern.

Jetzt, mit deutlichem Abstand kommt mir diese Zeit surreal vor. Die Kämpfe, die ich mit IHR (oder besser: IHREN Dämonen) ausgefochten habe. Die so sinnlos waren. Weiter habe ich im Chatverlauf nicht gescrollt. Mehr wollte ich nicht sehen, weiter wollte ich nicht mehr in der Vergangenheit herumwühlen. Aus verschiedenen Gründen. Gründe, über die ich nicht weiter nachdenken will.

Ich neige oftmals dazu, die Vergangenheit zu glorifizieren, die schlechten Dinge auszublenden, Fehler deutlich mehr bei mir als bei Anderen zu suchen. Das ist nichts, was ich bewusst mache, das steckt so in mir drin. Das ist sicher nicht die schlechteste Charakter-Eigenschaft bei Menschen, aber auch sicher nicht die gesündeste. Wenn ich aber dank „modernster“ Technik solche Zeitsprünge mache und unfreiwillig in Situationen zurückgeworfen werde, an die ich sonst nicht mehr gedacht hätte, dann rüttelt mich das wieder ein Stück wach.

Daher (nicht nur) an die zukünftige Mrs. Ich, wo auch immer sie stecken mag: ich bin vielleicht kein Hauptgewinn, aber ich bin verdammt noch mal ein guter Kerl. Kein Hauptgewinn, ich habe aber mit Sicherheit das Potenzial ein Gewinn zu sein, dein Leben zu bereichern. Mein Betriebssystem arbeitet ohne schlechte Hintergedanken und ohne Boshaftigkeit oder Verschlagenheit. Ich bin jederzeit bereit, mich für dich aufzuopfern, dich ohne Vorbehalt zu lieben. Ich werde aber mehr darauf aufpassen, dass ich nicht mehr zu selbstlos bin. Auch wenn ich es immer noch mehr mag zu geben, als zu nehmen, will ich nicht mehr ein zu großes Ungleichgewicht haben in meinem Leben. Aber, liebe zukünftige Mrs. Ich, ich habe da keine Zweifel, dass du es ähnlich siehst. Und dass wir uns deswegen so gut ergänzen (werden).

„Du und ich gegen den Rest der Welt“ ist ein richtig schöner Satz, wie ich finde. Gern hätte ich ihn oft und in den passenden Momenten zu IHR gesagt, aber ich werde ihn auch noch zu dir sagen. Und du wirst hoffentlich auch so empfinden. Ich sage oder schreibe solche Sachen eigentlich nie über mich. Weil ich nicht der Typ bin. Bescheidenheit ist mein Naturell und wird es auch bleiben. Damit es aber nicht zu sehr in „falsche Bescheidenheit“ driftet, musste ich es mal schreiben und werde es bei Gelegenheit auch hin und wieder mal sagen.

Und genau wie ich dies tue, werde ich versuchen, meine Vergangenheit nicht mehr zu rosarot zu sehen, mich dabei herabzuwürdigen und andere glorifizieren. Auch die schlechten Erfahrungen haben mich zu dem gemacht, der ich bin. Zumindest diese Erkenntnis habe ich dank iCloud. Ich bin mir zwar ziemlich sicher, dass das nicht der Hauptzweck davon ist, aber so ist das eben mit Erinnerungen an die Vergangenheit und große Erfindungen: sie können für Jeden etwas anderes bedeuten.
18.10.17 22:42


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